Schutt und Unrat ins Grüne geworfen Ärger über wilde Müllkippen in Lähden

Bauschutt und andere Abfälle wurden an der Straße Up'n Zitter in Lastrup und an anderen Orten in der Gemeinde Lähden illegal entsorgt. Foto: Samtgemeinde HerzlakeBauschutt und andere Abfälle wurden an der Straße Up'n Zitter in Lastrup und an anderen Orten in der Gemeinde Lähden illegal entsorgt. Foto: Samtgemeinde Herzlake

Lähden. Müll, der nicht in der Tonne und letztlich auf der Deponie landet, sondern dreist in die Landschaft gekippt wird, ist vielerorts ein Ärgernis. In der Gemeinde Lähden sind binnen weniger Tage gleich an vier Orten Bauschutt und Mischabfälle illegal entsorgt worden.

„Wir haben die Fälle bei der Polizei zur Anzeige gebracht“, sagte Erster Samtgemeinderat Dieter Pohlmann unserer Redaktion. Ob es einen Zusammenhang gibt, der Unrat also von einer einzigen Person an verschiedenen Stellen abgeladen wurde, ist unklar. Fest steht, dass zwei der unrechtmäßigen Müllkippen verhältnismäßig nah beieinanderliegen. An der Südstraße in Lähden wurden unter anderem Holzreste und Teile eines Teppichbodens am Rand einer Wiese abgeladen.

Foto: Samtgemeinde Herzlake

Zwischen Bäumen an der Straße Up’n Zitter im Süden des Ortsteils Lastrup waren es Kunststoffverkleidungen sowie Teile eines PVC-Bodenbelags. Nicht weit davon entfernt, an der Raddestraße in Lastrup, stellten Unbekannte mehr als ein Dutzend Farbeimer und -kanister auf einem Grünstreifen ab.

Foto: Samtgemeinde Herzlake

An der Hüvener Straße im Norden von Lähden wurden ebenfalls unter anderem PVC-Reste abgeladen – sowie eine Leuchte mit Neonröhren.

Foto: Samtgemeinde Herzlake

Derartige Fälle gehören nach Worten von Dennis Dickebohm, Sprecher der Polizei Emsland, zu den aufklärungsungünstigen Delikten. Sprich: „Es ist schwierig, die Urheber ausfindig zu machen.“ Das gelte erst recht, wenn es sich um reinen Bauschutt handele, ohne sonstigen Sperrmüll, der Hinweise auf den Verursacher geben könnte.

Das sagt das Gesetzbuch

Wer Müll illegal am Straßenrand, auf Parkflächen oder im Wald entsorgt, begeht laut Kreislaufwirtschaftsgesetz in den meisten Fällen eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld von bis zu 100000 Euro geahndet werden kann. Wegen des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit liegt diese Geldstrafe aber meist im dreistelligen Bereich. Landen schadstoffhaltige Dinge, etwa Altöl, auf solchen wilden Müllkippen, werden Privatpersonen mit vierstelligen Bußgeldern zur Kasse gebeten; für Unternehmen wird es noch teurer.

Zur Straftat wird die illegale Müllentsorgung laut Strafgesetzbuch, wenn die Abfälle der Umwelt schaden, sie also Wasser, Luft oder Boden nachhaltig verschmutzen oder eine solche Verunreinigung droht. Dann kann der Verursacher eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder eine Geldstrafe erhalten.


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