Den weißen Flecken zu Leibe rücken Breitbandausbau startet in der Samtgemeinde Herzlake

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Mit der Verlegung von Glasfaserkabeln soll in der Samtgemeinde Herzlake die Internetgeschwindigkeit beschleunigt werden. Foto: Tim GallandiMit der Verlegung von Glasfaserkabeln soll in der Samtgemeinde Herzlake die Internetgeschwindigkeit beschleunigt werden. Foto: Tim Gallandi

Herzlake. Die weißen Flecken sollen bald der Vergangenheit angehören: Im April startet das Unternehmen Innogy den Ausbau des Breitbandnetzes in der Samtgemeinde Herzlake. Mithilfe von Glasfaserkabeln soll es danach in Dohren, Herzlake und Lähden nahezu flächendeckend schnelles Internet geben.

Los geht es im Süden der Samtgemeinde: Die Gemeinde Dohren wird ab dem kommenden Monat Schauplatz der ersten Erdarbeiten sein, bei denen durch Installieren von Glasfaserverbindungen das Tempo des Surfens im Internet beschleunigt wird, wo es bislang eher gemächlich war. Über Einzelheiten dazu informieren die Gemeinde Dohren und Innogy die Anwohner und Gewerbetreibenden am Donnerstag, 22. März 2018, um 19 Uhr im Dohrener Gasthof Bienenkorb, Dorfstraße 22.

Im Verlauf des Jahres folgen nacheinander insgesamt fünf weitere Bauabschnitte (siehe Grafik). Herzlake mit seinen südlichen Ortsteilen Bookhof, Felsen und Neuenlande wird als nächstes angegangen; es folgen die Lähdener Ortsteile, ehe der Osten der Gemeinde Herzlake den Abschluss bildet.

Vor dem jeweiligen Start der Arbeiten soll es in allen Bauabschnitten Infoveranstaltungen geben. Tätig wird Innogy im Auftrag des Landkreises Emsland sowie der drei Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde. Dohren lässt sich den Ausbau 106.000 Euro kosten, Herzlake 533.000 Euro, Lähden 418.000 Euro (jeweils gerundete Werte), sodass samtgemeindeweit rund 1.057.000 Euro investiert werden.

Örtliche Unterschiede

Bislang gibt es in der Samtgemeinde 1240 sogenannte weiße Flecken, also Haushalte, an denen das Internet langsamer als 30 MBit pro Sekunde ist. Das sind 36 Prozent aller Adressen im Gebiet der Kommune.

Dabei sei die Situation in den einzelnen Orten sehr unterschiedlich, sagen der stellvertretende Samtgemeindebürgermeister Günter Bölscher und Alois Winkeler, Fachbereichsleiter Bauen. „Herzlake ist bislang verhältnismäßig schlecht versorgt, während es im Ortsteil Lähden schon jetzt deutlich besser aussieht“, so Bölscher. Insgesamt 1138 weiße Flecken, mithin 97 Prozent, sollen durch den Glasfaserausbau verschwinden. Dabei gilt das Prinzip „Fibre to the building“, denn die Glasfaserleitungen laufen bis ins Gebäude.

Wie Konzern und Kommune mitteilen, ist der technische Anschluss an das neue Breitbandnetz für die Hausbesitzer kostenlos. Sie müssen nur ihr grundsätzliches Einverständnis für einen Hausanschluss erklären, bevor die Leitung in ihrer Straße verlegt wird. „Die Hausbesitzer kaufen zunächst noch kein Produkt, erhalten aber den Glasfaseranschluss bis ans Haus“, sagt Winkeler. Erst nach dem Abschluss eines Vertrags ist die schnelle Internet-Verbindung nutzbar, und erst dann entstehen Kosten.

Richtfunk hilft in Außenbereichen

Und was passiert mit den übrigen drei Prozent weißen Flecken, also den 102 Adressen in einigen Außenbereichen, die unversorgt bleiben, weil sich ein Ausbau an diesen Orten nicht rentieren würde? Hier will die Samtgemeinde mit Richtfunk Abhilfe schaffen: Das Unternehmen Emslandtel wird nach bisheriger Planung drei Türme auf Samtgemeindegebiet errichten, über die die betroffenen Haushalte hohe Bandbreiten erhalten. Mit Aufstellung und Inbetriebnahme der Richtfunktürme wird jedoch frühestens zum Jahresende gerechnet.

Die anstehenden Arbeiten in Dohren, Herzlake und Lähden stehen in Zusammenhang mit einer emslandweiten Beseitigung der weißen Flecken. In einer europaweiten Ausschreibung hatten sich Innogy und Telekom durchgesetzt und erhalten für den Ausbau einen Zuschuss: Die Förderung beträgt für das gesamte Emsland fast 60 Millionen Euro und wird durch Gelder von Bund, Land, Städten und Gemeinden sowie Landkreis finanziert.

(Lesen Sie auch: Breitband-Ausbau im Emsland startet Ende März)

Der Breitbandausbau in der Samtgemeinde Herzlake. Quelle: Samtgemeinde Herzlake; Grafik: NOZ/Heiner Wittwer

Dabei übernimmt die Telekom Deutschland den Altkreis Aschendorf-Hümmling, Innogy wiederum das übrige Emsland. Die Samtgemeinde Herzlake ist Teil des Ausbaugebiets 3 (Süd), dem außerdem der Altkreis Lingen (ohne die Stadt Lingen) angehört.


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