Gottesdienst auf der Waldbühne Zweites Afrika-Fest für BELU Ugandahilfe in Ahmsen

Von Martin Reinholz

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Lähden. Unter dem Motto „Glaube verbindet uns mit Afrika“ hat am Samstag das zweite Afrika-Fest zugunsten der BELU Ugandahilfe auf der Waldbühne Ahmsen stattgefunden. DRK-Präsident Rudolf Seiters betonte, dass nach „lieben“ „helfen“ das schönste Zeitwort der Welt sei. Rund 2000 Besucher waren auf das Gelände der Waldbühne gekommen.

Bereits seit dem Jahr 2010 engagieren sich Bernd Rickermann aus Ahmsen und Ludwig Wilkens aus Lorup die Ugandahilfe. Durch lokale und nachhaltige Zusammenarbeit unterstützen sie die Gemeinden Kabango und Kako. Durch die Ugandahilfe konnte bislang eine Grundinfrastruktur mit Schule und Zugang zu sauberen Wasser ermöglicht werden. „Besonders der Zugang zur Bildung liegt uns am Herzen“, sagte Ludwig Wilkens zu Beginn des Afrika-Festes. Neben Schulräumen konnte auch schon ein Kindergarten geschaffen werden, bilanzierte Wilkens.

800 Millionen Menschen hungern

Schirmherr Rudolf Seiters führte den Gästen die Not in der Welt vor Augen. „Etwa eine Milliarde Menschen auf der Welt haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, 800 Millionen Menschen hungern und jeden Tag sterben etwa 25.000 Menschen an den unwürdigen Lebensbedingungen“, sagte der ehemalige DRK-Präsident. Das Land Uganda stehe mit der Versorgung der eigenen Einwohner „an der Belastungsgrenze“, sagte Seiters und nehme zusätzlich Millionen Flüchtlinge aus dem Südsudan auf.

Seiters sah die Armutssituation als „Verantwortung für die reichen Länder“ der Erde. Neben den großen Hilfswerken wie dem DRK sei gerade die Hilfe einzelner Bürger und das Engagement helfender Gruppen wie der BELU-Ugandahilfe von großer Bedeutung beim Kampf gegen Armut und Hunger. Rudolf Seiters dankte allen Helfern und Aktiven in der „BELU-Ugandahilfe“ für ihren großen Einsatz.

Gleiches machten der Bürgermeister der Gemeinde Lähden, Franz Strüwing, und der Kreistagsabgeordnete Bernd van der Ahe. Van der Ahe sah das Afrika-Fest als Gelegenheit, die Kultur und Mentalität Ugandas kennenzulernen. „In unbürokratischer Weise setzt ihr eure Hilfe um“, lobte er die Arbeit von Bernd Rickermann und Ludwig Wilkens.Van der Ahe habe sich bereits selbst während einer Reise nach Uganda ein Bild über die Hilfe vor Ort machen können.

Festgottesdienst auf Waldbühne

In Vertretung des erkrankten Erzbischofs von Kampala, drückte der junge ugandische Priester Cyril Sande Kasigwa während des Festgottesdienstes auf der Waldbühne in Ahmsen vor etwa 1.400 Gläubigen die Dankbarkeit seines Landes gegenüber der „BELU-Ugandahilfe“ aus. Die gemeinsame Feier der Messe mit Kindern und Erwachsenen, die alle fröhlich lächelten, zeige ihm einen „Eindruck des Himmels“, sagte der Geistliche.

„Der christliche Glaube ist universal“, meinte Generalvikar Theo Paul in seiner Predigt. Weltkirche zu sein, erfordere Mut in der Vielfalt der Einheit, sagte Paul. Erst kürzlich habe Papst Franziskus die Katholiken aufgefordert: „Bauen sie Brücken und reißen sie Mauern ein!“ Die Uganda-Hilfe baue Brücken vom Hümmling zu Afrika. Respektvoll lobte Paul die Hilfe mit den Worten: „Sie sind Brückenbauer, die wir so dringend brauchen.“

Den feierlichen Gottesdienst zelebrierte Generalvikar Theo Paul gemeinsam mit Cyril Sande Kasigwa, Pfarrer Andreas Bleise, Pater Arun und Pater Baikim. Ein Kinderchor mit Mädchen und Jungen aus den Gemeinden Berßen, Lähden, Lorup, Sögel, Stavern und Werlte sowie dem ugandischen Kinderchor unter der Leitung der Regionalkantorin Frauke Sparfeld sorgte für eine beeindruckende musikalische Umrahmung der Messfeier.

Buntes Programm

Den ganzen Tag über gab es auf dem Gelände der Ahmsener Waldbühne ein buntes Programm. Eine Torwand, ein Menschenkicker, Kinderschminken, zahlreiche Angebote von afrikanischem Schmuck, afrikanisches Essen sowie Kaffee und Kuchen. Auf der Veranstaltungsbühne präsentierten Musikgruppen, Trommler, Chöre und Tänzer afrikanische Weisen und luden die Zuschauer zum Mitmachen ein, die sich nicht lange bitten ließen. Die kleine Hanna gab mit Fotos ihres Vaters Informationen über das Leben in Uganda.

Deutsche ist Star in Uganda

Am Abend gab die Deutsche Deena Herr, die mittlerweile in Uganda zu einem Topstar im Bereich des „Afro-Pops“ geworden ist, ein kurzes Konzert auf der Waldbühne. Die 24-Jährige hatte beim ersten Afrika-Fest im Juli 2016 ihre deutschlandweite Premiere.

Mitreißende Rhythmen, wundervolle Harmonien und bunte Farben machten das anschließende Konzert des Projektchors „Himbisa Mukama“ (Preiset den Herrn) aus. Mitreißende Tänze und durchdringende Trommelvorführungen sowie bekannte Musiktitel gehörten zum Programm. Unter der Leitung des ugandischen Kirchenmusikers Joseph Wasswa gelang dem Projektchor mit dem ugandischen Kinderchor und dem Sinfonieorchester der Universität Regensburg ein kultureller Brückenschlag.

Neben kirchlichen Liedern boten Titel wie „Afrika“ von Toto oder „Circle of Life“ aus dem weltbekannten Musical „König der Löwen“ einen musikalischen Hochgenuss. Leider lief zu dem Zeitpunkt schon das WM-Spiel Deutschland gegen Schweden, sodass die Reihen im Zuschauerraum immer spärlicher besetzt waren. Einige der da gebliebenen Besucher aber meinten: „Fußball haben wir in den nächsten Wochen noch genug. So ein Konzert wird uns sicherlich nicht so schnell wieder geboten.“


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