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27.09.2018, 18:35 Uhr KOMMENTAR

Durch Kneipensterben büßt die Dorfkultur ein

Kommentar von Tim Gallandi

Bisher Gastronomie mit Restaurant und Festsaal, wird der Lähdener Hof künftig ein Gesundheitszentrum beherbergen. Foto: Tim GallandiBisher Gastronomie mit Restaurant und Festsaal, wird der Lähdener Hof künftig ein Gesundheitszentrum beherbergen. Foto: Tim Gallandi

Lähden. Das Aus des Lähdener Hofs als Gaststätte bedeutet einen Verlust für die Dorfkultur im Südhümmling-Ort. Gegensteuern lässt sich allenfalls durch enormen Aufwand, auch finanzieller Art. Ein Kommentar.

Das Ende der letzten Gaststätte mit Saal ist ein herber Verlust für Lähden. Wenn Politik und Verwaltung an anderer Stelle im Ort Ersatz schaffen wollen, stehen sie vor einer gewaltigen Aufgabe.

Wo der Zapfhahn einmal geschlossen ist, bleibt er es meist, gerade auf dem Land. Eine Ursache liegt im veränderten Freizeitverhalten. Unter der Woche zieht es nur wenige Leute in die Kneipe, am Wochenende locken die Städte mit mehr Auswahl. Enorm Kasse machen können Dorfwirte nicht. Den Nachwuchs, außer er ist sehr idealistisch, motiviert das kaum, den Betrieb zu übernehmen.

In ländlichen Regionen geht damit mehr verloren als nur das Tresengespräch beim Feierabendbier. Eingebüßt werden auch Orte mit Ambiente, die Touristen zur Einkehr laden und Platz für Ereignisse mit viel Publikum bieten, von der Hochzeitsfeier bis zur politischen Diskussion. Bedroht ist mithin ein Stück der Dorfkultur.

Gegensteuern ist geboten. Jedoch wird dies ohne massive logistische und finanzielle Anstrengungen nicht funktionieren.


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