„So etwas wäre eine Katastrophe“ Herzlake lehnt Atommüll-Endlager ab

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Bis 2031 soll ein Endlager für hochradioaktiven Atommüll gefunden werden. Im Emsland gebe es fünf potenziell mögliche Orte dafür, sagt die Initiative „Ausgestrahlt“. Symbolfoto: Sophia Kembowski/dpaBis 2031 soll ein Endlager für hochradioaktiven Atommüll gefunden werden. Im Emsland gebe es fünf potenziell mögliche Orte dafür, sagt die Initiative „Ausgestrahlt“. Symbolfoto: Sophia Kembowski/dpa

Herzlake. Die Nachricht, das fünf emsländische Orte auf einer Liste möglicher Standorte für ein Atommüll-Endlager auftauchen (wir berichteten), hat in der Region Aufsehen und Ablehnung hervorgerufen. So auch in der Samtgemeinde Herzlake, einem der genannten Orte.

Die Berichterstattung habe ihn „total überrascht“, bekundete Herzlakes Samtgemeindebürgermeister Ludwig Pleus auf Anfrage unserer Redaktion. „Ich war mehr als erschrocken.“ Ihm sei nicht bekannt, dass es je Bodenuntersuchungen zu genau diesem Zweck in Dohren, Herzlake oder Lähden gegeben hätte. Wie und warum die Kommune daher auf die von der Anti-Atom-Organisation „Ausgestrahlt“ veröffentlichte Liste gelangte, ist Pleus ein Rätsel.

Klar ist hingegen seine Haltung zu diesem Thema: „So etwas wäre eine Katastrophe.“ Die Samtgemeinde mit einem Atommüll-Endlager in Verbindung zu bringen, sieht er als „kontraproduktiv für jegliche wirtschaftliche Entwicklungen“. Pleus bekräftigte: „Wir werden alles versuchen, es zu verhindern.“ 

Auch Standorte im Emsland sind in dieser Karte der Anti-Atomorganisation "ausgestrahlt" eingezeichnet. Quelle: ausgestrahlt.de/Grafik: NOZ/Heiner Wittwer


„Ausgestrahlt“ hatte eine Karte veröffentlicht, auf der 129 Orte in Deutschland eingezeichnet sind, die wegen ihrer Bodenbeschaffenheit für ein Atommüll-Endlager in Frage kommen könnten. Die Organisation beruft sich auf Studien unter anderem der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe. Neben Herzlake sind aus dem Emsland Neusustrum, Oberlanger Tenge, Wahn sowie Lingen-Baccum aufgeführt.

„Ausgestrahlt“ erklärt, die eingezeichneten Gebiete seien noch nicht von offizieller Seite ausgewählt. Jedoch gebe das vom Bundestag beschlossene Standort-Auswahlverfahren den Menschen in den betroffenen Regionen keine Rechte auf Mitbestimmung. Die Organisation will auf diesen Umstand aufmerksam machen und fordert: „Bei der Auswahl von Lagerstätten für Atommüll muss die betroffene Bevölkerung mit einbezogen werden und mitbestimmen können.“


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