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Kommentar Keine Marktsperrung in Haselünne: Eine Chance vertan

Meinung – Carola Alge | 15.06.2018, 17:01 Uhr

Normalerweise arbeiten CDU und SPD im Haselünner Rat bei wichtigen Entscheidungen oft Hand in Hand zum Wohle der Stadt. Im Fall einer zeitlich begrenzten Sperrung des Markts für den motorisierten Verkehr gibt es eine solche Zusammenarbeit nicht. Leider. Ein Kommentar.

Argumente beider Seiten sind zum Teil durchaus nachvollziehbar, allerdings nicht durch praktische Erfahrungen belegt. Eine Testphase mit Frequenzzählung hätte hier wertvolle Erkenntnisse gebracht. Selbst dann, wenn die Probesperrung zunächst nicht gleich für drei Monate, sondern für ein paar verlängerte Wochenenden durchgeführt worden wäre – mit offenem Ergebnisausgang.

Würden die Geschäfte am Markt tatsächlich weniger frequentiert? Würden die Einzelhändler an der Neustadtstraße, wie von einigen befürchtet, vom Kundenstrom abgehängt? Gäbe es in der Außengastronomie nicht deutlich mehr Besucher? Auf all diese Fragen lässt sich nach der Ratsentscheidung nur spekulativ antworten.

Es wurde leider eine Chance vertan. Eine Chance auch, durch die eine oder andere von der SPD im Zusammenhang mit der von ihr beantragten Marktsperrung vorgeschlagene Veranstaltung in der guten Stube potenzielle neue Kunden anzuziehen. Das Bündel der genannten Aktivitäten ist sicher in seiner Fülle für Haselünne ein wenig überdimensioniert. Aber ein Teil davon wäre einen Versuch wert.