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„Ausweis sollten alle haben“ „Radtour pro Organspende“ Gast in Herzlake

Von Helmut Diers

<em>Die „Radtour pro Organspende“</em> machte auf dem Weg von Cuxhaven nach Münster in Herzlake Station und warb dort intensiv um Organspendewillige. Foto: zoDie „Radtour pro Organspende“ machte auf dem Weg von Cuxhaven nach Münster in Herzlake Station und warb dort intensiv um Organspendewillige. Foto: zo

Herzlake. Die große Terrasse der Gaststätte „Alter Hase“ am schönen Haseufer konnte die Radler und Gäste am Etappenziel Herzlake kaum fassen – sehr zur Freude des stellvertretenden Vorsitzenden des Vereins „Radtour pro Organspende“ Jürgen Raidt.

Bevor am nächsten Tag weiter nach Nordhorn und noch einen Tag später bis zum Uniklinikum geradelt wurde, wurde am Haseufer bei Klängen der Band „The Dandys“ aus Münster kräftig die Werbetrommel pro Organspende gerührt.

Auf der dritten Tagesetappe von Cloppenburg nach Herzlake wurden die Pedalritter der „ Radtour pro Organspende“ ab Löningen von 25 Tagesradlern aus Herzlake eskortiert. „Wir wollen mit der Tour den Menschen zeigen, dass man nach einer Transplantation eine sehr gute Lebensqualität haben kann“, erklärt Raidt, der in Herzlake wohnt und seit zwölf Jahren mit einer Spenderniere lebt. Zudem wolle man den Ärzten in den Krankenhäusern an der Strecke zeigen, welch gute Arbeit sie verrichten. „Das motiviert“, weiß Raidt. „Mit unseren Aktionen versuchen wir seit 2007 das Thema Organspende, das letztlich jeden angeht, in die Öffentlichkeit zu tragen. Als zum großen Teil selbst Betroffene – Transplantierte oder Dialysepatienten – möchten wir die Menschen dazu bringen, sich mit diesem sicher nicht so einfachen Thema zu beschäftigen“, so Wolfgang Ludwig aus Münster, selbst seit 22 Jahren Transplantierter und Vorsitzender des Vereins „Radtour pro Organspende“.

Raidt ergänzte im Gespräch mit den Gästen in Herzlake, dass „an unserem Beispiel die Menschen erkennen, was es bedeutet, wenn man nach seinem Tod seine noch funktionsfähigen Organe aus Nächstenliebe spendet und dadurch einem anderen Menschen das Leben rettet oder ihm wieder ein lebenswertes Leben ermöglicht“. Durch die Skandale der letzten Zeit um manipulierte Wartelisten seien die Vereinsmitglieder in ihren Bemühungen um Organspenden sehr stark zurückgeworfen worden. „Durch unsere Aktionen wollen wir die Menschen wieder nachhaltig für das Thema sensibilisieren.“ „Ich bin beeindruckt von den zahlreichen Menschen hier. Tragen Sie unsere Botschaft weiter und werden Sie selbst zu Trägern eines Spenderausweises“, verhehlte Ludwig nicht seine Betroffenheit über den Spendenskandal der letzten Zeit.

Für den Kreistag des Emslandes überbrachte Herzlakes Kreistagsmitglied Gerd Henkel einen Willkommensgruß und dankte den Radlern für ihr Engagement. Bürgermeister Hans Bösken dankte den Radlern für ihre „große Überzeugungsarbeit zum Anstieg der Zahl der Organspendewilligen“. Samtgemeindebürgermeister Ludwig Pleus stellte ganz einfach fest: „Alle sollten einen Spenderausweis in der Tasche haben.“