SPD besucht Krankenhaus Warteliste für Plätze in Klinik für Psychosomatik Haselünne

Von Georg Hiemann

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Haselünne. Es fehlt nur noch der Bewilligungsbescheid des Landes Niedersachsen, dann kann das neue Gebäude für die Psychosomatik in Haselünne gebaut werden. Die Finanzierung steht. Das erklärte Verwaltungsdirektor Walter Borker beim Besuch der SPD-Kreistagsfraktion im Haselünner St.-Vinzenz-Hospital.

Für etwa sieben Millionen Euro wird, wie berichtet, das Gebäude, in dem künftig unter anderem die 20 Bettenplätze der psychosomatischen Abteilung untergebracht werden sollen, errichtet. Es wird mit einer Bauzeit von 18 bis 20 Monaten gerechnet. Das Land gibt einen Zuschuss von vier Millionen Euro, der Landkreis Emsland 800.000 Euro und die Stadt Haselünne 500000 Euro. Den Rest bringt die St.-Vinzenz-Hospital GmbH auf.

60 bis 70 Patienten auf der Warteliste

Erst im Oktober 2015 wurde diese Abteilung neu eingerichtet, und es zeichnet sich jetzt schon ein großer Bedarf ab. „Wir haben täglich 60 bis 70 Patienten auf unserer Warteliste“, erklärte Verwaltungsdirektor Borker den Politikern. „Wir brauchen unbedingt 20 weitere Bettenplätze“, hofft er auf die entsprechende Genehmigung in absehbarer Zeit. Vorsorglich wird im neuen Gebäude hierfür schon eine Etage frei gehalten.

Enorme Entwicklung

Insgesamt hat das St.-Vinzenz-Hospital eine enorme Entwicklung genommen. Alleine in den Jahren von 2004 bis 2016 wurden hier insgesamt einschließlich des neuen Gebäudes 24,37 Millionen Euro investiert, davon fast sieben Millionen vom Krankenhaus „aus eigener Tasche“. Das Angebot des Krankenhauses, das Borker ausführlich vorstellte, umfasst die Abteilungen Innere Medizin, Psychiatrie und Psychotherapie sowie die Psychosomatische Medizin und Therapie. Dazu kommen noch die allgemeine psychiatrische Tagesklinik und die gerontopsychiatrische Tagesklinik. Das Ganze in idealer Verbindung mit dem Ärztehaus sowie mit dem Gesundheitszentrum „hasemed“. Jährlich werden im St.-Vinzenz-Hospital außerdem ca. 1500 ambulante Operationen durchgeführt. „Wir beschäftigen heute ca. 340 Mitarbeiter sowie 25 Ärzte“. Insgesamt verfügt das Krankenhaus über 150 vollstationäre Betten.

Kooperationsvertrag

Haselünne leistet heute die psychiatrische Vollversorgung des Emslandes. „Allerdings kann es vorkommen, dass wir aufgrund fehlender Kapazitäten immer wieder mal Patienten nach Osnabrück weiterschicken müssen“. Dafür hat das Krankenhaus einen Kooperationsvertrag mit dem AMEOS Klinikum. „Die Entscheidung, die Psychiatrie hier anzusiedeln, war genau richtig. Wer weiß, ob dieses Haus sonst noch heute existieren würde“, betonte Karin Stief-Kreihe, SPD-Fraktionsvorsitzende im Kreistag. „Wir freuen uns, dass die Entwicklung so gut verläuft“.

Einig war man sich in der Gesprächsrunde auch darüber, dass Patienten, die aus dem Emsland kommen, auch hier versorgt werden müssen. Daher müsse die psychosomatische Abteilung auch auf 40 Betten aufgestockt werden. Das St.-Vinzenz-Hospital ist heute die größte Klinik unter den kleineren im Emsland.


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