Ein Artikel der Redaktion

1660 Kilometer in 17 Tagen Haselünnerin Anne Tessmer radelt für guten Zweck durch Deutschland

Von Mascha Abeln | 30.10.2021, 10:23 Uhr

Eigentlich wollte die gebürtige Haselünnerin Anne Tessmer zu ihrem 40. Geburtstag eine Fahrradtour durch Europa machen, doch Corona machte ihren Urlaubsplänen einen Strich durch die Rechnung.

Nun ist die Emsländerin stattdessen durch Deutschland geradelt, denn fahren wollte sie unbedingt: "Ich radel, damit Räder Leben verändern!". Genau so heißt auch die Spendenaktion, die Tessmer auf der Plattform betterplace gestartet hat.

Warum das Ganze?

Tessmer, die sich selbst als nicht-sportlich beschreibt, ist von ihrer Wahlheimat Frankfurt aus zu drei Touren gestartet, zuerst nach München, dann nach Berlin und zum Schluss nach Norderney. Um Aufmerksamkeit zu bekommen, berichtet sie auf einem Blog und mit Videos über ihre Reiserlebnisse. Der Grund für das Ganze: Mit den Spenden möchte Anne Tessmer das Projekt "Fahrräder = Mobilität = Bildung" der World Bicycle Relief unterstützen, das Menschen, unter anderem in Malawi, mit Fahrrädern ausstattet.

134 Euro beispielsweise ermöglichen einen Schulkind in Subsahara-Afrika, ein Fahrrad - und damit die Chance, regelmäßig zur Schule zu gehen und eine sichere Zukunft zu haben. "Die Räder ermöglichen Bildung, denn zu Fuß wären viele Kinder mehrere Stunden lang unterwegs zur Schule. Auch Hebammen zum Beispiel erleichtert ein Fahrrad die Arbeit", berichtet Margret Berentzen, Tessmers stolze Mutter, bei der die Spendensammlerin auf ihrer Nord-Route einen Stopp in Haselünne eingelegt hat.

Ab Haselünne zu zweit unterwegs

1660 Kilometer (inklusive Umwegen) in insgesamt 17 Tagen hat Anne Tessmer auf dem nicht-motorisierten Rad hinter sich gebracht - und dabei einiges erlebt. Nicht nur schöne Landschaften und interessante Begegnungen, sondern auch erschreckendes: "Als ich die Ahr nahe der Mündung in den Rhein überquert habe, waren die Folgen der Flut noch immer deutlich zu sehen."

Gegen Ende der Reise wurde die Gegend dann immer vertrauter, erst im Münsterland, dann im Emsland. Ab Haselünne begleitete Mutter Margret ihre Tochter auf dem Endspurt bis zur Nordsee: "Zeit für Gespräche, gemeinsames Lachen und tolle Landschaften, das war ein besonders schöner Reiseabschnitt."

Am Ende ist Tessmer damit aber noch nicht: "2024 will ich die Europa-Tour nachholen - und nach Berlin geht es auch noch. Bis März 2022 läuft die Spendenaktion darum noch weiter!"