Fertigung neuer Ersatzteile Kirchturmuhr in Herzlake wird repariert

Die Zeit ist stehen geblieben in Herzlake, jedenfalls ihre Messung durch die Uhr der St.-Nikolaus-Kirche. Inzwischen sind die Reparaturarbeiten im Gange. Foto: Tim GallandiDie Zeit ist stehen geblieben in Herzlake, jedenfalls ihre Messung durch die Uhr der St.-Nikolaus-Kirche. Inzwischen sind die Reparaturarbeiten im Gange. Foto: Tim Gallandi

Herzlake. Stehen geblieben ist die Turmuhr der St.-Nikolaus-Kirche in Herzlake. Um sie neu in Gang zu setzen, sind umfangreiche Reparaturen nötig. Bis zum Weihnachtsmarkt am vierten Advent soll die Uhr wieder laufen und schlagen.

In Herzlake ist es permanent 20 Minuten vor zwölf: Diesen Eindruck könnte gewinnen, wer sich ausschließlich an der Turmuhr der St.-Nikolaus-Kirche in der Ortsmitte orientierte und dem Wechsel der Tageszeiten keine Beachtung schenkte.

Tatsächlich sind die Zeiger um 20 vor zwölf stehengeblieben, weil das Uhrwerk just zu diesem Zeitpunkt den Geist aufgegeben hat. Das geschah um das jüngste Pfingstwochenende, wie Gerd Schulterobben auf Anfrage unserer Redaktion berichtete.

Erneuert werden müssen wichtige Bestandteile des Turmuhrwerks in Herzlake. Foto: Martin Linger


Schulterobben ist Vorsitzender des Kirchenvorstands St. Nikolaus Herzlake, dessen Mitglieder die Firma Diegner & Schade aus Dorsten im nördlichen Ruhrgebiet zu Rate zogen. Die Fachleute des Unternehmens, das unter anderem Elektro- und Glockenantriebsmotoren, Turm- und Gebäudeuhren baut und wartet, stellten fest, dass eine umfangreiche Reparatur unumgänglich ist.

Denn an dem mehr als 150 Jahre alten Uhrwerk zeigten sich starke Verschleißspuren. Am deutlichsten sichtbar waren sie an den Zahnrädern, die schon derart rundgelaufen waren, dass auf dem Boden unter ihnen das gemahlene Messing lag. "Es gibt für dieses Uhrwerk keine Ersatzteile mehr", sagte Schulterobben. "Deshalb müssen defekte und verschlissene Teile aufwendig per Hand neu gefertigt werden."

Hinter der blauen Platte oberhalb des Uhrwerks befindet sich das Ziffernblatt der Kirchturmuhr. Foto: Martin Linger


Auf der Aufgabenliste von Diegner & Schade steht somit, die mechanische Turmuhr mit 4/4- und Vollschlag komplett zu überholen. Vor wenigen Wochen machten sich Fachleute an die Arbeit: Sie zerlegten das Turmwerk und reinigten die Bestandteile. Was kaputt und verschlissen war, wurde nach Dorsten mitgenommen, damit dort Ersatz hergestellt werden kann.

Sämtliche Lager, Seilrollen und mechanische Teile werden überprüft, wieder zusammengebaut und justiert. Auch am Schneckenrad ist ein deutlicher Abrieb zu erkennen. Es muss erneuert werden, damit das mechanische Turmuhrwerk in Betrieb bleiben kann.

Das mechanische Uhrwerk ist bereits mehr als 150 Jahre alt. Foto: Martin Linger


Notwendig ist außerdem die Erneuerung von sechs Drahtseilrollen. Ebenso werden die Hängeeisen zweier Glocken im Werk instand gesetzt und anschließend wieder montiert.

All das kostet Zeit: Wegen der Einzelanfertigungen nimmt das ganze Vorhaben sechs bis acht Wochen in Anspruch. "Pünktlich zum Weihnachtsmarkt am vierten Advent soll die Uhr wieder schlagen", kündigte Schulterobben an. Die Gesamtkosten der Erneuerung betragen rund 12.000 Euro; finanziell unterstützt wird die Reparatur durch den Handel- und Gewerbeverein Herzlake.


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