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Psychiatrische Institutsambulanz Haselünner Krankenhaus plant weiteren Neubau

Von Carola Alge | 07.01.2016, 17:55 Uhr

Das Haselünner St.-Vinzenz-Hospital plant als weiteren Neubau eine Psychiatrische Institutsambulanz (PIA). Kosten: eine Million Euro. Baubeginn soll im Frühjahr sein.

Unter einer Psychiatrischen Institutsambulanz versteht man ein multiprofessionelles ambulantes Behandlungsangebot psychiatrischer Fachkrankenhäuser und psychiatrischer Abteilungen an Allgemeinkrankenhäusern, die nach dem Sozialgesetzbuch zur Teilnahme an der vertragsärztlichen Versorgung ermächtigt sind. Das Haselünner Krankenhaus gehört dazu.

Auf Gelände neben Gesundheitszentrum

Das neue Gebäude wird auf dem freien Gelände an der Molkereistraße in Haselünne zwischen Gesundheitszentrum Hasemed und der Psychiatrischen Tagesklinik entstehen. Es entsteht in Klinkerbauweise und passt sich architektonisch den angrenzenden Gebäuden an. Im Erdgeschoss werden Suchtambulanz und Anmeldung untergebracht, im ersten Geschoss Gesprächsräume und im Obergeschoss Gruppenraum und ambulante Ergotherapie.

Behandlung zeitintensiv

In den neuen Räumlichkeiten sollen, wie Verwaltungsdirektor Walter Borker im Gespräch mit unserer Redaktion erläuterte, Patienten mit psychiatrischen Erkrankungen „zeitintensiv und umfassend behandelt werden“. Versorgt werden unter anderem Menschen mit Psychosen, bipolaren Störungen, affektiven und neurotischen Störungen (zum Beispiel Depressionen und Ängste), Suchterkrankungen, Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen sowie organisch bedingten Erkrankungen wie Demenz und anderen Gedächtnisstörungen.

Ambulanz für Suchterkrankungen

Zudem soll in den neuen Räumlichkeiten eine sogenannte Substitutions-Ambulanz für Suchterkrankungen entstehen. Dort können sich Betroffene (unter anderem Drogenabhängige) unter ärztlicher Aufsicht ersatzweise medikamentöse Ersatzstoffe verschreiben lassen.

Darüber hinaus gehören unter anderem auch die psychiatrische und psychologische Diagnostik, psychotherapeutische Verfahren, Entspannungstraining in Gruppen, Ernährungsberatung, Beratung in sozialen Angelegenheiten, Vermittlungen von weiterführenden psychosozialen Angeboten etc. zum Angebot der neuen PIA.

Im gewohnten Umfeld

Ziel der Behandlung ist es jeweils, dass erkrankte Menschen in ihrem gewohnten Umfeld bleiben und ihr Leben wieder besser bewältigen können. „Wir bieten eine kontinuierliche Unterstützung an“, so Borker. Dazu steht ein fachärztlich geleitetes therapeutisches Team zur Verfügung. Es ist multiprofessionell zusammengesetzt. Zu ihm gehören Ärztinnen und Ärzte, Diplom-Psychologen und psychologische Psychotherapeuten, Diplom-Sozialarbeiter sowie -pädagogen, Pflegepersonal und Sekretärinnen.

Insgesamt sollen in der PIA, für die etwa 700 Quadratmeter Nutzfläche zur Verfügung stehen, künftig etwa 15 Mitarbeiter beschäftigt werden.

Am Standort etabliert

Das St.-Vinzenz-Hospital Haselünne hat in den letzten Jahren seine Möglichkeiten im Bereich der psychiatrischen Versorgung erheblich erweitern können. Unter anderem sind eine Gerontopsychiatrische Tagesklinik mit integriertem Demenzfrüherkennungszentrum sowie eine Abteilung für Psychosomatik am Standort in Haselünne etabliert worden (wir berichteten).

Mit der Errichtung einer neuen Institutsambulanz komme das Krankenhaus Haselünne „zur psychiatrischen und psychotherapeutischen Vollversorgung im Landkreis Emsland wieder einen guten Schritt voran“, ist der Verwaltungsdirektor überzeugt.

Hospital trägt Kosten

Die bestehenden Räumlichkeiten der jetzigen Institutsambulanz im ehemaligen Gebäude des Hauses St. Elisabeth sind nicht sanierungsfähig und werden zu einem späteren Zeitpunkt abgerissen. Der Abschluss der Bauarbeiten ist für Dezember 2016 vorgesehen. Die Kosten des Neubaus trägt das St.-Vinzenz-Hospital.