Neues Auslassbauwerk am See Hochwasser kann in Haselünne schneller abgelassen werden

Von Carola Alge


Haselünne. Die Maße sind beachtlich: Statt des alten Auslassrohres, das lediglich einen Durchmesser von einem Meter hatte, weist das neue eine Breite von 3,50 Metern sowie eine Höhe von 3,55 Metern auf. Die neue rechteckige Auslassvorrichtung wird zurzeit am See gebaut.

Unter Federführung des NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) laufen die Arbeiten für das neue Auslassbauwerk am Hochwasserrückhaltebecken Haselünne seit August. Investiert werden hierfür 300000 Euro. Bis Ende Oktober soll die Anlage fertiggestellt sein.

Das Auslassbauwerk an der auch als Haselünner See bekannten Anlage stammt aus dem Jahr 1953. Es ist in einem schlechten baulichen Zustand und zudem unterdimensioniert. Mit der deutlich erweiterten Auslassvorrichtung sei man nach Angaben des NLWKN in der Lage, nach einem Hochwasser das im Haselünner See zwischengespeicherte Wasser schneller wieder abzulassen, um Speichervolumen für eine eventuelle zweite Welle zu schaffen.

Stahlbetonbauwerk

Bei dem Auslassbauwerk handelt es sich um ein Stahlbetonbauwerk mit Verschluss im Bereich des Hase-Deiches als Schnittstelle zwischen Hase und dem Regenrückhaltebecken. Mit der Anlage können nach einem „Hase-Hochwasser“ die überschüssigen Wassermengen aus dem Regenrückhaltebecken bei sinkendem Hase-Wasserstand durch Bedienen der Schütze kontrolliert in die Hase abgelassen werden. Bei einer erneuten Hochwasserwelle kann dann das Bauwerk geschlossen werden, um das Speichervolumen je nach Hochwassersituation im Regenrückhaltebecken zu erhalten. Das Füllen des Regenrückhaltebeckens erfolgt dann über ein gesondertes „Einlaufbauwerk“ ab einer gewissen NN-Höhe.

Dauerstau

Das Hochwasserrückhaltebecken Haselünne fasst in seinem sogenannten Dauerstau ständig 300000 Kubikmeter Wasser. Zusätzlich kann es bei Hochwasser 1,2 Millionen Kubikmeter Wasser aus der Hase aufnehmen.

Während der noch bis voraussichtlich Ende Oktober dauernden Baumaßnahme ist der Rundwanderweg um den Haselünner See komplett gesperrt. Der nördliche Zugangsweg zur Baustelle wird phasenweise für die Anlieferung von Material und Großgeräten benötigt, sodass auch die dortigen Anlieger und Freizeitnutzer zeitweilige Einschränkungen in Kauf nehmen müssen.

300000 Euro Baukosten

Die Baukosten von 300000 Euro werden über Mittel des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) sowie der von Bund und Land gemeinsam finanzierten „Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ gedeckt.