Kreis Emsland lehnt Vollsanierung ab Dohrener kritisieren schlechten Zustand der Kreisstraße 262

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Einem Flickenteppich gleicht die Kreisstraße 262 in Dohren. Foto: Tim GallandiEinem Flickenteppich gleicht die Kreisstraße 262 in Dohren. Foto: Tim Gallandi

Dohren. Die Kreisstraße 262 von Dohren nach Grafeld ist in schlechtem Zustand, sehr zum Leidwesen der Anwohner. Allerdings sieht der Landkreis Emsland keinen Vorrang zu einer vollflächigen Sanierung.

Vor „Straßenschäden“ warnt ein Schild alle, die vom Dohrener Ortskern kommend in die Grafelder Straße einbiegen. An manchen anderen Stellen mag diese Warnung übertrieben sein, hier hat sie Berechtigung: Die Strecke ist uneben und von Bodenwellen durchzogen; mehr als Tempo 70 lässt sich, obwohl außerorts, nicht empfehlen. Überbleibsel von Teer und Splitt deuten darauf hin, dass in jüngerer Vergangenheit Schlaglöcher gestopft wurden. In diesem Zustand geht es weiter bis zur Kreisgrenze. Markierungen auf der Fahrbahn existieren ebenso wenig wie ein Radweg.

„Als ich ein Kind war, ist die Straße mal verbreitert worden“, sagt Bernhard Wehlage. Er steht an der Einfahrt zu seinem Grundstück und deutet auf die andere Fahrbahnseite. „Seitdem wurde nichts mehr gemacht, außer der Flickschusterei, die seit Jahrzehnten betrieben wird.“ Wehlage muss es wissen, er wohnt hier schon seit ganzes Leben, seit 1963. Er und seine Familie fordern, die Strecke umfassend zu sanieren.

Gefahrenpotenzial

Der Landwirt zählt mehrere Gründe auf: So verlören Autos wegen der Straßenschäden bereits bei mäßiger Geschwindigkeit die Bodenhaftung. Das gehe nicht nur zulasten der Stoßdämpfer: „Noch vor Kurzem prallte ein Kraftfahrer auf gerader Strecke frontal gegen einen Baum.“ Hinzu komme die Lärmbelastung: „Lkw und Traktoren verursachen ein von Weitem hörbares, lautes Poltern und Getöse, sodass man nachts aus dem Schlaf gerissen wird.“

Neben Lautstärke und Gefahrenpotenzial, auch für Radtouristen, gibt es für Wehlage eine weitere Quelle des Ärgers, nämlich die Teer- und Splittreste der notdürftigen Ausbesserungen: „Unser Sohn sitzt im Rollstuhl, und dadurch geraten diese Reste immer wieder in unsere Wohnung.“

„Keine Priorität“

Für eine Komplettsanierung der K262 bestehe keine Priorität, sagt jedoch der Landkreis Emsland. Der 2,4 Kilometer lange Abschnitt auf emsländischem Gebiet werde „in einem für die hier vorhandene Verkehrsbelastung entsprechend guten Zustand erhalten“, heißt es in einer Stellungnahme.

Damit könnten sich die Anwohner der Grafelder Straße zähneknirschend abfinden, meint Wehlage. Wäre da nicht die jüngste Sanierung der K323 von Lengerich zum Kreuzdamm: „Diese Straße verfügt seit Jahren über Mittel- und Seitenmarkierung sowie über einen separaten Fußweg und ist in völlig einwandfreiem Zustand“, sagt der Dohrener, der die in seinen Augen fehlende Verhältnismäßigkeit kritisiert.

Weniger Belastung

Die beiden Kreisstraßen ließen sich nicht vergleichen, argumentiert der Landkreis. Liege die Verkehrsbelastung der nur rund 4,5 Meter breiten K262 bei relativ geringen rund 500 Kraftfahrzeugen pro 24 Stunden, so sei die K323 mit 6,50 Meter Ausbaubreite und einer mehr als vierfachen Belastung ganz anders einzustufen. „Hier fahren pro Tag mehr als 2100 Fahrzeuge“, teilte eine Sprecherin mit. „Zum Erhalt der Verkehrssicherheit war die Erneuerung der Asphaltschicht notwendig. So haben Messungen der Fahrspuren ergeben, dass bei Regen die Gefahr von Aquaplaning nicht auszuschließen sei.“


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