Theatergruppe präsentiert gelungene Premiere Dohren befindet sich im Disco-Fieber

Von Martin Reinholz

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Die Theatergruppe Dohren bei ihrer Premiere im Bienenkorb: Dorothee Dall (von links), Marion Determann und Doris Fischer. Foto: Martin ReinholzDie Theatergruppe Dohren bei ihrer Premiere im Bienenkorb: Dorothee Dall (von links), Marion Determann und Doris Fischer. Foto: Martin Reinholz

Dohren. Die Theatergruppe Dohren hat mit der Premiere der Plattdeutschen Komödie in drei Akten „För immer Disco“ von Andreas Wening eine fulminante Vorstellung geboten. Zahlreiche witzige und zum Teil hintergründige Dialoge, hervorragende schauspielerische Leistungen und schließlich fetzige Discomusik begeisterten die Premierenbesucher im Dohrener Bienenkorb.

Die Discoszene der 1980er Jahre in Dohren erlebte ein Comeback. Die Aufführung unter der Spielleitung von Martin Kemper bewog die Theatergäste zu lang anhaltendem Applaus bei vielen Spielszenen.

Birgit Fieseberg (Martina Harmann) fällt aus allen Wolken: Ihr Mann, Schreinermeister Andreas Fieseberg (Werner Linger) war ein Popstar. Zusammen mit seinem früheren Kumpel Bodo Käselau (Heinz Hus) mischte er in den 80ern als Gesangsduo Glitterboys die Discoszene auf. Beide tingelten als günstig zu buchendes Modern-Talking-Double über Land.

Revival-Tournee

Ausgerechnet jetzt möchte die ehrgeizige Eventmanagerin Regina Rautenstengel (Marion Determann) das in die Jahre gekommene Duo auf eine lukrative Revival-Tournee schicken. Während dieses mit Gesangsübungen, Botox- und Hormoninjektionen zu kämpfen hat, entpuppt sich Andreas‘ Gattin als knallharte Geschäftsfrau. Kurzerhand wird das Haus der Fiesenbergs zur Kulisse der Promikochsendung „Schmausen wie die Stars“, und der arrogante Fernsehproduzent Victor Winsel (Carsten Janning) mitsamt der „Klatschspalten-Nacktschnecke“ Coco Cabana (Tanja Fröhleke) wirbeln von nun an den Haushalt kräftig durcheinander.

Weitere Farbe ins Spiel bringen die Fanclub-Leiterin Elvira Puvogel (Doris Fischer), ständig auf der Suche nach Souvenirs der Stars, der Hausarzt Dr. Richard Wurm (Christoph Hemmen) und die Journalistin Jana Schneckenreiter (Kristel Decker-Vorwerk). Zum Showdown kommt es dann durch den Auftritt des Tanzlehrers Hossa Rodrigeuz (Thorsten Wester) und Verwirrungen um die Tochter des Hauses Lena (Dorothee Dall).

Witzige Wortduelle

Werner Linger und Heinz Hus gefallen mit Spielwitz und schauspielerischer Routine in ihren Rollen als die „legendären Glitterboys“. Gemeinsam mit Martina Harmann als Birgit Fiesenberg liefern sich die drei Darsteller witzige Wortduelle. Dorothee Dall zeigt durch ihre Darstellung der Tochter des Hauses, Lena, dass sie in der Theatergruppe angekommen ist und ihre Rolle überzeugend ausfüllt. Dass die Theatergruppe Dohren über ein großes Potenzial an guten Schauspielern verfügt, zeigt die Besetzung von kleineren Nebenrollen durch Carsten Janning und Christoph Hemmen. Beide präsentieren ihre nicht ganz so großen Rollen perfekt.

Ein freudiges Wiedersehen gibt es mit der langjährigen Darstellerin Doris Fischer. Sie blüht in ihrer Rolle als durchgeknallte Fan-Club-Leiterin auf. Perfekt besetzt sind auch die Rollen des Models Coco Cabana mit Tanja Fröhleke, der Eventmanagerin Regina Rautenstengel mit Marion Determann und der Fotografin Jana Schneckenreiter mit Kristel Decker-Vorwerk. Applausstürme und Begeisterungsrufe löste Thorsten Wester als Tanzlehrer Hossa Rodriguez aus. Im vollkommenen 80er-Jahre-Outfit versucht er den beiden in die Jahre gekommenen Glitterboys den richtigen Hüftschwung beizubringen.

Überraschung am Schluss

Die Aufführung der Dohrener Laienspielschar sorgte mit viel Wortwitz und bunten Kostümen für Kurzweil. Trotz aller Leichtigkeit und der durchweg lustigen Grundstimmung wird zum Ende des Stücks auch ein tieferer Sinn deutlich: Das Streben nach Erfolg und Reichtum offenbart mehr Schein als Sein. Eine Anspielung auf zahlreiche heutige Medienformate, die schnellen Ruhm und Reichtum vorgaukeln.

Dabei gibt es zum Ende des Stücks eine unerwartete Wendung, auf die sich die Theaterbesucher freuen dürfen. „Solch einen Ausgang des Stücks hat sicher niemand erwartet“, sagte Spielleiter Martin Kemper am Ende der Premiere.

Die nächste Aufführung ist am Mittwoch, 7. November, um 14:30 Uhr für Senioren mit einer Kaffeetafel. Weitere Aufführungen sind am Sonntag, 11. November, um 19.30 Uhr und an den Sonntagen 18. und 25. November jeweils um 16 Uhr. Karten gibt es nur an der jeweiligen Abend- oder Tageskasse. Einlass ist jeweils eine Stunde vor Spielbeginn. Weitere Info unter www.theater-dohren.de.


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