Informationstafel aufgestellt Haselünne würdigt den Juristen Tonio Bödiker

Von Helmut Diers

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Die Informationstafel am Bödiker-Denkmal ist durch Dieter Kronabel, Werner Schräer, Bernhard Herbers und Franz Wekenborg vorgestellt worden. Foto: DiersDie Informationstafel am Bödiker-Denkmal ist durch Dieter Kronabel, Werner Schräer, Bernhard Herbers und Franz Wekenborg vorgestellt worden. Foto: Diers

Haselünne. Tonio Bödiker war maßgeblich am Entstehen der gesetzlichen Sozialversicherung beteiligt. Darauf macht jetzt eine Informationstafel in Haselünne aufmerksam.

Gemeinsam installierten der Heimatverein und die Stadt Haselünne auf dem Parkplatz an der Bahnhofstraße vor dem Bödiker-Denkmal die Tafel, die Auskunft gibt über die wichtigsten Lebensstationen des am 5. Juni 1843 in Meppen geborenen, in Haselünne aufgewachsenen und am 4. Februar 1907 in Berlin verstorbenen Anton Wilhelm Laurenz Karl Maria Bödiker, genannt Tonio Bödiker. Der Text wurde wesentlich von Wilhelm Rülander erstellt.

Wie Dieter Kronabel und Bernhard Herbers vom Arbeitsausschuss „Archiv und Heimatgeschichte“ im Heimatverein Hasleünne erklärten, besuchte Bödiker zunächst die Schule in Haselünne und machte später sein Abitur in Meppen. Danach habe er Rechts- und Staatswissenschaft in Heidelberg, Berlin und Göttingen studiert. Von 1864 bis 1871 übte der Jurist Bödiker Tätigkeiten im hannoverschen Justiz- und Verwaltungsdienst aus. 1871 bis 1872 sei er im preußischen Innenministerium tätig gewesen, bevor er von 1873 bis 1881 Landrat des Kreises Mönchengladbach war. 1881 wechselte Bödiker in das Reichsamt des Inneren in Berlin und war maßgeblich beteiligt am Entwurf des 1884 verabschiedeten Unfallversicherungsgesetzes.

Am 11. Juli 1884 stieg Bödiker zum Präsidenten des neu geschaffenen Reichsversicherungsamtes in Berlin auf. Das Amt hatte Bödiker bis zu seinem Rücktritt 1897 inne, berichteten die Heimatforscher.

Bis 1903 war Tonio Bödiker, nach dem heute noch eine Straße in Berlin benannt ist, Mitglied im Direktorium der Firma Siemens & Halske in Berlin. Kronabel führte aus, dass bereits im Februar 1907 in Haselünne ein Komitee zur Errichtung eines Denkmals zu Ehren des Verstorbenen entstand. Das Denkmal wurde auf dem Bahnhofsvorplatz an der Bahnhofstraße, jetzt Schulgelände der Bödiker Oberschule, errichtet und am 29. Juni 1909 eingeweiht. 1967 ist es neben der Stadthalle neu errichtet worden, 1992 auf dem Parkplatz an der Bahnhofstraße, bis es 2008 den heutigen Standort in den ehemaligen Bödikerschen Gärten erhielt. „Bödiker ist damit fast an seinen Ursprungsort zurückgekehrt“, merkte Bürgermeister Werner Schräer. Bernhard Herbers und Franz Wekenborg, Fachbereichsleiter der Stadt wiesen darauf hin, dass bereits rund 50 Infotafeln im Stadtgebiet über markante Gebäude und Plätze Auskunft geben.


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