„Wir werden anders nach Hause fahren, als wir gekommen sind“ Oberstufenschüler aus Gehrden erste Gäste im Jugendkloster Ahmsen

Von Martin Reinholz


Lähden. Schüler der Jahrgangsstufen 11 und 12 des Matthias-Claudius-Gymnasiums (MCG) in Gehrden haben als erste Gruppe „Tage religiöser Orientierung“ im Jugendkloster Ahmsen verbracht. In den abschließenden Statements der Oberstufenschüler finden sich zahlreiche Superlativen in Bezug auf das Ahmsener Kloster, die dortigen Mitarbeiter, das gesamte Umfeld und das Programm der vier Tage.

Das Jugendkloster Ahmsen ist seit Beginn des Jahres ein Bildungs- und Begegnungshaus unter dem Dach der Jugendbildungsstätte Marstall Clemenswerth in Sögel. Die 19 Oberstufenschüler reisten gemeinsam mit ihrem Fachlehrer Ludger Deters an. Deters ist in Ahmsen kein Unbekannter, wuchs er doch in dem beschaulichen Ort auf und war sowohl aktiver Laiendarsteller auf der Waldbühne als auch häufiger Gast im damals von den Maristenpatres geleiteten Kloster Ahmsen. Erst im September 2018 gab er mit seinem Kurs darstellendes Spiel des MCG mit „Madame Laurent und ihre Kinder“ ein Gastspiel auf der Waldbühne Ahmsen.

An den vier Tagen im Jugendkloster beschäftigten sich die Schüler, die sowohl Katholiken als auch Protestanten oder konfessionslos waren, mit unterschiedlichen Fragen und Themen zum Glauben. So wurden Bibelstellen erörtert, mit unterschiedlichen Referenten über deren Sicht des Glaubens und auch über Glaubenserfahrungen diskutiert.

Kreativaufgaben und Ruhemomente

Zahlreiche Meditationen, Ruhemomente in der Kapelle, gemeinsame Spiele und Kreativaufgaben rundeten das Programm ab. Bernd Rickermann gab den Jugendlichen einen Einblick in die BeLu-Ugandahilfe und zeigte zahlreiche Bilder seiner Aufenthalte in dem ostafrikanischen Land.

Zum Abschluss feierten die Oberstufenschüler gemeinsam mit Franziskanerpater Vijay einen selbst gestalteten Gottesdienst in der Klosterkapelle. Zur Einführung stellte der Schüler Malte Nebel fest: „Wir werden anders nach Hause fahren, als wir gekommen sind“. Zwischen den Mitschülern habe es in den Tagen „viele gute Begegnungen“ gegeben, meinte der 16-Jährige. Zum Gottesdienst gehörte auch ein gemeinsamer Tanz zum Lied „Ursprung aller Freude“.

Toleranz gesteigert

Der 15-jährige Isaac Galuppo, der zwar nach eigenen Angaben katholisch ist, es aber „nicht so mit der Kirche“ habe, resümierte gegenüber unserer Zeitung, dass die Tage in Ahmsen bei ihm die „Toleranz gegenüber dem Glauben gesteigert“ haben. Beeindruckt sei er vor allem von dem Glaubensbekenntnis der Franziskanerpatres gewesen. Auf das Jugendkloster Ahmsen angesprochen, lobte er die „Super-Versorgung“ des Hauses. Zudem seien die Mitarbeiter alle „offen und freundlich“.

„Eigentlich bin ich ohne jegliche Erwartung nach Ahmsen gekommen“, gestand der 17-jährige Julius Kaspari, der auch als Darsteller beim letztjährigen Gastspiel dabei war. Die Tage hätten jedoch ein „überraschendes Ende“, da er „total positiv überrascht“ sei, von der Offenheit und den tollen Gesprächen mit den Mitschülern. Das Jugendkloster habe ihn durch „tolle Räumlichkeiten und einem guten Personal, das immer für uns da war“, beeindruckt.

„Tolle Stille“

Marlene Wybraniec, die im vergangenen Jahr die Madame Laurent verkörperte, war von den Tagen in Ahmsen ebenfalls begeistert. „Obwohl wir uns zum Teil noch gar nicht so gut kannten, hatten wir untereinander offene, gute und tief gehende Gespräche, die mich berührt haben“, sagte die 18-Jährige. Besonders die „tolle Stille“ im Umfeld des Jugendklosters habe ihr sehr gefallen.

Total begeistert war auch Ludger Deters. „Neben den vielen tollen Erfahrungen mit meinen Schülern, kamen zahlreiche Erinnerungen aus meiner Jugend zurück“, meinte der Pädagoge. Er sah das Jugendkloster für die Zukunft „sehr gut aufgestellt“. Sein besonderer Dank galt neben den „sehr motivierten Mitarbeitern“ vor allem Christian Thien für sein Engagement.

Sowohl Thien als auch Lähdens Bürgermeister Franz Strüwing, der eigens zum Abschlussgottesdienst nach Ahmsen gekommen war, dankten den Schülern und Ludger Deters für den Besuch des Jugendklosters. Strüwing erinnerte zudem an das Gastspiel der Gehrdener Schüler im vergangenen Jahr, das „noch lange positiver Gesprächsstoff bei uns in der Gemeinde war“.


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