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Geldstrafe und Fahrverbot Verkehrsrüpel wegen Vorfall bei Haselünne verurteilt

Von Alfred Korfhage | 13.12.2015, 17:45 Uhr

Keinerlei Verständnis brachten Strafrichter und Staatsanwältin für einen 35-Jährigen auf, der auf der Strecke zwischen Helte und Haselünne einen anderen Verkehrsteilnehmer gefährdet hatte. Sie verurteilten ihn zu einer Geldstrafe und verhängten ein neunmonatiges Fahrverbot.

Ab dem Kreisverkehr in Helte war der Angeklagte dem anderen Fahrzeug gefolgt, fuhr mehrmals bis auf wenige Meter auf dieses auf, bevor er dieses überholte. In Bückelte stellte er sich quer auf die Fahrbahn und zwang den anderen zu einer Notaktion: Er musste auf die Busbucht ausweichen, um einen Zusammenstoß zu vermeiden. Dann gab der Angeklagte wieder Tempo und wiederholte das Fahrmanöver noch enger hinter einer Kurve. Wieder musste der Bedrängte mit Notbremsung und Ausweichen auf Grünstreifen und Fahrradweg einen Crash vermeiden.

Angeklagter zeigt Einsicht

Der Angeklagte hatte einen Strafbefehl abgelehnt, sodass die mündliche Verhandlung angesetzt werden musste. In seiner Hergangsschilderung versuchte er, die von ihm offenbar grundlos heraufbeschworene Auseinandersetzung herunterzuspielen. Er sei mit Tempomat unterwegs gewesen und deshalb zweimal so nahe aufgefahren. Dann habe er wissen wollen, warum der Fahrer ihm gegenüber gestikulierte, er habe ihn anhalten und befragen wollen, auch das zweimal. Die Straße habe er nur zu zwei Dritteln mit Querstellen seines Autos gesperrt. Er sehe ein, dass er nicht richtig gehandelt habe.

Nach Aussage des bedrängten Autofahrers war die vom Angeklagten verursachte Behinderung höchst dramatisch. Der Zeuge habe nicht gewusst, was der Angeklagte von ihm wolle, es sei aggressiv gewesen. Nach der zweiten Straßensperrung sei er schneller gefahren. Viermal sei er um den Kreisverkehr vor Haselünne gefahren, dann sei der andere verschwunden. Er habe keinen Anlass gegeben, ihn und seine mitfahrende Ehefrau so zu gefährden. Er habe den Angeklagten nicht behindert, dieser hätte jederzeit überholen können. Nur mit Glück sei es nicht zum Unfall gekommen, bei dem sicher Schäden und Verletzungen die Folge gewesen wären, vermutet das Opfer.

Auf Führerschein angewiesen

Weil die Tendenz einer Verurteilung deutlich wurde, bat die Verteidigerin um eine Unterbrechung der Verhandlung, um ein Rechtsgespräch mit ihrem Mandanten zu führen. Ziel war der Versuch, einen Führerscheinentzug zu verhindern. Der Angeklagte sei beruflich auf die Fahrerlaubnis angewiesen.

Doch die Staatsanwältin blieb bei ihrer Linie, die sie schon in der Sitzung angedeutet hatte. Sie beantragte siebzig Tagessätze zu je fünfzig Euro dazu eine Führerscheinsperre von zehn Monaten. Der Angeklagte habe zweimal schwere Eingriffe in den Straßenverkehr vorgenommen, indem er Hindernisse aufbaute. Dazu komme tateinheitlich eine Nötigung. Sein Verhalten seien keine Lappalien. Die Verteidigerin bat um eine kürzere Frist, ein halbes Jahr ohne Führerschein könne ihr Mandant vielleicht mit dem Arbeitgeber organisieren. Er ergänzte, dass er sich für sein Fehlverhalten entschuldigen wolle.

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Der Strafrichter verurteilte den Angeklagten zu der beantragten Geldstrafe von 3500 Euro, minderte aber die Sperre auf neun Monate. Der Tatvorwurf sei nachgewiesen, er habe einen gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr in Tateinheit mit Nötigung begangen. Die ursprünglich per Strafbefehl vorgesehene Sanktion sei durch sein Geständnis um ein Viertel gemindert worden. Sein Verhalten sei zu missbilligen, auf eine Strafe zum Schutz der Verkehrsteilnehmer sei daher, auch mit den Auswirkungen, nicht zu verzichten.