Landkreis prüft Rechtmäßigkeit Gemeinde Herzlake sieht „Love-Mobil“ an B213 kritisch

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Auf dem Parkplatz „Herzlaker Tannen“ an der B213 bei Herzlake steht dieses sogenanntes „Love-Mobil“, in dem eine Prostituierte Kunden empfängt. Foto: Tim GallandiAuf dem Parkplatz „Herzlaker Tannen“ an der B213 bei Herzlake steht dieses sogenanntes „Love-Mobil“, in dem eine Prostituierte Kunden empfängt. Foto: Tim Gallandi

Herzlake. Auf dem Parkplatz „Herzlaker Tannen“ an der B213 bei Herzlake steht ein sogenanntes „Love-Mobil“, ein Wohnwagen, in dem eine Prostituierte Kunden empfängt. Der Bürgermeister der Samtgemeinde sieht dies „eher kritisch“. Der Landkreis Emsland prüft aktuell, ob der alte Wohnwagen rechtmäßig betrieben wird.

Die Bundesstraße 213 ist eine viel befahrene Route. Sie gehört zur E233 und wird gerne von Lastwagenfahrern genutzt, die zwischen den Niederlanden und Norddeutschland unterwegs sind. Auf einem Rastplatz entlang der Strecke steht auf dem Parkplatz „Herzlaker Tannen“ bei Herzlake ein „Love-Mobil“, in dem eine Prostituierte ihre Liebesdienste anbietet.

Prostituiertenschutzgesetz und Hygienevorschriften

Die Samtgemeinde Herzlake sieht dieses Lovemobil eher kritisch. „Der Wohnwagen ist äußerlich in einem schlechten Zustand“, sagt Herzlakes Samtgemeindebürgermeister Ludwig Pleus. „Seit wann das Fahrzeug dort steht, kann nicht mehr ermittelt werden. Sicherlich sind es schon mehrere Jahre.“ Wichtig sei für Pleus, dass das Prostituiertenschutzgesetz und die Hygienevorschriften eingehalten werden, was auf den ersten Blick nicht so zu sein scheint. Der Samtgemeindebürgermeister verweist auf den Landkreis Emsland als zuständige Behörde, dies zu überprüfen.

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Landkreis prüft Rechtmäßigkeit

Der Landkreis Emsland teilte auf Anfrage mit, dass nach derzeitigen Erkenntnissen in dem „Love-Mobil“ eine Prosituierte selbstständig tätig sei. Seit Anfang Juli lägen der Behörde alle notwendigen Antragsdokumente zum Prostitutionsfahrzeug vor. Wie lange das Fahrzeug dort schon steht, teilte die Pressestelle nicht mit. Derzeit werde geprüft, ob das „Love-Mobil“ rechtmäßig betrieben wird. Dies sei aber noch nicht abschließend geklärt. So lange dürfe das „Love-Mobil“ aber weiterhin betrieben werden.

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62 Prostituierte im Emsland gemeldet

Insgesamt sind im Emsland 62 Prostituierte offiziell angemeldet. Seit einem Jahr gilt in Deutschland das Prostituiertenschutzgesetz, welches unter anderem eine Anmeldung der Damen vorsieht. Das bundesweit gültige „Gesetz zur Regulierung des Prostitutionsgewerbes sowie zum Schutz von in der Prostitution tätigen Personen“ soll Prostitution aus dem illegalen beziehungsweise halblegalen Bereich herausholen. Wer weiterhin im Sexgewerbe tätig sein möchte – egal ob haupt- oder nebenberuflich –, muss sich amtlich registrieren lassen. Ebenso benötigen alle Örtlichkeiten, in denen der Prostitution nachgegangen wird – also etwa Bordelle, Sexclubs und Lovemobile – eine behördliche Erlaubnis. Sie sollen dadurch besser kontrollierbar werden für die Behörden.

Landkreis übernimmt Kontrollfunktion

Im Emsland hatten sich die 19 Kommunen darauf verständigt, dass der Landkreis die Aufgabe übernimmt. Der Fachbereich Gesundheit erledigt die Gesundheitsberatung, der Fachbereich Sicherheit und Ordnung die Anmeldung. Die gesundheitliche Beratung ist gebührenfrei, für die Anmeldebescheinigung, die von der Bundesdruckerei erstellt werden, sind 15 Euro fällig.


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