Modell einer Zukunftsstadt Haselünner treffen Astronaut Thomas Reiter auf Ideen-Expo

Von Carola Alge


Haselünne. Da staunte die Delegation der Bödiker Oberschule aus Haselünne nicht schlecht: Ein Teil von ihr traf am Mittwoch bei der Ideen-Expo in Hannover den Astronauten Thomas Reiter.

  • Die Haselünner Christopher Borken und Johannes Backsmann stellen bei der Ideen-Expo Hannover aus
  • Sie präsentieren in Halle 7 ihre Vision einer Zukunftsstadt
  • Das Interesse der Besucher an dem Projekt ist groß
  • Gäste aus Indien, Frankreich, Vietnam und Schweden besuchten bisher den Messestand
  • Ein Höhepunkt des Hannover-Aufenthalts: ein Treffen mit Astronaut Thomas Reiter

Die Begegnung hatte Projektbetreuer Antonius Derda für seine ehemaligen Schüler Johannes Backsmann und Christopher Borken organisiert. Die präsentieren dort ihr Projekt Exponat „Leben und wohnen in der Zukunft“ (wir berichteten). Beide hatten mit ihrer Idee beim Schülerwettbewerb „Ideenfang: Erfinden – entdecken – entwickeln“ erfolgreich mitgemacht und es als eins von 24 Teams ins Finale in der Landeshauptstadt geschafft.

Sonne, Wasser und Luft

Während der noch bis zum Samstag dauernden Ideen-Expo haben sie – mit Unterstützung weiterer Schüler der Bödiker-Oberschule Haselünne und eben von Antonius Derda – Gelegenheit, ihre Vorstellung vom Stadtleben der Zukunft einem großen Publikum zu präsentieren. Die Ideenfänger Johannes Backsmann und Christopher Borken sagen über ihr Exponat: „Sonne, Wasser und Luft – so einfach klingt die Lösung aller Lösungen, um endlich in Nachhaltigkeit leben zu können.“ Backsmann, der 2018 Abitur an den BBS Meppen machen will, und Borken, der zum Elektroniker für Betriebstechnik bei der Meppener Firma Hedelius ausgebildet wird, sind fasziniert von ihrer Idee einer Zukunftsstadt. Seit September 2015 haben sie in mühevoller Kleinarbeit und mehr als 650 Stunden ihre Idee in ihr funktionstüchtiges großes Modell umgesetzt.

Deutschlands größtes Jugend-Event

Die Ideen-Expo gilt als Deutschlands größtes Jugend-Event dieser Art und bietet den jungen Emsländern eine hervorragende Plattform. Gut vorbereitet startete die Haselünner Gruppe ihre Tour dorthin. Bereits am Donnerstag vor einer Woche wurden das große Modell der Zukunftsstadt und weitere Utensilien für Workshops und Stand in einem Pferdeanhänger transportsicher verstaut. „So langsam stieg auch schon eine leichte Anspannung bei Christopher Borken, Johannes Backsmann und den Schülern Simon Brinkmann, Marlon Feye und Christoph Mersmann“, berichtet Derda vom Tag vor der Abfahrt Richtung Hannover. Die traten die Emsländer am nächsten Morgen um 6 Uhr mit dem Bus an. Fünf Stunden später war der Messestand in Halle 7 in Nähe der Showbühne errichtet, die Zukunftsstadt aufgebaut.

Viele Interessierte am Stand

Den frequentierten bisher viele Interessierte. „Während der ersten Tage hatten wir schon sehr viele Besucher und angemeldete Gruppen auf unserem Stand. Sie kamen zum Beispiel aus Indien, Frankreich, Vietnam, Schweden und aus vielen Regionen aus Deutschland. Auch die IHK Potsdam war mit einer Arbeitsgemeinschaft ‚Schule und Wirtschaft‘ zu Gast bei uns am Stand“, freut sich Derda.

Alle seien von dem Modell sehr beeindruckt gewesen und hätten die Schüler bewundert, dass sie so viele energetische, architektonische, technische, ökologische und geografische Aspekte darin verwirklicht hätten. Natürlich besuchte auch die Bödiker-Oberschule die Ideengeber. Sie fuhr mit sechs Klassen und zahlreichen Kollegen Derdas zur Ideen-Expo.

In sich hatte es der Mittwoch. Es wurde international am Stand der Emsländer. Eine schwedische Delegation aus Politik und Wirtschaft war zu Gast am Messestand. Die zeigte sich ebenfalls sehr angetan von der Vision von Backsmann und Borken.

Dank für Einsatz

Höhepunkt aber war das Treffen mit Astronaut Thomas Reiter. Das hatte Antonius Derda arrangiert, „weil die beiden sich immer noch für unsere Schule so erfolgreich engagieren und viel Einsatz mitbringen.“ Reiter hielt einen Vortrag über die Zukunft der astronautischen und robotischen Raumfahrt in Europa. Der achte Deutsche im All und erste Deutsche, der einen Weltraumausstieg unternahm, lenkte den Blick in die Zukunft der Raumfahrt und zeigte allgemeine ESA-Trends auf, berichtete über die laufenden und geplanten Satellitenmissionen. Auch Nutzung und Versorgung der Internationalen Raumstation beleuchtete er.

Erfahrungen als Raumfahrer

Im Gespräch mit den Haselünnern berichtete der gebürtige Frankfurter über seine Erfahrungen als Raumfahrer. „Wenn man einmal da draußen war, dann möchte man immer wieder dorthin. Dieses beeindruckende Gefühl kann man mit Worten gar nicht beschreiben. Ich musste mich ins Bein kneifen, damit ich das Gefühl hatte, nicht zu träumen“.

Preis für Haselünner?

Sich ins Bein kneifen, um nicht zu träumen, könnten sich am Samstag, 17. Juni 2017, vielleicht auch Backsmann und Borken. Dann kürt die Jury um 12 Uhr die Sieger aus drei Altersklassen. Für die Gewinner gibt es Preise im Wert von jeweils 2500 Euro sowie einen Ausflug mit naturwissenschaftlichem oder technischem Hintergrund im Wert von 1000 Euro.

Die Exponate sind noch bis Sonntag, 18. Juni 2017, auf der Ideen-Expo in Hannover zu sehen.


Modell einer futuristischen Stadt im Mittelpunkt

Im Mittelpunkt der Präsentation der Haselünner bei der Ideen-Expo in Hannover steht ein Modell ihrer futuristischen Stadt. Im Zentrum der futuristischen Darstellung Haselünnes sehen die Jugendlichen ein Gewächshaus und Wohneinheiten mit einem Park als Öffentlichkeitsbereich, zwei Wohngebiete, eine Energie-Umwandlungsstation sowie einen Bürger- bzw. Naturpark. „Wir haben diese Bereiche strategisch genau angelegt, um ein harmonisches Stadtbild zu schaffen“, so Projektbetreuer Antonius Derda.

Ein Anliegen ist es den Ideen-Expo-Teilnehmern, „einen bewohner- und naturfreundlichen Bereich in die Stadt zu integrieren“. Neben der Verwendung etlicher energetischer Quellen und Erzeuger haben die früheren Oberschüler besonderen Fokus auf die möglichen Verhältnisse der Zukunft gelegt. Dazu gehören unter anderem die Verlegung des Hauptverkehrs durch Autos und Züge in den Untergrund. Außerdem soll der Verkehr in den Umweltzonen umweltfreundlich betrieben werden. Gewächshaus und Wohneinheiten mit Park sind das Herzstück der visionären Darstellung Haselünnes..