„I-Tüpfelchen des Zehn-Gebote-Platzes“ Kirchengemeinde Lähden weiht Mittelpunkt im Ort ein

Von Martin Reinholz


Lähden. Im Anschluss an das sonntägliche Hochamt in der Lähdener St. Marien-Pfarrkirche hat Pfarrer Andreas Bleise einen neuen Mittelpunkt des Zehn-Gebote-Platzes vor der Lähdener Kirche – bestehend aus einem großen Stein und einer Spiegelwand – im Herzen des Hümmlingortes den kirchlichen Segen erteilt.

Durch die Einweihung der Spiegelwand und des Steines werde nun „eine Lücke geschlossen“, erklärte Bleise während der Zeremonie.

Nach dem Umbau des Lähdener Pfarrhauses an der Hauptstraße zum Gemeindebüro der politischen Gemeinde und zum Pfarrbüro mit entsprechenden Versammlungsräumen, verschwand auch der einst große Pfarrgarten, der den Blick zur Lähdener Kirche beeinträchtigte. An der Stelle des Pfarrgartens wurde ein auf drei konzentrischen Kreisen mit Stelen gestalteter Zehn-Gebote-Platz geschaffen. Auf zehn Steinen sind die Zehn Gebote, die Gott einst Mose anvertraute, eingemeißelt. Zudem ist der Blick von der Hauptstraße zur Lähdener Pfarrkirche frei.

Inschriften im Spiegelglas

In seiner Predigt ging Pfarrer Bleise auf die Inschriften im Spiegelglas und auf den Stein des neuen Mittelpunktes ein. Der Stein trage die „feste Zusage“ Gottes, „Ich bin der Herr, dein Gott“ als Antwort auf die Zehn Gebote an den Menschen. Durch die Spiegelwand ist von der einen Seite die Lähdener Pfarrkirche sichtbar. Die andere Seite gibt einen Blick auf die Hauptstraße des Ortes. Dort finde sich der Psalm 23,3 „Du, Gott, führst mich auf sicheren Weg“.

Zwei Meter hoher Stein

„Am 16. Juni 2002, dem zweiten Sonntag meiner Amtszeit hier in Lähden, wurde der Platz eingeweiht“, erinnerte sich Bleise bei der Erteilung des kirchlichen Segens. Der Künstler und Steinmetz Heinz Stall aus Settrup übernahm damals die Planung und Ausführungsarbeiten zur Gestaltung des Platzes, sagte Bleise. Der künstlerische Abschluss des Platzes, bestehend aus einer Spiegelwand und einem etwa zwei Meter großen Stein, wurde ebenfalls von Heinz Stall geschaffen. „Es war immer schon etwas unbefriedigend, dass der Aufzählung der Zehn Gebote die Zusage Gottes fehle „Ich bin der Herr, dein Gott“, führte Bleise weiter aus.

„Ibbenbürener Sandstein“

Der Stein bestehe aus „Ibbenbürener Sandstein“, wie die anderen Steine am Platz auch, erklärte der Künstler Heinz Stall, der aus Settrup zur Einweihung gekommen war. Der Ibbenbürener Sandstein sei ein Quarzsandstein, der im nördlichen Westfalen in unmittelbarer Nähe zu Ibbenbüren abgebaut werde, erklärte Stall. Er zeichne sich durch hohe Verwitterungsresistenz aus. Die Druckfestigkeit des mittel- bis grobkörnigen Steins reiche bis an die Druckfestigkeit grobkörnigen Granits heran, erklärte der Künstler. Den neuen Mittelpunkt auf dem Vorplatz der Lähdener Kirche bezeichnete Heinz Stall als „I-Tüpfelchen des Zehn-Gebote-Platzes“.

Die stellvertretende Vorsitzende des Kirchenvorstands, Marianne Focke, dankte allen, die zur Verwirklichung des Mittelpunktes beigetragen haben. Besonders dankte sie den freiwilligen Helfern rund um den Leiter der kirchlichen Gartenanlagen, Andreas Lüken, und der Gärtnerei Merschendorf für die Unterstützung. Ferner dankte sie dem Künstler Heinz Stall, den Mitgliedern des Kirchenvorstandes und Pfarrer Andreas Bleise für die Mitarbeit bei Planung und Umsetzung der Maßnahme.