Überraschungen beeinflussen Zeitplan Umbau des Lähdener Hofs zum Gesundheitszentrum läuft

Meine Nachrichten

Um das Thema Herzlake Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

"Willkommen im neuen Lähdener Hof“ soll es im Frühling heißen. Der Eingangsbereich, den Ulrich Schumacher und Christa Gödiker hier zeigen, wird noch umgestaltet. Foto: Tim Gallandi"Willkommen im neuen Lähdener Hof“ soll es im Frühling heißen. Der Eingangsbereich, den Ulrich Schumacher und Christa Gödiker hier zeigen, wird noch umgestaltet. Foto: Tim Gallandi

Lähden. Fünf Monate nach Schließung des Gasthauses ist wieder Leben in den Lähdener Hof eingezogen. Handwerker gestalten das Gebäude zu einem Zentrum für ganzheitliche Gesundheit um. Inhaberin Christa Gödiker und Architekt Ulrich Schumacher erläutern Details.

Im und ums Haus an der Ecke Hauptstraße/ Hüvener Straße wird vieles verändert, jedoch nicht alles. „Die Balustraden bleiben!“, stellt Christa Gödiker beim Blick auf den Eingangsbereich unmissverständlich klar. Nachdem bekannt geworden war, dass keine neue Gastronomie einziehen, sondern ein Gesundheitszentrum geschaffen wird, geriet die Lähdener Gerüchteküche ins Brodeln. Weshalb die künftige Betreiberin einige falsche Vermutungen ausräumen will: Nein, die Sparkassenfiliale unterm selben Dach wird nicht geschlossen. Nein, im ersten Stock werden keine Wohnungen für Monteure eingerichtet, sondern Gästeappartements. „Und nein, es entsteht kein Fitnessstudio.“

Wer als Stammgast oder gelegentlicher Besucher mit dem Lähdener Hof vertraut war, erkennt im Inneren schon jetzt, gut und gerne drei Monate vor Fertigstellung des Nachfolgebetriebs, kaum etwas wieder. Im Erdgeschoss ist, abgesehen von Säulen, tragenden Wänden, einigen Türen und zwei Sanitärräumen, fast nichts mehr vom alten Erscheinungsbild übrig. Ein Stockwerk höher sieht es ähnlich aus.

Zwischentüren wie diese gehören zu den letzten Überbleibseln des alten Lähdener Hofs. Foto: Tim Gallandi

Zum Start des Umbaus im vergangenen November wurde das Haus erst einmal sechs Wochen lang entkernt – und entrümpelt. „Über 100 Kubikmeter Schutt sind dabei zusammengekommen“, sagt Ulrich Schumacher. Der Lingener ist nicht nur Bauleiter, er zeichnet als Architekt auch verantwortlich für Aussehen und Funktionalität des neuen Gesundheitszentrums Lähdener Hof.

Es entsteht auf 1020 Quadratmetern; die Investitionssumme liegt bei rund 500 000 Euro. Zimmerer, Elektriker, Sanitär- und Heizungsbauer, Maler und andere Handwerker geben sich hier zurzeit die Klinke in die Hand. All das passiert in Zusammenarbeit mit Schumacher, dem Bauunternehmen Schulte, der ASP Projektentwicklung und Schubert Immobilien aus Wietmarschen.

Am Giebel ist noch die alte Aufschrift zu erkennen. Foto: Tim Gallandi

Eindrücke vom Rundgang gefällig? Wo früher der Schankraum war, wird sich künftig die Lobby erstrecken: mit dem Empfang, dem Wartebereich und einem Büro der Inhaberin. Nebenan, im früheren Saal, sind mehrere Zwischenwände gezogen worden. Sie gliedern die Fläche in einen Flur, einen Entspannungsraum, mehrere Physiotherapieräume sowie, am größten, den Gruppentherapieraum. Auch dort, wo sich die Theke befand, werden künftig Patienten therapiert.

Eine ganz andere Funktion bekommt der Gebäudeflügel, der einst das Restaurant beherbergte: Hier richtet Christa Gödiker eine Drogerie ein, in der in Kooperation mit einer Apotheke Heil- und Naturarzneimittel, Reformprodukte und Naturkosmetik erhältlich sein werden. Die Drogerie wird einen eigenen Eingang und andere Öffnungszeiten als der Therapiebereich haben, aber ebenso von diesem aus zugänglich sein.

Im ehemaligen Restaurant des Lähdener Hofs entsteht eine Drogerie. Foto: Tim Gallandi

Im ersten Stock, wo der ehemalige Gasthof acht Hotelzimmer bereithielt, werden neben einer Betriebswohnung fünf Appartements – zwei für vier Personen, drei für zwei Personen – geschaffen. In ihnen, ausgestattet mit Küche, Wohnbereich und Bädern, können Gäste und Patienten logieren, die eine Übernachtungsmöglichkeit brauchen. Das Hauptgebäude ist laut Gödiker und Schumacher fast 100 Jahre alt, der jüngste Anbau erst etwa 20 Jahre. „All das umzubauen birgt viele Überraschungen“, sagt die Lähdenerin.

So hätte niemand geahnt, dass unter dem PVC-Boden die alten Terrazzo-Fliesen zum Vorschein kommen würden. Einstige Gestaltungselemente, lange Jahre unter Estrich verborgen, die nun mühsam wieder freigelegt und ins neue Konzept einbezogen werden. Im früheren Saal deutet Christa Gödiker auf den Boden: Inmitten der hellen Fliesen befindet sich ein Quadrat aus dunklen Fliesen. „Das dunkle Feld war wohl die ehemalige Tanzfläche“, vermutet sie. In Zukunft werden hier Therapien in Rücken- und Haltungsschule angeboten. „Das ist dann auch im Sinne der Bewegung.“

Der ehemalige Saaleingang wird künftig nur als Fluchtweg genutzt und noch entsprechend hergerichtet. Foto: Tim Gallandi

Wegen dieser und anderer Überraschungen (hinter einem Kompressor-Verschlag tauchte ein von innen zugemauertes Fenster auf) musste das Team den Zeitplan nach hinten verschieben. Momentan visiert es die Fertigstellung für Ende April, Anfang Mai an. Bis dahin ist noch viel zu tun: Alle kleineren Fenster werden ausgetauscht, schallschluckende Akustikdecken eingesetzt, Wände verputzt und neu gestrichen. Von außen, wo an der Fassade noch die Umrisse der alten Aufschrift erkennbar sind, ist ebenfalls ein neuer Anstrich geplant. Und auch der Bereich hinter den Balustraden wird neu gestaltet. Alles im Sinn des Konzepts, alte Bauelemente mit modernem Interieur und einem aufgefrischten Erscheinungsbild zu verbinden.

Hinter einem Verschlag im hinteren Bereich des Lähdener Hofs kam ein schmales Fenster zum Vorschein. Foto: Tim Gallandi

Bislang betreibt Christa Gödiker ihre Praxis in Haselünne. Der Platz im Ärztehaus Hasemed reicht jedoch längst nicht mehr aus: „Wir haben dringenden Erweiterungsbedarf.“ Seit Längerem suchte sie daher nach einem neuen Standort, der sich idealerweise mit Unterkunftsmöglichkeiten für auswärtige Patienten koppeln ließe. Denn ihr Patientenkreis erstreckt sich über die Region hinaus, umfasst beispielsweise ausländische Geschäftsleute. Fündig wurde sie schließlich beim Lähdener Hof.

Gödiker wuchs im Haselünner Ortsteil Westerlohmühlen auf, aber da ihr Mann aus Lähden stammt, wohnt auch sie seit 20 Jahren in der Südhümmling-Gemeinde. Sie ist gelernte Osteopathin und Krankengymnastin, Bachelor of Science (B.Sc.) in Komplementärer Medizin und Master of Science (M.Sc.) in Naturheilverfahren und Komplementärer Medizin.

Das zurzeit sechsköpfige Team um Gödiker verbindet nach ihren Worten „schulmedizinische und naturheilkundliche Diagnostiken und Therapien zu einem ganzheitlichen Präventions- und Behandlungskonzept“. Das Angebot umfasst unter anderem Akupunktur, Bewegungsanalyse, Entspannungstherapie, Ernährungstherapie, Krankengymnastik, Osteopathie, Physiotherapie, Rücken- und Haltungsschule. Für das neue Gesundheitszentrum sucht Christa Gödiker noch nach weiteren Fachtherapeuten.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN