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Kommentar zu Abschiebung Vorgehen im Fall Sami aus Hemsen herzlos?

Meinung – Carola Alge | 19.04.2016, 08:20 Uhr

Er wäre so gern geblieben, sagen Freunde von Sami. Er durfte nicht, weil es das Dubliner Abkommen so vorsieht. Formaljuristisch scheint der Fall klar. Wie hier vorgegangen wurde, wirkt jedoch herzlos. Ein Kommentar.

Wie Freunde des 21-Jährigen berichten, hatte er vor seiner Abholung aus Hemsen keine Zeit, sich von ihm Nahestehenden zu verabschieden, wurde von einer Minute auf die andere aus seinem seit einem Jahr vertrauten Umfeld gerissen. Aus seinem Umfeld in Meppen-Hemsen, in dem der vor Terror und Verfolgung geflohene junge Mann aus Eritrea ein neues Zuhause fand.

Zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit hat er seine Heimat verloren. Viele aus seinem Umfeld, die sich seit Monaten mit viel Herzblut für Sami eingesetzt haben, macht es wütend und traurig, dass ihm die derzeitigen politischen Regelungen keine Chance gegeben haben. Ihm, der sich von Anfang an bemühte, ein Teil unserer Gesellschaft und unseres Landes zu werden, der Aussicht auf einen Job hatte.

Viele Menschen haben sich für Sami eingesetzt, dafür gekämpft, dass er bleiben darf. In die Öffentlichkeit drang das leider zu wenig. Vielleicht hätte gerade die aber hilfreich sein können.