Ein Artikel der Redaktion

Mehrjähriges Projekt abgeschlossen Qualitätssicherung in Haselünner Krippen und Kitas

Von Ingo Hinrichs | 12.06.2018, 16:55 Uhr

Auf einen einheitlich hohen Qualitätsstandard in den kommunalen Krippen und Kindertagesstätten der Stadt Haselünne zielte ein mehrjähriges Projekt, das nun abgeschlossen worden ist. Fazit der Verantwortlichen: Ziel erreicht.

Der Entwicklungsprozess erfolgte unter Federführung der Historisch-Ökologischen Bildungsstätte (HÖB) in Papenburg, in Abstimmung mit dem Niedersächsischen Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung (Nifbe). An dem Projekt „Qualität im Dialog“ hatten zunächst nur die kommunalen Kindertagesstätten in den Ortschaften Eltern, Westerloh, Lehrte und Lahre teilgenommen.

Nach dem erfolgreichen Abschluss des ersten Teils wurde das Projekt ab 2016 mit den inzwischen neu errichteten Kindertagesstätten „Hase-Kids“ und dem Krippenhaus „Lünni“ fortgesetzt. Zum Abschluss wurden nun allen Teilnehmern die Ergebnisse des Prozesses präsentiert und den beteiligten Einrichtungen die Urkunden und Testate ausgehändigt.

Kontinuierlicher Prozess

Bürgermeister Werner Schräer danke alle Beteiligten für vier Jahre intensive und sehr erfolgreiche Arbeit. Das Projekt habe, so Schräer, „von allen mehr gefordert, als man tarifrechtlich verlangen konnte“. Mit diesem Projekt sei zwar ein großer Schritt gemacht, die Entwicklungsarbeit würde aber kontinuierlich fortgesetzt.

Ein sehr positives Fazit zogen in ihren Statements auch alle Leiterinnen der beteiligten Einrichtungen. Es sei nicht nur ein sehr intensiver und effizienter Entwicklungsprozess gewesen, sondern im Team der Leitungen sei auch eine enge Verbundenheit entstanden.

Hoher Stellenbedarf

Dass im Bereich der Krippen und Kindertagesstätten noch viel zu tun ist, machte auch Gerlinde Schmidt-Hood vom Nifbe deutlich. Nach den von ihr zitierten Zahlen des Deutschen Jugendinstituts werden bis 2025 für rund 750.000 zusätzliche Plätze in Krippen und Kindertagesstätten mehr als 300.000 weitere Fachkräfte nötig sein.

Das Emsland sah Schmidt-Hood dabei als „gut aufgestellt“ an. „Hier wird die sich abzeichnende Problematik als Gemeinschaftsaufgabe angesehen und von allen Beteiligten an zukunftssicheren Lösungen gearbeitet.“

Kindgerechte Arbeit

Mit der theoretischen Seite der Entwicklungsarbeit beschäftigte sich ein Vortrag von Doris Sparringa zum Thema frühkindliche Bildung. Durch ein funktionierendes Qualitätsmanagement würden, so Sparringa, die nötigen Voraussetzungen geschaffen werden, um Kindern großzügige Spiel- und Entwicklungsräume zu geben. Kinder seien lerninteressiert. Sie stellen unermüdlich Fragen, seien stets auf „Entdeckungsfahrt“ und möchten die Antworten selbst entdecken.

„Kindorientierte Arbeit muss deshalb darauf gerichtet sein, herauszufinden, wonach Kinder in ihrem Handeln forschen, was sie finden möchten und welche Gedanken, Fantasien und Bewältigungspraktiken sie dabei entwickeln.“ Dies bedeute für die Qualitätsentwicklung in der Kindertagesstätte: „Erwachsene müssen die Eigenarbeit der Kinder respektieren.“