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„Das Lob hat richtig gut getan“ Auszubildende führen Haselünner Filiale

Von Helmut Diers, Helmut Diers | 14.06.2016, 14:05 Uhr

Auszubildende der Drogerie-Kette Rossmann haben in einer Filiale in Haselünne eine Woche lang das Ruder übernommen und eigenverantwortlich den Laden geführt.

„Suchen Sie etwas Bestimmtes?“, fragt eine junge Dame an der Kasse. Sie trägt ein feuerrotes T-shirt mit dem weißen Aufdruck „AZUBI-WOCHE – Wir sind dran!“ Auch die Leiterin der Filiale trägt ein rotes T-Shirt mit dem Aufdruck. Rebecca Pück, 21 Jahre aus Oldenburg, Auszubildende zur Kauffrau Fachrichtung Körperpflege und Kosmetik im zweiten Ausbildungsjahr, hat für eine Woche als Verkaufsstellenleiterin die Führung der Haselünner Verkaufsstelle übernommen.

Zehn Azubis im Team

Sie steht jetzt an der Spitze einer Rossmann-Mannschaft von zehn Auszubildenden, die aus mehreren Verkaufsstellen von Nordhorn bis Oldenburg für eine Woche nach Haselünne gekommen sind, um Praxiserfahrungen ganz anderer Art zu sammeln und bereits erworbenes Wissen praktisch in Eigenverantwortung auszuprobieren. Manuela Wessling, die eigentliche Haselünner Verkaufsstellenverwalterin lädt nun mit Rebecca Pück und deren Stellvertreterin, der 20-jährigen Kimberly La Grange (Oldenburg) ins Büro der Verkaufsstelle zum Gespräch. Eigentlich haben La Grange und Pück an diesem Tag schon Feierabend, stehen aber dennoch der Meppener Tagespost zur Verfügung.

Für La Grange ist es sogar der letzte Tag in Haselünne. Sie steht am nächsten Tag in Oldenburg in ihrer mündlichen Abschlussprüfung. „Ich habe schon die Zusage, ich werde übernommen!“ Manuela Wessling ist mit den Azubis zufrieden: „Das ist erst das zweite Mal, dass ich gefragt werde“, sagt sie anerkennend. An ausgewählten Standorten wie Haselünne zeigen die Rossmann-Auszubildenden bundesweit ihr Können. Die jungen Nachwuchskräfte lernen miteinander und voneinander. „So stärken sie ihre Fähigkeiten im Umgang mit Kunden, Kollegen und dem Sortiment“, heißt es bei der Dirk Rossmann GmbH.

„Bedenken sind verflogen“

Das bestätigt Wessling auf ganzer Linie. „Es läuft viel besser, als gedacht. Meine Bedenken sind restlos pulverisiert“. Und La Grange ergänzt: „Ich finde es ganz toll, dass man mal in die Leitungsrolle schlüpfen, sein Wissen und Können unter Beweis stellen kann“. Von den Azubis werde man schon ernst genommen. Anweisungen würden auch sofort ausgeführt. Das Schönste sei aber Lob aus der Firmenleitung. „Gestern war unser Verkaufsleiter zu Besuch. Der war begeistert und hat gemeint, unser Markt sehe sehr schön aus“.

Pück weiß aber auch, dass mit der Leitungsaufgabe durchaus Stress und Verantwortung verbunden ist. „Alle kommen zu einem, fragen wie geht das, ich möchte Pause machen, ich möchte noch nicht“. Sie fügt hinzu, „die aus dem ersten Lehrjahr muss man regelrecht zur Pause zwingen“. Jetzt steht aber für die Azubis nicht nur an, den Rossmann-Markt irgendwie über die Woche zu bringen. „Wir machen für jeden Tag eine Tagesplanung. Da wird festgelegt, wer zu welcher Zeit was macht wie Kasse oder die Regale aus- und einräumt. Da haben wir auch einen Markterlebnistag mit einem Schätzspiel für die Kunden vorbereitet“, erklärt La Grange.

„Die Kunden können den Warenwert in einem vollen Einkaufwagen schätzen. Wer am dichtesten am Gesamtpreis ist, darf die Ware später mitnehmen“. Bedauert wird von der Azubi-Marktleitung, dass manche Kunden sie nicht ernst nehmen. „Da fallen dann auch schon mal so Sätze wie ‚Du kannst mir sowieso nicht helfen‘. Das tut weh“, ist für La Grange eine leidvolle Erfahrung.

Aber auch Positives wissen die Azubis in Haselünne zu schätzen. „Heute kam eine alte Dame zu mir und sagte mit einem Lächeln, sie finde es toll, was wir hier machen. Das baut auf“.