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Übung auf dem Plesseparkplatz ADAC-Verkehrserziehung in Haselünne

Von Reinhard Fanslau | 06.07.2014, 15:30 Uhr

Es riecht nach Gummi auf dem Plesseparkplatz in Günter Lange hat gerade mit seinem Opel auf einem abgetrennten Teilstück eine Vollbremsung gemacht: von 50 km/h auf 0.

Der ADAC-Verkehrserzieher will Schülern der Klasse 5.1. der Bödiker-Oberschule den Bremsweg eines Autos demonstrieren. Die Reifen qualmen etwas, die Kinder staunen. Das Ganze ist Bestandteil des bundesweiten Programms „Achtung Auto“, das der schulischen Verkehrserziehung dient.

„Quietschende Reifen beeindrucken die Kinder. So etwas kann keine Theorie erreichen“, weiß Lange aus Erfahrung. Vor dem spannenden Versuch nennt der pensionierte Polizist wichtige Fakten zum Thema „Straßenverkehr“, so zum Beispiel, dass Kinder die am meisten gefährdeten Verkehrsteilnehmer sind, weil sie weder Geschwindigkeiten noch Entfernungen richtig einschätzen können. Außerdem sei es erwiesen, dass das Gesichtsfeld und damit der Blickwinkel noch nicht voll entwickelt sind, sagt der ADAC-Experte.

Vor dem Versuch dürfen die Bödiker-Schüler noch ihren eigenen Bremsweg testen. Aus vollem Lauf müssen sie möglichst kurz nach einer aufgemalten Ziellinie anhalten. Manche schaffen es nach 50 Zentimetern, andere erst nach drei Metern. Lange erklärt den Kindern, dass die Länge des Anhalteweges vom Gewicht und vom Lauftempo abhängt.

Dann kommt der Bremsversuch. Der Verkehrserzieher nimmt jedes Mal drei Schüler im Wagen mit und wiederholt die Aktion, bis alle 22 mal an der Reihe waren. Währenddessen verrät Klassenlehrer Tobias Hilbrath: „Die Verkehrserziehung passt uns sehr gut heute. Wir machen noch eine Fahrradtour. Da können die Schüler alles Gelernte anwenden.“

Am Ende der zwei Schulstunden auf dem Plesseparkplatz gibt der Verkehrserzieher den Schülern die warnenden Worte mit auf den Weg: „Seid nie leichtsinnig. Wenn ihr ein Auto seht, und ihr meint, ihr schafft es noch über die Straße, wartet lieber noch eine Minute. Das Auto ist immer stärker als der Mensch.“ Am ADAC-Programm zur schulischen Verkehrserziehung nehmen jährlich 165000 Schüler teil.