Zwei Verluste in sechs Monaten Herzlakerin verärgert wegen verlorener Pakete

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Den Verlust von zwei per DHL verschickten Paketen binnen eines halben Jahres beklagt die Herzlakerin Jutta Caspari. Symbolfoto: dpaDen Verlust von zwei per DHL verschickten Paketen binnen eines halben Jahres beklagt die Herzlakerin Jutta Caspari. Symbolfoto: dpa

Herzlake. Jutta Caspari ist sauer: Ein Paket, das die Herzlakerin am 27. Februar über den Versanddienst DHL abgeschickt hat, ist bis heute nicht beim Empfänger angekommen – und scheint verschollen. Für die Absenderin der zweite Verlust dieser Art innerhalb eines halben Jahres.

Die DHL-Quittung bescheinigt Jutta Caspari, dass sie am 27. Februar 2018 um 12.19 Uhr ein Paket in der Herzlaker Postfiliale aufgegeben hat. Es sollte an ihren Sohn im nordrhein-westfälischen Schwerte gehen. „Bisher hat so etwas immer maximal zwei Tage gedauert“, schildert sie. Als die Sendung nach den ersten Märztagen noch nicht ihr Ziel erreicht hatte, beschlich Caspari ein ungutes Gefühl – besonders wegen des Paketinhalts, eines Tablet-Computers im Wert von 275 Euro.

Ein Blick in die Online-Sendungsverfolgung, mit der DHL mittels Scannen der Pakete und Päckchen seinen Kunden ermöglicht, den Status der Sendungen einzusehen, ergab laut Caspari, dass sich das Paket immer noch in der Herzlaker Niederlassung befindet. Was aber nicht der Fall sei. „Dort sagte man mir, das Paket sei noch am selben Tag abgeholt worden – und der Transporter sei nach Greven unterwegs gewesen. Es muss also auf dem Weg dorthin verloren gegangen sein.“

Erneut betroffen

Die Herzlakerin folgte daraufhin einer Empfehlung des Postdienstleisters und stellte eine Woche nach der Paketaufgabe einen Suchantrag. Dieser blieb erfolglos: Bislang habe sie keine Rückmeldung erhalten.

Der Fall ist aus Sicht der Geschädigten umso ärgerlicher, weil sie nun offenbar zum zweiten Mal binnen eines halben Jahres ein per DHL abgeschicktes Paket abschreiben muss: Ende August 2017 sollte eine Sendung mit Bargeld und Haushaltutensilien ebenfalls nach Schwerte gehen. Auch damals stellte sie einen Nachforschungsantrag. Nach etwa zweieinhalb Wochen sei das Paket aufgefunden worden, so Caspari: „Es war kaputt und der Inhalt fehlte.“

Suche läuft noch

Obwohl die Sendung als Paket deklariert und entsprechend mit 500 Euro versichert gewesen sei, habe sich DHL zunächst quergestellt, als es um den Schadenersatz ging, schildert die Herzlakerin. „Mein Mann und ich haben dann einen Anwalt eingeschaltet. Nach langem Hin und Her bekamen wir den Verlust ersetzt.“

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Eine Anfrage unserer Redaktion bei DHL ergab, dass die Suche nach dem verschwundenen Paket noch laufe. „Eine solche Nachforschung kann sich bis zu vier Wochen hinziehen“, sagte ein Sprecher. Er erläuterte, dass der eingescannte Status eines Pakets und dessen tatsächlicher Ort nicht immer übereinstimmen müssten. Die möglichen Ursachen des Verschwindens seien vielfältig: Es könnte auf den Fehler eines Mitarbeiters zurückzuführen sein wie auch auf ein beschädigtes oder falsch ausgefülltes Etikett. Ebenso sei ein technischer Defekt nicht auszuschließen.

Über Haftungssumme informieren

Jutta Caspari bleibt somit nur Warten übrig. „Sollte das Paket länger als 20 Tage zusätzlich zu der üblichen Lieferzeit nicht aufgefunden werden, kann das Paket grundsätzlich als verloren betrachtet und gegebenenfalls Schadensersatz verlangt werden“, sagte Julian Graf, Rechtsanwalt bei der Verbraucherzentrale NRW, unserer Redaktion.

Der Jurist rät Verbrauchern, sich genau darüber zu informieren, ob es sich um eine „versicherte“ Postdienstleistung handele und wie hoch die Haftungshöchstsumme bei dem Dienstleister sei. „Gegebenenfalls haben Verbraucher auch die Möglichkeit, eine zusätzliche Versicherung bei dem Paketdienstleister abzuschließen, der die Haftungshöchstsumme bei Verlust erhöht.“ Zwecks Beweissicherung im Streitfall könne es sinnvoll sein, die Verpackung und den Zustand der Ware vor Versenden durch Zeugen oder Fotos zu dokumentieren und Rechnungen aufzuheben.


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