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Hauseingang weiter versiegelt Toter in Haselünne: Schwester fand den 46-Jährigen

Von Carola Alge | 22.02.2017, 14:05 Uhr

Die Schwester des vor einer Woche verstorbenen 46-Jährigen in Haselünne hat dessen Leiche gefunden. Entsprechende Informationen unserer Redaktion bestätigte die Staatsanwaltschaft Osnabrück.

Nach weiteren Informationen soll sie mit ihm und einem weiteren Bruder gemeinsam in dem Haus gelebt haben, in dem der Mann starb.

Eingang des Hauses versiegelt

Der Eingang des Hauses, in dem der Tote gefunden wurde, ist von der Polizei immer noch versiegelt. Von Weitem ist an der Tür ein gelber Aufkleber zu erkennen. Wer ihn beschädigt, ablöst oder unkenntlich macht, macht sich strafbar. Eine Versiegelung erfolgt unter anderem vorsorglich, wenn es sich möglicherweise um einen Tatort handelt, aber zum Beispiel auch, um Eigentumssicherung zu betreiben. Achim van Remmerden, Sprecher der Polizeiinspektion Emsland-Bentheim, erklärte am Mittwoch auf Nachfrage unserer Redaktion, die Wohnung sei für weitere Untersuchungen und Durchsuchungen beschlagnahmt.„Das Siegel klebt an der Tür bis zur Beendigung der Spurensicherung und Aufhebung der Beschlagnahme“, bestätigte Oberstaatsanwalt Alexander Retemeyer.

Mit Hochdruck

Mit Hochdruck arbeiten die Ermittler weiter an der Aufklärung der näheren Umstände des Todes des Mannes in Haselünne . Die Polizei hat eine 18-köpfige Sonderkommission eingesetzt. Was ihre Aufgaben sind, dazu wollte die Polizei keine Angaben machen. Gebildet wurde die Soko, weil die Möglichkeit eines Tötungsdeliktes nicht auszuschließen sei. Sie ermittelt nach Angaben Retemeyers „in sämtliche Richtungen“.

 Wie berichtet, war der Mann in der vergangenen Woche am Mittwoch von einer, wie die Polizei seinerzeit mitteilte, Angehörigen tot in der Wohnung gefunden worden. Einen Tag später schaltete die Frau einen Arzt ein, der sich an die Polizei wandte. Warum die Frau sich erst einen Tag nach dem Finden ihres toten Bruders meldete, ist unklar. Die Staatsanwaltschaft Osnabrück ordnete eine Obduktion des 46-Jährigen an.

Flüssigkeit im Körper weiter unbekannt

Dabei wurde in seinem Körper eine unbekannte Flüssigkeit festgestellt. Ob es sich dabei um eine ätzende, eine säurehaltige oder zum Beispiel toxische Substanz handelt und ob sie den Tod des 46-Jährigen verursachte, ist noch nicht bekannt. Wie die Staatsanwaltschaft Osnabrück dazu auf Anfrage sagte, liefen hier die Ermittlungen ebenso wie mit Blick auf die Frage, ob der Verstorbene die unbekannte Flüssigkeit selbst eingenommen hat oder ob sie ihm verabreicht wurde. Die Untersuchungen der Rechtsmediziner können nach Angaben der Staatsanwaltschaft Wochen oder sogar Monate dauern.

Nicht bei Tatort & Co.

Warum diese Untersuchungen der Flüssigkeit im Körper des Toten viel Zeit in Anspruch nehmen, erkläre sich aus der Tatsache, dass die Analyse sehr aufwendig sei. Die Flüssigkeit müsse auf jeden möglichen Stoff untersucht werden. „Das kostet, anders als es im Fernsehen bei Tatort & Co. dem Zuschauer vermittelt wird, sehr viel Zeit“, so van Remmerden. Schnelle kriminaltechnische und wissenschaftliche Untersuchungen gebe es, unterstrich auch Retemeyer, „leider nur im Film“.