Anwohner aktiv für Amphibienschutz Nachbarschaftshilfe für Kröten der Herzlaker Busemühle

Packen gemeinsam an, damit die Amphibien zu ihren Laichgewässern gelangen: (v. l.) Dieter Both, Rudi Sordey und Rainer Krefft. Foto: Barbara Schwarz-SordeyPacken gemeinsam an, damit die Amphibien zu ihren Laichgewässern gelangen: (v. l.) Dieter Both, Rudi Sordey und Rainer Krefft. Foto: Barbara Schwarz-Sordey

Herzlake. Herzlake. Die Kröten haben ein Problem im Neubaugebiet Busemühle in Herzlake: Eine Straße zerschneidet ihren Lebensraum. Auf der Wanderung zwischen Überwinterungsgebiet und Laichgewässer kommen daher viele Tiere unter die Räder. Barbara Schwarz-Sordey wollte das nicht hinnehmen und wandte sich an den Naturschutzbund (Nabu).

Nach einem Ortstermin mit dem Nabu-Amphibienspezialisten Bernd Efken wurde die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Emsland, zuständig für den Artenschutz, eingeschaltet. Von dort aus stellte man Material für einen Amphibienschutzzaun zur Verfügung.

Nun war noch die Frage nach dem Aufbau und besonders nach der Betreuung des Zauns zu klären, denn die Fangeimer entlang eines solchen Zauns müssen von Mitte März bis nach Ostern jeden Morgen geprüft und gegebenenfalls geleert werden. Tatsächlich fand sich ein kleines Team aus der Nachbarschaft zusammen, das diese Arbeit gemeinsam in Angriff nahm. „Ein tolles Beispiel für bürgerliches Engagement für den Naturschutz“, lobt der Nabu in einer Pressemitteilung.

Schutzsystem funktioniert

„Besondes viel Arbeit hatten wir mit dem Ausheben der Löcher für die Eimer“, berichtet Barbara Schwarz-Sordey. Die Randstreifen seien bereits mit Schottersteinen verdichtet gewesen. Die ersten sechs Kröten, die im Eimer landeten, waren dann ein Grund zur Freude, denn offenbar funktioniert das Schutzsystem. „Wir wechseln uns wöchentlich mit der morgendlichen Sammelaktion ab und haben die nächsten fünf Wochen schon unter uns aufgeteilt.“ Allerdings sind weitere Mitstreiter herzlich willkommen, denn durch die Kälteeinbrüche kann sich die Krötenwanderung noch einige Wochen hinziehen. Die Amphibien wandern nur, wenn die Temperaturen in den Abendstunden über 7 Grad Celsius liegen.

Vorsicht geboten

Wer jetzt abends mit dem Auto unterwegs ist, wird sicherlich die eine oder andere Erdkröte bemerken, die unbeweglich auf der Straße sitzt. Leider überqueren diese Tiere nicht zügig die Straßen, sondern machen gern einmal auf dem etwas wärmeren Asphalt eine Ruhepause. „Da es nur an wenigen Stellen möglich und sinnvoll ist, Schutzzäune zu errichten, sollte man in diesen Wochen nach Möglichkeit Straßen meiden, die durch Feuchtgebiete führen“, rät der Nabu.

In anderen Landkreisen würden solche Straßen während der Laichwanderung sogar ganz gesperrt. Denn wenn jedes Jahr wieder ein erheblicher Anteil der Tiere „auf der Strecke bleibt“, kann in wenigen Jahren die gesamte Population erloschen sein.

Wer das Team an der Busemühle unterstützen möchte, melde sich beim Nabu, Tel. 059314099630.


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