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Am 19. August 2018 Streit um die alte Schule: Bürger in Herßum stimmen ab

Von Martin Reinholz

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Lähden. Die Gemeinde Lähden hat bei einer Bürgerversammlung in Herßum über die Möglichkeit einer Sanierung der alten Schule und der Erweiterung des Sportlerheims im Rahmen der Dorferneuerung informiert.

Eine Abstimmung der Herßumer zur Entscheidungsfindung des Rates der Gemeinde Lähden, der letztlich die Entscheidung treffen muss, soll am Sonntag, 19. August, stattfinden. Herßum gehört neben den Ortsteilen Holte und Lastrup seit 2014 zum Förderprogramm Dorfentwicklung in der Gemeinde Lähden.

Ein Arbeitskreis bringt Ideen vor, die mit dem Förderprogramm verwirklicht werden sollen. Dabei tauchte die Frage auf, ob die alte Schule, auch als Jugendheim bezeichnet, saniert und weiter genutzt oder das Sportlerheim am Sportplatz erweitert werden soll. In Herßum mit seinen etwa 480 Einwohnern hat sich eine Bürgerinitiative „Pro Jugendheim“ gegründet.

Zur Bürgerversammlung in der alten Schule kamen etwa 100 Einwohner. Das Planungsbüro Többen, Haselünne, hat drei Varianten erarbeitet. Variante eins sieht eine Sanierung des Schulgebäudes vor, erklärte Planer Michael Feß. Der Anbau würde so umgebaut, dass die Räume zu Abstellzwecken genutzt werden können. Zusätzliche Räumlichkeiten wie ein von der Landjugend gewünschter Gruppenraum werden nicht geschaffen. Die Gesamtkosten bezifferte Feß auf 235.000 Euro.

Variante zwei sehe ebenfalls eine Sanierung des alten Schulgebäudes vor. Der Anbau würde abgerissen und durch einen aktuellen Vorschriften entsprechenden Neubau ersetzt. Die Kostenschätzung hierfür liege bei 412.000 Euro, sagte Feß.

Variante drei ist ein Anbau an den am Herßumer Sportplatz befindlichen Sportlerheim. Dabei werde der Saal vergrößert, mit der Möglichkeit ihn räumlich zu teilen. Zudem würde ein separater Gruppenraum für die Landjugend geschaffen. Eine Toilette, die auch als öffentliches WC nutzbar wäre, würde das Gebäude ergänzen. Die Kosten hierfür schätzt das Planungsbüro Többen auf 180.000 Euro.

Bürgermeister Franz Strüwing resümierte, dass nur die Realisierung der Variante eins oder drei für die Gemeinde finanzierbar sei. Strüwing stellte klar, dass es bezüglich eines Verkaufs der alten Schule „keinerlei Entscheidungen“ gefallen seien.

Die folgende Diskussion machte deutlich, dass in Herßum reichlich Fehlinformationen unterwegs waren. Strüwing meint, dass das Abstimmungsergebnis die Meinungsbildung im Gemeinderat beeinflussen werde. Jedoch sei jedes Ratsmitglied in seiner Abstimmung frei. Ferner rief der Bürgermeister dazu auf, eine Abstimmung sowohl der Bürgerschaft und anschließend des Gemeinderates zu akzeptieren und zu respektieren.

Die Abstimmung findet am Sonntag, 19. August, von 10 Uhr bis 17 Uhr im Herßumer Schützenhaus statt. Wer an dem Sonntag verhindert ist, kann am Donnerstag, 16. August, in der Zeit von 9.30 Uhr bis 12 Uhr und von 14 Uhr bis 18 Uhr sowie am Freitag, 17. August, in der Zeit von 8:30 Uhr bis 12.30 Uhr im Rathaus in Herzlake abstimmen. Die öffentliche Auszählung findet dann am Wahltag ab 17 Uhr statt. Aufgerufen zur Stimmabgabe sind 408 Wahlberechtigte ab dem 16. Lebensjahr, teilte Gemeindedirektor Ludwig Pleus mit.


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