Rat verabschiedet Haushalt 2018 Gemeinde Herzlake investiert mehr als drei Millionen Euro

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Wie schon im Vorjahr investiert die Gemeinde Herzlake auch 2018 in insgesamt siebenstelligem Umfang. Symbolfoto: dpa/Jens WolfWie schon im Vorjahr investiert die Gemeinde Herzlake auch 2018 in insgesamt siebenstelligem Umfang. Symbolfoto: dpa/Jens Wolf

Herzlake. Im zweiten Jahr in Folge enthält der Haushalt der Gemeinde Herzlake einen Millionenumfang an Investitionen. Einen bedeutenden Teil des Etats, den der Gemeinderat einstimmig verabschiedet hat, nimmt der Kauf von Flächen zur Wohnbebauung und gewerblichen Bebauung ein.

Der Ergebnishaushalt 2018 schließt mit ordentlichen Erträgen von 5.952.100 Euro und ordentlichen Aufwendungen von 5.159.800 Euro ab und umfasst damit einen Überschuss in Höhe von 792.300 Euro. Auch im Finanzhaushalt wird ein Überschuss aus laufender Verwaltungstätigkeit erzielt – er beträgt 403.300 Euro.

Im Etat des vergangenen Jahres verankerte die Gemeinde Investitionen von fast vier Millionen Euro; diesmal sind es 3.066.900 Euro. Die größten Posten nehmen der Erwerb von allgemeinem Grundvermögen (770.000 Euro) und die Erschließung neuer Wohngebiete (500.000 Euro) ein. Bei Letztgenannten handelt es sich um Areale in den Ortsteilen Bookhof und Herzlake ( ehemaliges Gelände der Möbelfabrik Klose).

Bauvorhaben

Der Eigenanteil der Gemeinde an der Finanzierung einer multifunktionalen Sport- und Freizeithalle an der Bahnhofstraße beträgt 486.000 Euro. Für die Erschließung der Linksabbiegespur zum Gewerbegebiet Cuperei nimmt Herzlake 300.000 Euro in die Hand. Der Breitbandausbau schlägt mit 266.400 Euro zu Buche; die gleiche Summe wird nochmals 2019 fällig. Das Vorhaben des VfL Herzlake, im Hasetalstadion einen Kunstrasenplatz anzulegen, ist der Gemeinde einen Zuschuss von 220.000 Euro wert.

Zudem plant die Kommune eine Aufforstung beziehungsweise Waldumwandlung auf zur Verfügung stehenden Privatflächen. Dadurch will man Ausgleichsflächen schaffen, um Wohn- und Gewerbebebauung zu kompensieren. 205.000 Euro werden dafür bereitgestellt. Der Endausbau des Baugebiets „Am Telgenkamp“ kostet 120.000 Euro. Ebenfalls im sechsstelligen Bereich, bei 100.000 Euro, liegen die Ausgaben zur Neugestaltung des Marktplatzes.

Darlehensaufnahme

Wie Gemeindedirektor Günter Bölscher unterstrich, hat Herzlake seit 2011 kontinuierlich Schulden abgebaut. Auch der Schuldenstand Ende des vergangenen Jahres fiel mit 2,041 Millionen Euro um mehr als 370.000 Euro geringer aus als im Haushalt 2017 veranschlagt. Um die übertragenen Haushaltsreste und die neuen Investitionen zu finanzieren, kalkuliert die Kommune mit einer Darlehensaufnahme von 1,2 Millionen Euro plus einer Kreditermächtigung aus 2017 in Höhe von 372.000 Euro.

Planmäßig werden 185.000 Euro Schulden getilgt. Am Ende des Jahres steht die Gemeinde voraussichtlich mit 3,428 Millionen Euro in der Kreide, was bei 4364 Einwohnern einer Pro-Kopf-Verschuldung von 786 Euro entspricht.

Ausrichtung auf die Zukunft

„Sind die wahnsinnig geworden?“: Das könnten sich nach Worten von Bürgermeister Hans Bösken (CDU) manche mit Blick auf die Investitionen in Millionenhöhe fragen. „Nein“, antwortete Bösken selbst, „wir sind wahnsinnig daran interessiert, die Entwicklung Herzlakes fortzuführen.“ Es gelte, die Gemeinde auf die Zukunft auszurichten, und das geschehe etwa durch den Kauf von potenziellem Bauland für Privathaushalte und Gewerbetreibende. Auch der Breitbandausbau gehöre dazu: Ziel sei es, jedem Bewohner die Option auf mindestens 50 Mbit pro Sekunde zu geben.

Investitionen in der Gemeinde Herzlake Quelle: Gemeinde HerzlakeFoto: colourbox.de • Grafik: NOZ/Heiner Wittwer

Der Etat ließe sich „Herzlake hat Zukunft“ betiteln, meinte Johannes Book (CDU). 2018 investiere man mehr als in den Jahren 2012 bis 2016 zusammen – „mit der Gewissheit, dass wir Betriebe und Steuerzahler haben, die es uns ermöglichen“, verwies er auf die günstige Finanzlage. Für die UWG erklärte Silke Feldmann, die Investitionen in etliche Bereiche – Gewerbe, Familie, Jugend, Sport, Breitband – seien klar zukunftsgerichtet. Sicher dürfe man auch die Verbindlichkeiten nicht außer acht lassen. „Aber darauf haben wir immer ein Augenmerk.“ Die Ratsmitglieder der SPD fehlten in der Sitzung krankheitsbedingt beziehungsweise aus Studiengründen. Die anwesenden Abgeordneten stimmten dem Etat geschlossen zu.


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