Rekordmann auf der Aschenbahn Herzlaker stellte heutigen Uralt-Kreisrekord über 100 Meter auf

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In der Liste der ältesten Leichtathletik-Rekorde im Kreis Emsland belegt Bernd Barlage Rang eins. Quelle: www.emsland-leichtathletik.de/ Illustration: colourbox.de/ Grafik: NOZ/Heiner WittwerIn der Liste der ältesten Leichtathletik-Rekorde im Kreis Emsland belegt Bernd Barlage Rang eins. Quelle: www.emsland-leichtathletik.de/ Illustration: colourbox.de/ Grafik: NOZ/Heiner Wittwer

Herzlake. Der am längsten bestehende Rekord in einer Leichtathletik-Disziplin im Emsland ist beinahe 53 Jahre alt. Aufgestellt hat ihn ein gebürtiger Herzlaker, der Sprinter Bernd Barlage.

Am 12. September 1965 ging Barlage für den VfL Handrup bei einem Wettkampf in Delmenhorst an den Start. Den Sprint über 100 Meter legte der damals 18-jährige Herzlaker in handgestoppten 10,4 Sekunden zurück. Diese Zeit ist emsländischer Bestwert, bis heute. Wobei sich Barlage seinen Platz in den Kreisrekord-Annalen inzwischen mit Martin Gloger teilt: Nach Einführung der elektronischen Zeitmessung bewältigte der Athlet des TV Meppen die Königsdisziplin am 4. September 1982 in 10,68 Sekunden.

Eifriger Chronist der Sportkarriere Bernd Barlages ist Bernd-Willi Deiters. Das Herzlaker Leichtathletik-Original, nur wenige Monate älter als Barlage, hat Erfolge und Rekorde des Mannes zusammengetragen, mit dem er zeitweise parallel sportlich aktiv war.

Schneller als der Ball

Geboren am 3. Februar 1947 in Herzlake, entdeckte Barlage in jungen Jahren sein Sporttalent. Läuferisch mit ihm mitzuhalten, war für seine Freunde schier unmöglich. „Wenn er Fußball gespielt hat, war er manchmal schneller als der Ball“, blickt Deiters zurück und lacht.

Bald schloss sich Barlage dem VfL im benachbarten Handrup an, wo er auch das Gymnasium Leoninum besuchte. Einen Teil des Lauftrainings absolvierte er jedoch weiterhin in Herzlake, mitunter auf denselben Strecken wie Deiters. „Bevor ich als Langstreckler in die Pötte kam“, erinnert sich dieser, „hatte er schon einen Vorsprung.“

(Lesen Sie auch: Wie Herzlake zum Marathon-Ausrichter wurde)

Seine ersten Erfolge verzeichnete Barlage 1965: Er wurde Niedersächsischer Jugendmeister über 100 m (in 10,6 Sekunden) und im Weitsprung (mit 7,10 Meter) sowie Dritter der Deutschen Jugendmeisterschaften über 100 m (in 10,7 Sekunden).

Universiade-Teilnehmer

Als er nach dem Abitur das Emsland verließ, um Zahnmedizin zu studieren, wechselte er zu Hannover 96, dann zum MTV Vater Jahn Peine. Weitere gute Platzierungen bei nationalen Freiluft- und Hallentitelkämpfen schlossen sich an, ebenso wie bemerkenswerte Resultate als Staffelläufer. Mit der deutschen Studentenauswahl reiste er 1967 zur Universiade nach Tokio, wo er als Teil der 4 x 100 m-Staffel hauchdünn Bronze verpasste: 40,4 Sekunden brachten letztlich Rang vier. 1969 wurde der Emsländer Deutscher Hochschulmeister über 100 m (in 10,5 Sekunden). Die persönliche Bestzeit aus Delmenhorst sollte er aber nicht mehr übertrumpfen.

Nach dem Ende der Laufbahn ließ sich Barlage als Zahnarzt in Münster nieder. Dort starb er am 9. Oktober 2014 im Alter von 67 Jahren. Sein Rekord existiert weiterhin, „erzielt auf der Aschenbahn“, unterstreicht Deiters, „nicht auf Tartan, wie heute üblich.“ Noch 2017 hätte er es damit deutschlandweit unter die 30 besten Sprinter des Jahres geschafft.


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