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„Der Engel von Haselünne“ Bundesverdienstkreuz für Margret Berentzen

Von Carola Alge | 18.12.2013, 19:55 Uhr

Großer Bahnhof am Mittwochabend im Heimathaus Büter in Haselünne: Gäste aus Politik, Wirtschaft und Kultur sowie zahlreicher Institutionen waren gekommen, um einer besonderen Ehrung beizuwohnen: der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an stellvertretende Landrätin Margret Berentzen.

Verdient habe die Haselünnerin diese Auszeichnung im wahrsten Sinne des Wortes. „Sie ist eine echte Kümmerin“, bezeichnete Wilfried Beckmann vom „Initiativkreis familienfreundliche Stadt Haselünne“ die Geehrte. Sie kümmere sich um Menschen, deren Zusammenleben, ihr Miteinander und Versöhnen, ihre finanzielle Situation, ihren Berufsweg und vor allem um ein „Weniger in ihrer Einsamkeit“. Das Wohlergehen der Menschen sei die Triebfeder Berentzens sozialen Handelns. Für viele Menschen sei sie eine Vertrauensperson mit einem „übergroßen Herzen des Helfens“.

Beckmann bescheinigte der Bundesverdienstkreuzträgerin Durchhaltevermögen, Organisationstalent und Ideenreichtum. Die Haselünner Ausbildungsbörse zum Beispiel sei dank ihres Engagements im Emsland zur Vorzeigebörse geworden. Aber auch das Haselünner Kulturkino Hasetor etwa, ein Kleinod in der Hasestadt, würde es ohne ihre Aufbauhilfe nicht geben. 

 Als Fördervereinsvorsitzende des Kinderheims Hogar Esperanza in Chile kümmerte sich Berentzen zudem fast 20 Jahre um Sponsoren für den Unterhalt des Heims; mehr als 1,2 Millionen Euro kamen zusammen.

Und nicht zuletzt gründete die heute 64-Jährige 1993 den „Initiativkreis familienfreundliche Stadt Haselünne“ und gab 2010 den Impuls für den Freiwilligenservice, der sich um Alte, Kranke und Alleinstehende kümmert. Margret Berentzen sei, so Beckmann unter dem Beifall der Gäste, ein „vom lieben Gott geschaffener Engel – der Engel von Haselünne“.

Geben, sich für jemanden einzusetzen, sich zu engagieren, ohne dafür materiell entlohnt zu werden – das sei eine der großen Tugenden Berentzens, betonte Landrat Reinhard Winter in seiner Laudatio. Ohne diesen ehrenamtlichen engagierten Einsatz vieler würde unser Gemeinwesen nicht funktionieren. Die Bundesverdienstkreuzträgerin sei dabei ein „unverzichtbarer Mosaikstein in diesem dichten Gefüge“. Sie sei politisch engagiert und übernehme soziale wie kulturelle Verantwortung.

Erste Spuren in der Kommunalpolitik hinterließ Berentzen bereits im zarten Alter von 21 Jahren, als sie sich ihre ersten Verdienste im Gemeinderat ihres Heimatortes Wippingen erwarb. Es folgte die Mitgliedschaft im Kreistag Aschendorf-Hümmling ab November 1976 sowie im Interimskreistag. Seit 1. November 1996 gehört sie dem emsländischen Kreistag an, ist Mitglied im Kreisausschuss. Bereits in dritter Wahlperiode bekleidet sie das Amt der zweiten stellvertretenden Landrätin. Gerade auch hier mache die Ordensträgerin, so Winter, einen ganz tollen Job: „Du repräsentierst den Landkreis Emsland in ganz hervorragender Weise. Du trägst entscheidend mit zum positiven Image bei.“ Charismatische Ausstrahlung, menschliche Wärme und Überzeugungskraft machten sie zur Sympathieträgerin.

Berentzen habe mit ihrem Engagement die Lebensqualität der schönen Stadt Haselünne ein gutes Stück vorangebracht. Das gelte vor allem im Hinblick auf die vielen jungen Familien und für ein Miteinander der Generationen, und das gelte besonders für Menschen, „die aus gesundheitlichen oder finanziellen Gründen nur selten auf der Sonnenseite des Lebens stehen.“

Bürgermeister Werner Schräer bekannte, Berentzen könne einen Beamten mit ihren vielen Ideen „durchaus erst mal drei Tage schlucken lassen“. Beharrlich und dabei stets sympathisch hake sie jedoch immer wieder nach und bekomme letztlich das „Ja“ für ein Vorhaben. Nach dem Motto „täglich grüßt das Murmeltier“ gewinne sie so auch dann Mitstreiter, wenn andere schon längst aufgegeben hätten, die Klinke zu drücken. „Deine Herzlichkeit und dein Lächeln sind einfach gewinnbringend für alle. Bewahre dir das“, wünschte er.