Ein Artikel der Redaktion

Viel Beifall für Spirit, Pleasure & More Ensemble bereitet grandioses Vergnügen in Haselünne

Von Daniel Lösker | 22.06.2016, 19:02 Uhr

Das Barockmusikensemble Spirit, Pleasure & More bereitete grandioses Vergnügen beim zweiten Klosterkirchenkonzert des Jahres 2016 in

Das Trio Spirit, Pleasure & More zeigt in seinem Programm mit italienischer und englischer Musik des 17. und 18. Jahrhunderts eindrucksvoll den Geist und das Vergnügen, welche die Musik dieser Zeit bereiten kann. Tiefer Schmerz und große Pein zerfließen im Gesang der Barockvioline und ihrer Begleiterin, der Barockharfe bei Barbara Strozzis Aria „Lagrime mie“.

Einfacher Trick

Christoph Mayer an der Geige und Johanna Seitz, beide Meister ihres Faches, schaffen es, einem Glauben zu machen, dass da tatsächlich gerade jemand von seinem Liebesleide singt. Dies erreichen sie durch einen einfachen Trick. Während die Harfe bereits ihre ersten Töne spielt, interpretiert Mayer den Text in deutscher Übersetzung, bevor sein klagendes Lied beginnt. Das ist nicht nur simpel und einleuchtend, sondern vor allem eindrucksvoll.

Die dritte im Bunde der Protagonisten des Abends ist Monika Nielen an der Barockoboe. Ihr gelingt im zweiten Teil des Programms eine wundervolle Überraschung im doppelten Sinne. Sie spielt die Oboe da caccia, die später zum sogenannten Englischhorn wurde und als solche auch heute noch bekannt ist. In dieser stark gekrümmten Form, sie wird deshalb auch nicht selten Jagdoboe genannt, und mit einem derart ungewohnt großen Trichter, der an ein Horn erinnert, wird man sie aber selten sehen und hören.

Außergewöhnliches Spiel

Und dies ist die zweite vergnügliche Sache. Das Instrument wird bei Nielens außergewöhnlichem Spiel zum kurzzeitigen Star des Abends. Mit seinem warmen und dunklen Alt-Ton durchströmt es bei einer Arie von Georg Friedrich Händel den kargen Raum der Klosterkirche. Ein wahrhaftiges Pläsier!

Zuhörer in den Bann gezogen

Dies trifft ebenfalls auf den Rest des Programmes zu. Dem Trio gelingt es immer wieder, den Zuhörer in seinen Bann zu zeihen. Erstaunlich abwechslungsreich wird da Barockmusik. In wechselnden Besetzungen oder auch ganz solistisch werden „U- und E-Musik“ dieser Zeit miteinander fast unmerklich vermengt. So erklingen neben den bereits genannten Strozzi und Händel auch Sonaten, Canzonen, Toccaten von Frescobaldi, Rossi oder Falconiere sowie Arien von Henry Purcell und ganz selbstverständlich Klänge aus den sogenannten „Masques“, einem Vorläufer der Oper in England. Diese tänzerische und sehr volkstümliche Musik ist auch heute noch äußerst mitreißend und lässt so manchen Zuhörer mit zappelnden Beinen ganz unruhig auf seinem Platze sitzen. Großer Applaus ist dem Trio dafür allemal gewiss.