Rolf Hopster moderiert Infoabend Haselünner wirbt für Altbau-Erhalt am Kreisgymnasium

Von Helmut Diers

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Rolf Hopster zeigt auf den Altbau des Kreisgymnasiums St. Ursula, das er als stadtbildprägend einstuft und nicht einer möglichen Abrissbirne zum Opfer fallen soll. Foto: Helmut DiersRolf Hopster zeigt auf den Altbau des Kreisgymnasiums St. Ursula, das er als stadtbildprägend einstuft und nicht einer möglichen Abrissbirne zum Opfer fallen soll. Foto: Helmut Diers

Haselünne. Das letzte Stück der alten Ursula-Schule muss erhalten werden, fordert Rolf Hopster. Auf Einladung des ehemaligen Lehrers des Kreisgymnasiums St. Ursula findet am Freitag, 22. September, um 19 Uhr im Kolpinghaus Haselünne eine öffentliche Infoveranstaltung zu diesem Thema statt. Die Moderation des Abends übernimmt der langjährige Kommunalpolitiker selbst.

„Ich habe die Einladungen per Mail über ganz Deutschland, insbesondere an ehemalige Schüler des Gymnasiums gestreut“, hofft der Privatmann Hopster im Gespräch mit unserer Redaktion auf etwa 20 bis 25 Zuhörer. Nach einem Artikel über den Altbau des Kreisgymnasiums vor einigen Wochen habe er viel Resonanz auf seine Idee zur Gründung einer Initiative zum Erhalt des Altbaus erfahren. „Ich hoffe, bei der Infoveranstaltung genügend Personen zu finden, um an Ort und Stelle die Initiative auf den Weg zu bringen.“

Ziel sei für ihn ganz klar der Erhalt des für Haselünne bedeutsamen Gebäudes, sagt Hopster, der auch auf große Beteiligung Haselünner Bürger am Infoabend hofft. Der aktuelle Stand sei der, dass wohl Ende 2021, Anfang 2022 die Sanierung der Gebäude des Kreisgymnasiums durch den Schulträger Landkreis Emsland abgeschlossen sein soll. Schon vor längerer Zeit habe der Kreis den Abriss des Altbaus „als sinnvolle“ Perspektive ins Gespräch gebracht, die Beratung und Entscheidung darüber jedoch vertagt.

Erste Mädchenbildungsstätte

„Eine solche Entscheidung wird sicherlich ab dem Schuljahr 2018/2019 in verschiedenen Gremien vorbereitet. Dafür halte ich es für sinnvoll, sich schon jetzt für den Erhalt des Altbaus zu positionieren und dieser Position in Form einer Bürgerinitiative das nötige Gewicht zu geben“, so Hopster. Er bedauert ausdrücklich, dass der das Stadtbild prägende Altbau nicht unter Denkmalschutz steht. Die Meinung des Landesamts für Denkmalpflege sei eindeutig. „Wegen der Anbauten, wie zum Beispiel dem auf der Westseite angebrachten Aufzug, ist eine Unterschutzstellung nicht möglich“, erklärt dazu Hopster.

(Weiterlesen: Bürger spenden für Altbau des Gymnasiums Haselünne)

Der Altbau auf dem Gelände des Kreisgymnasiums St. Ursula sei „das letzte Stück der alten Ursula-Schule“. Darum sei es wichtig, den Gebäudekomplex zu erhalten und zu sanieren. „Ich habe viele Bilder und andere Materialien gesichtet, die bestätigen, dass der Altbau neben der ehemaligen Klosterkirche das letzte Bauwerk ist, das an die ehemalige erste Mädchenbildungsstätte des Emslandes erinnert, die im 17. Jahrhundert vom Bischof von Osnabrück in Haselünne gegründet wurde“, erläutert Hopster mit viel Herzblut in der Stimme. Die übrigen bis in die 1970er-Jahre noch bestehenden Klostergebäude wurde nach Übernahme durch den jetzigen Landkreis Emsland beim Neubau der Schule abgerissen.

Stadtbildprägend

1854 eröffneten die Ursulinenschwestern an dieser Stelle des Altbaus die damals einzige höhere Töchterschule im norddeutschen Raum und führten diese Schule in Haselünne bis 1972. Bei der Übergabe an den Landkreis wurde formuliert, dass die Tradition der Schule „in einer kaum vorstellbaren Weise auch die Kultur und Geistesgeschichte dieser Stadt und ihres Umlandes geprägt hat“. Gewaltsam unterbrochen wurde dieses Wirken der Ursulinen von 1941 bis 1945. Die Nonnen wurden von den Nationalsozialisten aus dem Klostergebäude vertrieben.

„Aus allem wird deutlich, dass der Altbau für die Haselünner Bürger und für die Geschichte der Stadt und des Emslandes eine herausragende Bedeutung hat und, nebenbei gesagt, durch seine vielleicht aus architektonischer Sicht nicht hervorragende, aber dennoch prägende Erscheinung dieser Bedeutung unterstreicht“, ruft Rolf Hopster nachdrücklich zum Erhalt des Aufbaus auf.


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