Rückhalt und Rückenwind erlangt Jugendkloster Ahmsen offiziell eingeweiht

Zufrieden mit dem bisher im Jugendkloster Erreichten ist Christian Thien (oben links), hier mit Vertretern der an der Umgestaltung beteiligten Institutionen. Foto: Tim GallandiZufrieden mit dem bisher im Jugendkloster Erreichten ist Christian Thien (oben links), hier mit Vertretern der an der Umgestaltung beteiligten Institutionen. Foto: Tim Gallandi

Lähden. Schüler haben sich religiös orientiert oder mit nachhaltiger Entwicklung beschäftigt, Firmlinge ihren Blick auf die Firmung gerichtet. Chöre kehrten zum Probenwochenende ein, Freiwilligendienstler bildeten sich fort. Seit vier Monaten läuft der Betrieb im Jugendkloster Ahmsen. Nun ist das Bildungs- und Begegnungshaus im Lähdener Ortsteil offiziell eingeweiht worden.

Welchen Wandel das ehemalige Exerzitienhaus genommen hat, wurde schon zu Beginn der Feier deutlich: Los ging es mit einem Gottesdienst in der Kapelle im Obergeschoss des Hauses, in das jetzt dank einer Gaube mehr Licht als zuvor fällt. Generalvikar Theo Paul spendete den kirchlichen Segen und sprach von einer „Faszination des Anfangs“, die im neuen Haus herrsche.

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„Was braucht es, um so ein Haus mit Leben zu füllen?“, fragte Irmgard Welling eingangs der anschließenden Feierstunde. Die Vorsitzende des Trägervereins Marstall Clemenswerth gab die Antwort gleich selbst: „Menschen, die dafür brennen, Visionen verfolgen, andere dabei mitnehmen.“ Mithin Leute wie Hausleiter Christian Thien und Bildungsreferent Michael Engbers.

Thien erwiderte das Lob mit Dank unter anderen an Theo Paul als „Ratgeber und Wegbegleiter“, an Bistumsleitung, Landkreis Emsland, Samtgemeinde Herzlake, Gemeinde Lähden und die bei der Umgestaltung tätigen Bauunternehmen. Er und seine Mitarbeiter (zurzeit ist ein 16-köpfiges Team am und im Jugendkloster tätig) hätten „Rückhalt und Rückenwind“ bekommen.

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„Die ersten Schritte scheinen gelungen. Es bleibt spannend, intensiv und innovativ“, resümierte Thien mit Blick auf das Erreichte und die anstehenden Aufgaben, denen man sich in Gemeinschaft mit dem Dorf Ahmsen sowie den Regionen Hasetal und Hümmling widmen wolle. Am Ende des Auftaktjahrs will das Jugendkloster 4000 Übernachtungen registriert haben, lautete das vor der Eröffnung gesteckte ehrgeizige Ziel. Auf dessen Erreichen deutet schon jetzt einiges hin. „Das ermutigt uns“, so der Hausleiter. Besonders in diesem und im kommenden Jahr stehen nach seinen Worten aber noch einige Aufgaben an. Beispielsweise soll ein Klosterkiosk geschaffen werden, um die Nahversorgung der Gäste sowie die dörflichen Strukturen und den Tourismus zu stärken.

Orientierung geben

Ein solches Jugendkloster könne in einer schnelllebigen, unübersichtlichen Zeit „ein Stück Orientierung geben“, stellte Landtagsabgeordneter Bernd-Carsten Hiebing (CDU) fest und sagte, ans Team des Hauses gewandt: „Ihr Netzwerk und Enthusiasmus sind bemerkenswert.“ Sigrid Kraujuttis, die die Glückwünsche des Landkreises Emsland überbrachte, ging ebenfalls auf das Gefühl einer sich scheinbar schneller drehenden Welt ein: „Mehr Möglichkeiten bedeuten auch mehr Entscheidungen für junge Menschen“, sagte die Sozialdezernentin. Da eröffne das Jugendkloster die Option, eine Auszeit von der sonst Smartphone-dominierten Umgebung zu nehmen. Mit seiner inhaltlichen Ausrichtung bediene das Haus „die Thema der Zeit, die nachgefragt werden“, etwa den Klimaschutz.

Der Gemeinschaftsraum im neuen Anbau des Nebengebäudes. Foto: Tim Gallandi


Wenngleich die endgültige Fertigstellung noch aussteht, „kann man auf das bisher Erreichte stolz sein“, urteilte der Lähdener Bürgermeister Franz Strüwing (CDU), der auf die Geschichte des Gebäude-Ensembles mit Stationen als Maristenkloster und Exerzitienhaus einging. „Nur durch das Mitwirken Vieler konnte das Haus so entwickelt werden, wie wir es heute vorfinden.“ Die Tradition der offenen Türen werde durch das Jugendkloster fortgeführt.



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