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Viele Rekorde gebrochen 30.000 feiern Korn- und Hansemarkt in Haselünne

Von Helmut Diers, Helmut Diers | 11.09.2016, 18:51 Uhr

Rund 30 000 Besucher haben drei Tage lang den 18. Historischen Korn- und Hansemarkt in Haselünne gefeiert.

Die 18. Auflage des im Zweijahresrhythmus stattfindenden Historischen Korn- und Hansemarktes Haselünne hat ihre Vorgänger mehr als erfolgreich hinter sich gelassen. Noch nie wurde ein Korn- und Hansemarkt mit einem Festumzug durch die Straßen und Gassen der Korn- und Hansestadt mit rund 4000 historisch gewandeten Zugteilnehmern aller Altersgruppen eröffnet. „Ich weiß nicht, wo die Leute alle herkamen“, fiel dazu Elisabeth Vocke, Geschäftsführerin des Vereins „Historischer Korn- und Hansemarkt“ nur noch ein.

Der Festzug dürfte in seiner historischen Ausprägung in Norddeutschland, vielleicht sogar darüber hinaus, einzigartig sein. Da das Wetter am Freitag schon sein Sonntagskleid angelegt hatte, stand der Eröffnung des Marktspektakels nichts im Wege. „Der 18. Korn- und Hansemarkt war ein voller Erfolg“, zog Vereinsvorsitzender Jan Bernd Berentzen am Sonntagabend im Gespräch mit der Meppener Tagespost eine überaus positive Bilanz. „Der Markt scheint ein Selbstgänger zu werden, was die Besucherzahlen angeht“. Man habe nach dem Marktthema „Ackerbürger und Bauern im alten Haselünne“ im Jahr 2014 wohl auch mit dem Motto „Handel am Breitenstein“ in diesem Jahr mehr als richtig gelegen. „Wir haben uns mit voller Kraft den 1271 vom Bischof von Münster verliehenen drei Rechten wie Münzrecht, Marktrecht und Recht der eigenen Gerichtsbarkeit verschrieben und lagen damit ganz auf der Erfolgslinie“, erntete Berentzen mit dieser Aussage anerkennendes Kopfnicken bei Vocke und bei seinem Stellvertreter Uwe Hilm.

Besonders dankte Berentzen Pastor i.R. Heinrich Bolmer, der dem Korn- und Hansemarkt mit einem Gottesdienst in plattdeutscher Sprache vor rund 1000 Katholiken und Andersgläubigen den Segen Gottes erbat. „Mit dem Gottesdienst hat Pastor Bolmer zur Lebendigkeit des Marktes beigetragen“. Und Berentzen erläuterte mit einem Schmunzeln auf den Lippen: „Ich weiß nicht, ob wir den Besucher von rund 30.000 Personen an allen drei Tagen verdient haben, aber es freut uns ungemein. Wer weiß, wäre es am Samstag nicht so heiß gewesen, ob dann nicht noch viel mehr Gäste Haselünne aufgesucht hätten.“

Sonntag ideal

„Von den Temperaturen her war der Sonntag ideal, da kamen auch die älteren Menschen, um sich Haselünnes gute Stube anzusehen.“ Vocke wusste aber auch: „Lieber schwitzen, als vom Regen nass gemacht zu werden!“ Berentzen ergänzte, es sei an einem der Marktsamstage noch nie so viel Andrang gewesen, als in diesem Jahr. „Das hat es bei uns noch nie gegeben, dass am Samstag sich bereits an den Einlasskontrollen lange Warteschlangen bildeten“, verdeutlichte Uwe Hilm die Anziehungskraft des historischen Spektakels in der ältesten Stadt des Emslandes. Und noch nie in den Marktjahren zuvor hat es so viele kostümierte Besucher gehabt.

Dass historisch gewandete Gäste weniger Eintritt bezahlen als „moderne Menschen“ zeigt Wirkung. „Spielen die alle hier Mittelalter“, staunte ein Gast aus Nordrhein-Westfalen, der erstmals den Korn- und Hansemarkt genoss.

Feuer- und Fakirzauber

Mittelalterliches Musikvergnügen, traditionelle historische Unterhaltungskunst, stilecht gestaltetes großes Trara mit Clownerie, Musik, Jonglage, Taschenspiel, Theater, Volkstanz, Feuer- und Fakirzauber sowie historisch gewandete Spielleute und Bänkelsänger mit Wunschkonzertmöglichkeiten sorgten für Kurzweil in den Gassen und auf dem Markt, sondern auch die 223 Marktbeschicker aus der Region, aus ganz Deutschland, den Niederlanden, Frankreich und Polen mit ihren alten Handwerkskünsten. „Ärgerlich war, dass ganz kurzfristig sieben Stände ihre Zusage zurückzogen. Wir konnten die Leerräume Gott sei Dank durch Sitzgruppen und Ausweitung der Nachbarstände überbrücken“, ärgerte sich Vocke noch am letzten Markttag.

Dafür durfte sie verkünden, „wir haben bis zum Schluss keine besonderen Vorkommnisse wie Rettungsdiensteinsätze oder Vandalismus bei den vielen Leuten gehabt. Toll!“ Vocke und Berentzen berichteten allerdings von einer neuen Kriminalitätsform auf dem Markt. „Wir hatten bisher nie Taschendiebstähle zu verzeichnen. Dieses Mal gleich sieben an der Zahl. Da werden wir 2018 gezielt gegen arbeiten“. 2018 beim 19. Korn- und Hansemarkt wird das Haselünner Event noch größer, noch ausgedehnter daher kommen. Es findet in Haselünne dann gleichzeitig der Westfälische Hansetag statt. Da werden sich zusätzlich 45 Hansestädte mit Ständen präsentieren.