Sängerin Anna Schröer im Porträt Lähdenerin entdeckte schon als Kind die Welt des Pop

Von Tim Gallandi

Kostproben ihres Gesangs gab Anna Schröer im Januar 2018 auf der Hochzeitsmesse in Freren. An ihrer Seite ihre fünfjährige Schwester Klara. Foto: Medien-Atelier EmslandKostproben ihres Gesangs gab Anna Schröer im Januar 2018 auf der Hochzeitsmesse in Freren. An ihrer Seite ihre fünfjährige Schwester Klara. Foto: Medien-Atelier Emsland

Lähden. Wer regelmäßig kulturelle Veranstaltungen in der Samtgemeinde Herzlake besucht, wird bestimmt schon erlebt haben, wie Anna Schröer Songs von Adele oder Leonard Cohen dargeboten hat. Unsere Redaktion stellt die Sängerin aus Lähden-Vinnen vor.

Ihre Bühnen hat sie beim Kunstforum der Waldbühne Ahmsen, beim Herzlaker Kinderfestival, bei den Lähdener Pferdetagen. Festivitäten mit viel Publikum bilden den Rahmen für Anna Schröers Gesangsdarbietungen. Dann interpretiert sie Stücke, mit denen Vorbilder wie Christina Aguilera oder Sarah Connor Hits landeten. Pop und Soul haben es der 23-Jährigen besonders angetan. Mal tritt sie solo auf, mal mit instrumentaler Unterstützung, wie beim Neujahrsempfang 2015 in Lähden, als Paul Löffler-Eiffler sie an den Keyboards begleitete.

Die Kulisse des jüngsten Auftritts wies jedoch in eine andere Richtung: Auf der Hochzeitsmesse in Freren stellte sie sich als Sängerin für festliche Zeremonien vor und gab Kostproben ihres Schaffens. Schon zuvor hatte sie bei Hochzeiten zum Mikrofon gegriffen und ihr Repertoire entsprechend erweitert: Zu Pop und Musicalstücken gesellt sich Schuberts „Ave Maria“, und auch zum Schlager hat sie keine Berührungsängste: „Ich singe auch Helene-Fischer-Songs, wenn das gewünscht wird.“

Lauthals mitgeträllert

Geweckt wurde ihre Passion für Musik im Allgemeinen und Gesang im Besonderen durch ihren Vater – und das schon vor 20 Jahren. Denn: „Mein Vater ist ein totaler Musikfanatiker.“ Dessen Stereoanlage samt massenhaft CDs weckten schnell das Interesse der damals dreijährigen Anna, die sich oft die Kopfhörer aufsetzte und die Songs lauthals mitträllerte. Mitunter lautmalerisch, wenn gerade etwas auf Englisch lief.

„Statt Kinderliedern habe ich dann Falco oder die Kelly Family gehört und gesungen“, blickt sie zurück. Besonders die beiden älteren Brüder habe sie damit, so ihre eigene Einschätzung, manchmal genervt. Aber heute unterstützten sie ihre Gesangsleidenschaft, wie überhaupt die gesamte Familie hinter ihr stehe.

Coversong-CD

Die erste eigene CD war dann „Meine Welt“, das Debütalbum von Yvonne Catterfeld; und mit deren Nummer-eins-Hit „Für Dich“ absolvierte Anna Schröer, die inzwischen zur Grundschule ging, auch ihren ersten Auftritt, bei einer Hochzeitsfeier von Freunden der Familie. Ein paar Jahre darauf, mit 13, nahm sie eine erste CD mit Coversongs auf.

Neben dem Solo-Gesang schnupperte sie in verwandte künstlerische Disziplinen, agierte mit elf, zwölf Jahren zusammen mit einer Freundin als Nebendarstellerin im Ensemble der Waldbühne Ahmsen, machte später bei einer Show- und Tanzband mit und nahm eineinhalb Jahre lang in Lingen Gesangsunterricht. „Dabei haben wir auch Konzerte gegeben, unter anderem auf dem Lingener Marktplatz, wo ich ein Solostück sang.“ Der Zufall wollte es, dass Renate Speil just an diesem Tag ebenfalls vor Ort war: Die Initiatorin des Kulturdorfs Ahmsen wurde so auf das Talent aus der Lähdener Nachbarschaft aufmerksam, und der neue Kontakt zog diverse Auftritte nach sich.

Traum Synchronsängerin

Auf die Option, fürs rasche Bekanntwerden ihr Glück in TV-Castingshows à la „DSDS“ oder „The Voice“ zu suchen, verzichtet Anna Schröer: „Das ist nichts für mich.“ Das Hobby später in irgendeiner Form zum Beruf zu machen schließt sie indes nicht vollkommen aus. Ihr Traum: als Synchronsängerin beim Vertonen von Kinderfilmen mitzuwirken.

Vorerst jedoch hat für die junge Frau ihre Ausbildung Priorität. An der Meppener Marienhausschule lernt sie Erzieherin und befindet sich in der Schlussphase, denn im Frühjahr stehen die finalen Prüfungen an: „Das geht erst einmal vor.“ So oder so eröffnen sich in der Arbeit mit Kindern, für die sie sich begeistert, viele Gelegenheiten, dem Gesang zu frönen. Genau wie daheim mit ihren beiden fünf beziehungsweise sechs Jahre jungen Schwestern. Dann aber stehen, anders als einst bei ihr, Kinderlieder im Mittelpunkt.