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Kapazitäten erweitert Richtfest an Haselünner Kläranlage

Von Reinhard Fanslau | 29.05.2015, 15:15 Uhr

Die Erweiterung der städtischen Kläranlage an der Hammer-Tannen-Straße kostet etwa 4,2 Millionen Euro, die Baumaßnahme wird voraussichtlich Ende des Jahres fertig gestellt sein, die Bürger müssen demnächst keine höheren Abwassergebühren entrichten: Das waren die drei wichtigsten Erkenntnisse beim Richtfest des Erweiterungsbaus.

„Für ein Klärwerk einen passenden Richtspruch zu finden ist nicht so einfach wie für ein Einfamilienhaus“, sagte Zimmerermeister Ralf Kramer vor der Zeremonie. Nicht nur für den Handwerker aus Holdorf (Landkreis Vechta) war dieses Richtfest etwas ganz Besonderes, sondern ebenso für die am Bau beteiligten Architekten, Ingenieure und Handwerker.

Daher hatten viele von ihnen auch weiteren Weg angetreten, um bei der Feier dabei zu sein. Doch ehe Kramer den Rohbau erklomm und in luftiger Höhe seine eigens für diesen Anlass selbstverfassten Zeilen vortrug, richteten zunächst Haselünnes Bürgermeister Werner Schräer und Vize-Landrätin Margret Berentzen Grußworte an die Anwesenden.

„Hier ist hervorragende Arbeit geleistet worden“, stellte Schräer in seiner Rede fest und wies darauf hin, dass die Stadt Haselünne die finanzielle Last der Baumaßnahme nicht alleine tragen muss. Zuschüsse in Gesamthöhe von 850000 Euro kommen vom Landkreis und dem Europäischen Fond für regionale Entwicklung (EFRE).

Mit Blick in die Zukunft sagte der Bürgermeister: „Wir werden hier mehr machen, als nur schmutziges Abwasser säubern und wieder in die Hase leiten. Hier werden wir bald in der Lage sein, besonders fett- und zuckerhaltige Abwässer zu reinigen und daraus Strom und Wärme zu erzeugen.“

Dazu sollen Schmutzfrachten in einem Reaktor in einem bis zu drei Wochen dauernden Faulprozess abgebaut und Biogas gewonnen werden. Das Prozesswasser aus dem Reaktor wird über Lamellenabscheider der Kläranlage zugeführt und dort abschließend gereinigt.

Die stellvertretende Landrätin erinnerte in ihrer kurzen Ansprache zunächst allgemein daran, dass nicht überall auf der Welt der Zugang zu sauberem Wasser für die Menschen selbstverständlich und dass das Recht auf sauberes Wasser ein verbrieftes Menschenrecht ist.

Konkret auf den Erweiterungsbau mit dem sogenannten Anaerobreaktor als Kernstück bezogen sagte Berentzen: „Diese Baumaßnahme ist ein wesentlicher Beitrag zur Standortsicherung und Verbesserung der Lebensqualität der Bürger. Dieser Prozess darf nie aufhören.“

Nachdem dann Ralf Seeselberg vom Ingenieurbüro Born und Ermel an einem Plan das Funktionsprinzip des Klärwerks erläuterte, waren der Worte genug gewechselt und Zimmermeister Kramer führte die Richtfestzeremonie mit Richtspruch und fallen zu lassendem Schnapsglas durch.

Gemeinsam sangen am Ende alle „Großer Gott, wir loben dich“, um dann zur obligatorischen gemeinsamen Richtfestfeier mit Essen und einigen Getränken überzugehen.