IHK und IAV zu Besuch „Spätschicht – Abend der Industrie“ bei Hänsch in Herzlake

Einzelheiten zu den Arbeitsabläufen im Unternehmen Hänsch erläuterte Geschäftsführer Ludger Dopp (links) den Teilnehmern der Führung. Foto: Tim GallandiEinzelheiten zu den Arbeitsabläufen im Unternehmen Hänsch erläuterte Geschäftsführer Ludger Dopp (links) den Teilnehmern der Führung. Foto: Tim Gallandi

Herzlake. Das Unternehmen Hänsch zählt zu den führenden Herstellern von optischen und akustischen Warnsystemen für Auto und Verkehr. Näheres zu Entwicklung und Produktion haben Vertreter der Industrie- und Handelskammer (IHK) sowie des Industriellen Arbeitgeberverbands (IAV) bei einer „Spätschicht“ am Hauptsitz Herzlake erfahren.

Unter dem Label „Spätschicht – Abend der Industrie“ öffnen jährlich je einmal im Emsland, in Stadt oder Landkreis Osnabrück und in der Grafschaft Bentheim Industriebetriebe ihre Tore. Sie präsentieren Verantwortungsträgern aus Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Bildung ihre Technologien, Arbeitsabläufe und Produkte. Den Start der 2018er Veranstaltungsreihe bildete im April der Besuch der Georgsmarienhütte GmbH; der zweite Abend der Industrie führte die Beteiligten von IHK und IAV jetzt nach Herzlake.

Dort legte Hans-Jürgen Hänsch 1984 den Grundstein für die heutige Unternehmensgruppe, die inzwischen über 300 Mitarbeiter beschäftigt. An den Produktionsstandorten in Herzlake und Sternburg (Mecklenburg-Vorpommern) werden Warnsysteme wie Blaulichtanlagen und Sirenen hergestellt. Vertriebsstandorte unterhält Hänsch in Wien, Straßburg und Madrid. Das Portfolio umfasst mehr als 1000 Produkte, die unter anderem in Fahrzeugen für Rettungsdienste, Feuerwehren, Polizei, Flughäfen und im kommunalen Bereich zu finden sind. Europaweit zählt die Unternehmensgruppe zu den Marktführern der Branche.

Im Mittelpunkt der „Spätschicht“ bei Hänsch stand ein Rundgang durch die Betriebssparten. Die Geschäftsführer Ludger Dopp und Michael Myohl erläuterten den Besuchern im Info-Center die zunehmende Bedeutung der LED-Technik für das Unternehmen. Demnach lösen LED-Leuchten beispielsweise die Doppelblitz-Kennleuchten bei Polizeimotorrädern ab.

Nächste Stationen der Führung bildeten Wareneingang und Lager. Bauteile für seine Produkte bezieht Hänsch laut Dopp aus dem asiatischen Raum, aber auch aus dem Emsland: Metallteile kämen aus Meppen-Hüntel, Werkzeuge aus Emsbüren. Die eigenen Lagerbestände halte man in Grenzen; künftig wolle das Unternehmen zudem die Fertigung der benötigten Kabel selbst übernehmen.

Einblicke nahmen die Besucher ebenso in die Entwicklungsabteilung, in der sich 30 Mitarbeiter mit mechanischen und elektronischen Prozessen beschäftigen. In der ersten, 1984 errichteten Halle des Unternehmens erfolgt heute unter anderem die Fertigung von LED-Modulen. Die Prüfräume schlossen sich an: Die Hitze- und Kälteempfindlichkeit der Produkte wird dort ebenso untersucht wie im EMV-Labor deren elektromagnetische Verträglichkeit. Zum Abschluss des Rundgangs sah sich die Besuchergruppe die Versandabteilung an.

„Auszubildende finden wir noch reichlich“, sagte Dopp auf Nachfrage und verwies auf Kooperationen mit dem Haselünner Gymnasium und der Bödiker-Oberschule. Zurzeit beschäftigt das Unternehmen demnach rund 30 Auszubildende in verschiedenen Sparten – von Büro bis Produktion.


Der „Abend der Industrie“ ist Teil der Kampagne „Industrie ist Zukunft“, mit der IAV und IHK seit 2013 die Bedeutung der Industrie für den Wirtschaftsraum Osnabrück - Emsland - Grafschaft Bentheim unterstreichen. Laut einer gemeinsamen Pressemitteilung von IHK und IAV wollen die beiden Verbände die Attraktivität industrieller Berufe zeigen und auf wichtige Voraussetzungen für den Erfolg der Betriebe aufmerksam machen. Dazu gehörten ausgewogene Energiepolitik, moderne Infrastruktur sowie qualifizierte Fachkräfte. Weitere Info unter www.industrie-ist-zukunft.de.

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