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Abteilung für psychosomatische Medizin Neue Chefärztin am Krankenhaus Haselünne

Von Carola Alge | 24.01.2017, 09:10 Uhr

Unfall, Verlust eines Familienmitglieds, heftige Probleme am Arbeitsplatz –es gibt diverse Situationen, die das Leben schnell aus der Bahn geraten lassen können. Viele fassen nur schlecht wieder Tritt, sind teilweise lange traumatisiert. Helfen kann hier unter anderem die Psychosomatik. Diese Abteilung am Haselünner Krankenhaus wird von Ulrike Schultheis geleitet.

Sie ist neue Chefärztin der Abteilung für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am St.-Vinzenz-Hospital. Die 46-Jährige wurde in Mechernich geboren, studierte Humanmedizin an der Freien Universität Berlin und der RWTH Aachen. Nach ihrer Zeit in der Inneren Medizin in Mönchengladbach und Gütersloh, wo sie später als Oberärztin tätig war, machte sie 2003 ihren Facharzt für Innere Medizin. Seit März 2006 arbeitete Schultheis im LVR Klinikum in Essen. Zunächst begann sie dort als Assistenzärztin im Bereich Psychosomatische Medizin und Psychotherapie. 2010 legte sie die Facharztprüfung ab. Sie war ab da Oberärztin des Bereiches und seit 2013 Leitende Oberärztin sowie kommissarische Klinikdirektorin.

Therapiebausteine

Die Medizinerin ist zertifizierte Psychoonkologin und EMDR-Therapeutin. Schultheis behandelt alle gängigen psychosomatischen Erkrankungen wie zum Beispiel Essstörungen, Traumafolgestörungen, sogenannte somatoforme und somato-psychische Störungen. Außerdem hat sie Erfahrung in den Bereichen Transsexualität, kulturspezifischer Psychotherapie sowie Transplantationsmedizin.

Achtsamkeitstraining

Hierbei kommen die unterschiedlichsten Therapiebausteine einer modernen Psychosomatik individuell zum Einsatz. „Darunter verstehen wir unter anderem Einzel- und Gruppentherapie mit tiefenpsychologisch und verhaltenstherapeutischem Ansatz, Kreativ- und Bewegungstherapie, Entspannungsverfahren und Achtsamkeitstraining“, erläutert Schultheis. Manchmal reichten wenige Therapiestunden, um in den Alltag zurückzukehren. Manchmal brauche der Prozess Zeit.

Die Psychosomatische Medizin versteht sich als eine Disziplin, die in besonderem Maße Körper und Seele gemeinsam betrachtet und oftmals wieder zusammen bringt und diese Zusammenhänge für den Patienten verstehbar macht. Einen Behandlungsschwerpunkt hat Schultheis im Bereich der akuten und komplexen Traumafolgestörungen. „Schlimme Dinge im Leben eines Menschen können nicht rückgängig gemacht werden, aber Ziel einer Behandlung ist es, den Betroffenen wieder möglichst viel Lebensqualität und Handlungsspielraum zurückzugeben.“

Klinik für Psychosomatische Medizin

Die neue Chefärztin freut sich, wie sie bei einem Pressetermin erklärte, die Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie in Haselünne mit einem „hoch engagierten Team von Pflegekräften, Psychologen, Therapeuten sowie Ärzten aufzubauen und weiterzuentwickeln.“

Dabei wünschte ihr Kuratoriumsvorsitzender Klaus Schütte „alles Gute und viel Erfolg“. Verwaltungsdirektor Walter Borker und Geschäftsführer Bernd Runde bezeichneten die neue Chefärztin als „Bereicherung und Glücksfall für das Krankenhaus“ gerade auch mit Blick auf den geplanten Neubau für diesen Bereich. Das sei, betonte ebenfalls Schütte, „eine spannende Aufgabe“. Neben den Abteilungen der Inneren Medizin und Psychiatrie und jetzt mit der Psychosomatik als drittem Fachbereich sei das Haselünner Krankenhaus für die Zukunft sehr gut aufgestellt.