Filmprojektor soll in Schulen surren Gemeinde Herzlake will Mobiles Kino retten

Von Tim Gallandi

Das Mobile Kino in Herzlake soll durch Verlagerung in den Schulbereich gerettet werden. Foto: Tim Gallandi • Grafik: NOZ/Heiner WittwerDas Mobile Kino in Herzlake soll durch Verlagerung in den Schulbereich gerettet werden. Foto: Tim Gallandi • Grafik: NOZ/Heiner Wittwer

Herzlake. Das Mobile Kino für Kinder in Herzlake leidet unter Zuschauermangel. Der Kulturausschuss der Gemeinde hat daher empfohlen, das Angebot zu einer Schulveranstaltung zu machen.

„Film ab!“ heißt es schon seit rund zwei Jahrzehnten regelmäßig in Herzlake. Der Kulturbahnhof wird dabei achtmal jährlich zum Kinosaal – von Januar bis April sowie von September bis Dezember je einmal im Monat. Angesprochen sind Kinder von etwa fünf bis elf Jahren; gezeigt werden Filme wie „Der kleine Prinz“, „Pettersson und Findus“, „Alles steht Kopf“ und „Findet Dorie“. Leinwand, Projektor, Tonanlagen und die Filme selbst werden von einem Team aus Oldenburg mitgebracht und installiert.

In jüngerer Zeit bleiben allerdings mehr und mehr die Zuschauer weg, wie Marlies Maas im Kulturausschuss erläuterte. Die Fachbereichsleiterin Kultur rechnete vor, dass die Zahl der Besucher im vergangenen Jahr viermal im einstelligen Bereich geblieben sei; nur einmal waren es mehr als 20 Gäste. Ein negativer Trend, der sich 2018 fortsetzt: Im Januar verzeichnete man elf Besucher, im Februar zehn, im März nur einen, im April lediglich zwei.

Bereitschaft signalisiert

„Dafür können wir nicht die ganze Mannschaft aus Oldenburg kommen lassen“, sagte Maas. „So kann es nicht weitergehen.“ Das gelte auch für den finanziellen Aspekt: 2017 hinterließ das Mobile Kino unterm Strich ein Defizit von 617 Euro bei der Gemeinde.

Eine mögliche Lösung sieht Maas darin, die Vorstellungen unter dem Dach der Schulen zu veranstalten – und das im Wortsinn: Statt die Kinder zum Kulturbahnhof fahren zu müssen, könnten diese die Kinovorstellungen während des Vormittagsunterrichts erleben. In ersten Gesprächen hätten die Leiterinnen der Grundschulen schon Bereitschaft signalisiert, so die Kulturamtsleiterin.

Der Kulturausschuss empfahl letztlich geschlossen, das Mobile Kino zu einer Angelegenheit der Schulen – und damit der Samtgemeinde Herzlake – zu machen. Ebenso ist geplant, mit dem Handel- und Gewerbeverein sowie der Sparkasse zu klären, ob diese ihre bisherige Co-Finanzierung der Veranstaltungen aufrecht erhalten würden.


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