Ankündigung im Gemeinderat Lähden Bürgerentscheid über Herßumer Jugendheim spätestens Mitte August

Von Tim Gallandi

Mit Bannern wie diesem wirbt die Bürgerinitiative Pro Jugendheim Herßum für den Erhalt des Treffpunkts. Foto: Tim GallandiMit Bannern wie diesem wirbt die Bürgerinitiative Pro Jugendheim Herßum für den Erhalt des Treffpunkts. Foto: Tim Gallandi

Lähden. Wie es mit der Alten Schule in Lähden-Herßum weitergeht, soll sich in diesem Sommer entscheiden. Bürgermeister Franz Strüwing (CDU) kündigte am Dienstagabend in der Gemeinderatssitzung an, es werde bis Mitte August einen Bürgerentscheid geben.

Ist es sinnvoll, die Alte Schule in Herßum, auch Jugendheim genannt, zu renovieren und als Treffpunkt und Veranstaltungsort zu erhalten? Oder sollte das 88 Jahre alte Gebäude lieber veräußert werden, um den Erlös in neue Gemeinschaftsräume für den Lähdener Ortsteil zu investieren? Diese Fragen geben der Herßumer Bevölkerung seit dem vergangenen Jahr Diskussionsstoff.

Während manche Einwohner und der Arbeitskreis Dorfentwicklung einen Verkauf favorisieren, trommeln andere für den Erhalt des Hauses. Sie schlossen sich zur Bürgerinitiative „Pro Jugendheim Herßum“ zusammen und drängen auf eine Entscheidung ( wir berichteten). Die Aktiven äußerten ihre Befürchtung, das Thema könnte andernfalls bei der laufenden Dorfentwicklung unter den Tisch fallen, da Anträge auf Fördergelder für 2019 nur noch bis Mitte September eingereicht werden können. Drei Vertreter der Initiative hakten nun nach und erkundigten sich in der Einwohnerfragestunde des Gemeinderats nach dem Stand der Dinge.

„Sensible Angelegenheit“

„Ein Bürgerentscheid wird stattfinden“, antwortete Franz Strüwing. Wie der Lähdener Bürgermeister erläuterte, seien in Sachen Gemeinschaftsräume drei Varianten einem Planungsbüro übergeben worden. Die Ausarbeitung befinde sich zurzeit in der Schlussphase. Als Nächstes sollen die Optionen in einer Bürgerversammlung vorgestellt werden. Zu einem späteren Termin, laut Strüwing „bis Mitte August“, würden dann die Herßumer aufgefordert, über den Sachverhalt abzustimmen. Nach dem Bürgervotum werde die Entscheidung in der Hand des Rats liegen.

„Wir wollen es nicht schnell machen, sondern richtig“, sagte der Bürgermeister, „und wir wissen, dass es eine sensible Angelegenheit in Herßum ist.“ Das Ende der Antragsfrist am 15. September stelle kein Problem dar: „Daran wird es nicht scheitern.“

Bebauungspläne im Fokus

Über dieses Thema hinaus beschäftigte sich der Gemeinderat mit zwei Bebauungsplänen. Einstimmig grünes Licht erhielt der Plan „An der Koppel, 2. Erweiterung“, durch den auf einem Areal von 1,23 Hektar neue Wohnbauflächen entstehen sollen. Das Gelände befindet sich zwischen den Straßen Koppelring und Lastruper Straße/ Ziegelei (L55) im Ortsteil Holte und wurde bisher landwirtschaftlich genutzt. Dort sollen 21 Baugrundstücke in Größen von 490 bis 685 Quadratmeter erschlossen werden.

Ebenfalls einstimmig (bei einer Enthaltung) beschloss der Rat eine Änderung des Bebauungsplans „Gewerbegebiet Hohe Zuschläge“. Laut Gemeindedirektor Ludwig Pleus hatte die Kommune das Gewerbegebiet westlich der Herzlaker Straße im Ortsteil Lähden festgesetzt, aber dabei im nördlichen Bereich erhebliche Einschränkungen hinnehmen müssen. Grund waren die Geruchsimmissionen von zwei nahen Ställen. So wären dort beispielsweise keine Wohnungen für Aufsichtspersonal möglich gewesen, und Fenster von Aufenthaltsräumen hätten nur in eine Richtung gehen dürfen. „Wir konnten erreichen, dass einer der Ställe stillgelegt wird“, so Pleus. „Daher kann die Gewerbefläche jetzt uneingeschränkt vermarktet werden.“