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Neubau am St.-Vinzenz-Hospital 20 zusätzliche Planbetten für Psychosomatik Haselünne

Von Carola Alge | 28.02.2017, 13:06 Uhr

Walter Borker strahlt. Der Verwaltungsdirektor des St.-Vinzenz-Hospitals Haselünne freut sich „einfach riesig“ über die Förderzusage des Landes Niedersachsen über 4,5 Millionen Euro für Maßnahmen an seinem Haus.

Mit dem Geld wird eine Klinik für Psychosomatik gebaut. Zudem werden Räume für Ergotherapie, Bewegungstherapie und Musiktherapie und ein ärztlicher Behandlungsbereich geschaffen.

Die Versorgung im Emsland im Bereich Psychiatrie und Psychosomatik kommt nach Ansicht Borkers mit den Maßnahmen wieder ein „großes Stück voran“. Es werden etwa 20 zusätzliche Betten für die Versorgung entsprechender Patienten geschaffen. Baubeginn soll im Sommer/Herbst 2017, die Fertigstellung in etwa zwei Jahren sein. Der Neubau wird rechts versetzt hinter dem Standort des jetzigen Hauses Elisabeth und hinter der Psychiatrie zur Hase hin errichtet. Der Rest des an die Kapelle gegliederten Altbaubereichs wird demnächst abgerissen und durch eine Erweiterung der Außenanlagen (Therapiehof) ersetzt.

Fertigstellung der PIA

Diese Arbeiten erfolgen mit Fertigstellung des Neubaus der Psychiatrischen Institutsambulanz (PIA) an der Molkereistraße. Bei der PIA handelt es sich um ein ambulantes Angebot der St.-Vinzenz-Hospital-Haselünne GmbH für Menschen mit seelischen Erkrankungen, die in der Regel wegen der Art, Schwere oder Dauer ihrer Erkrankung ein besonderes Behandlungsangebot brauchen. Um diesen Aufgaben nachzukommen, entsteht die PIA . Die bisherigen in die Jahre gekommenen Räumlichkeiten, die sich im Bereich der ehemaligen Bettenstation St. Elisabeth befinden, sind sowohl für die Patienten als auch für die Mitarbeiter unzureichend.

Das Haselünner Krankenhaus hat bereits 2011 einen Antrag auf zusätzliche Planbetten im Bereich der Psychosomatik gestellt. Dieser wurde mit der Aufnahme von 20 Planbetten in den Krankenhausplan des Landes Niedersachsen berücksichtigt.

Für die psychosomatische Versorgung soll ein kompakter Bau in westlicher Nachbarschaft zum existierenden Psychiatriegebäude entstehen. Dabei werden, so Borker, Flächen des Patientengartens in Anspruch genommen, für die Ersatz im Gebäudebereich zwischen Psychiatrie und Tagesklinik Gerontopsychiatrie geschaffen wird.

Direkte Anbindung

Als wesentliche positive Standortkriterien sieht der Verwaltungsdirektor die gute Möglichkeit der Erschließung für Patienten und Besucher über die zentrale Haupteinfahrt des Krankenhauses , direkte Anbindung an den Patientengarten, Anbindung und Erweiterung des bestehenden Therapiehofes der Psychiatrie im Sockelgeschoss mit Ausrichtung zur südlich verlaufenden Hase sowie die Möglichkeit der Fortführung des Gebäudekomplexes der benachbarten Psychiatrie.

Transparente Fassaden

Der geplante Neubau verfügt im Untergeschoss über Physiotherapie/Ergotherapie, im Erdgeschoss über Arztdienst Psychosomatik, ambulante Ergotherapie und Versammlungsbereich, im ersten und zweiten Obergeschoss über Betten für die Pflege. Patientenzimmer und gemeinschaftliche Bereiche werden sinnvoll voneinander getrennt. Der gemeinsame Innenhof wird ringförmig erschlossen. Die hier geplanten transparenten Fassaden sollen trotz der räumlichen Entfernung dem Personal einen Überblick über das Geschehen in dieser nach Süden orientierten Zone und die Flure der Patientenzimmer bieten.

Im Untergeschoss ist eine fußläufige Anbindung an das Psychiatriegebäude und damit an alle notwendigen Ver- und Entsorgungsreinrichtungen des Hauptgebäudes vorgesehen.

Viel Tageslicht

Geprägt wird der Neubau von zahlreichen transparenten Bereichen, die Tageslicht in das Gebäude fallen lassen. „Davon profitiert die Flurzone, die den Gemeinschaftsräumen vorgelagert und mit Sitzmöbeln ausgestattet wird. Hier können sich Patienten zwanglos untereinander austauschen und gemeinsam Zeit miteinander verbringen.

Die Leitung der Klinik für Psychosomatik hat Ulrike Schultheis. Sie ist neue Chefärztin der Abteilung für psychosomatische Medizin am St.-Vinzenz-Hospital.