Drei Jungvögel Haselünner Kirchturm-Uhus haben wieder Nachwuchs



Haselünne. Die Haselünner Kirchturm-Uhus haben wieder Nachwuchs. Ihren um Ostern geschlüpften drei Jungvögeln geht es gut.

Uhu-Nachwuchs gab es in Haselünne bereits mehrfach. Dabei steigerte sich das Elternpaar kontinuierlich. Im Mai 2015 brütete das Uhu-Weibchen auf dem Dach der Pfarrkirche St. Vincentius in Haselünne erfolgreich. Ein Jungvogel schlüpfte. Er starb allerdings wenig später – vermutlich verdurstete er infolge der großen Hitze zu der Zeit. Vorübergehend verschwunden waren danach auch die Eltern, die sich auf dem Kirchendach eigentlich heimisch fühlten.

In Haselünne quasi heimisch

Umso größer war die Freude bei den Haselünnern, um Ostern 2016 gleich zwei Nachkommen der weltweit größten Eulenart zu haben. Sie zeigten sich immer unter dem Vordach des Gotteshauses, wohin sie von der Brut-Nische auf dem Kirchendach erste „Ausflüge“ unternahmen. Dort oben hatten Helfer nach dem ersten erfolglosen Brutversuch der Haselünner Uhus 2014 einen kleinen Kasten auf das Dach der Marienkapelle gesetzt. Er bietet Schutz vor Nässe.

Seit dieser Zeit sind die beiden erwachsenen Uhus in Haselünne quasi heimisch. Das Männchen ist immer wieder zu sehen – meist im Bereich zwischen dem Altenheim St. Ursula bis zum See und von der Hase bis zum Berentzengelände.

Küster beobachtet Nachwuchs

Den aktuellen Uhu-Nachwuchs beobachtet Thomas Linger, Küster der Haselünner Kirchengemeinde St. Vincentius, aufmerksam. „Das Männchen flog mit Nahrung (Taube, Hase) zum Kirchendach, auf dem das Weibchen in dem Kasten hockte und offensichtlich brütete.“ Das Weibchen verließ das Nest nicht, hockt auch jetzt dort oben über den Dächern von Haselünne, ist in der Brutnische für Passanten nicht zu sehen. Aus kurzer Distanz, meist von einem Dach gegenüber der Kirche, bewacht das Männchen seine „Familie“. Gesehen wird er regelmäßig ebenfalls beim Krankenhaus. „Ihm geht es wohl recht gut“, schrieb uns eine Leserin.

„Ein so schönes Tier“

„Ein so schönes Tier. Herrlich“, schwärmen ein paar Passantinnen, als sie einen der erwachsenen Uhus (vermutlich das Männchen) oben auf dem Kirchdach auf der rückwärtigen Seite des Gotteshauses entdecken. Es hockt vor einem Fenster unter einem kleinen Abdach. Handys der Frauen klicken.

Den Nachwuchs erspähen sie nicht. Zwei der drei Jungvögel halten sich nur wenige Meter Luftlinie auf dem Schornstein eines Nachbarhauses auf. Seelenruhig sitzen sie dort vor strahlend blauem Himmel, recken ihren Schnabel ab und zu in den Wind, in dem sich ihr noch flauschiges Gefieder leicht aufplustert.

Jungvögel werden jetzt zunehmend mobiler

Die jungen Uhus werden zunehmend mobiler. Fliegen können sie noch nicht. „Sie springen vom Kirchdach und erkunden als gute Kletterer Bäume und umstehende Gebäude“, beobachtete Thomas Linger. Einer der Jungvögel versetzte Passanten vor Kurzem in Schrecken. Er war bei einem Sprung etwas unsanft neben der St.-Vincentius-Kirche gelandet. „Der ist verletzt“, fürchteten die Beobachter nach der Bruchlandung. War er aber nicht. Küster Thomas Linger sah wenig später, wie der Uhu-Nachwuchs an Dachrinnen wieder nach oben Richtung Brut-Nische kletterte.

Lange wird die, so vermutet er, nicht mehr das Zuhause der drei Jungvögel sein. „Wenn sie jetzt bald fliegen können, werden sie die Umgebung erkunden und sich ein eigenes ‚Zuhause‘ suchen“. Ob das wie im Fall ihrer Eltern Haselünne sein wird?


„König der Nacht“

Mit 60 bis 75 Zentimeter Größe und einer Spannweite von 1,60 bis 1,70 Metern ist der Uhu die größte europäische Eule. Er ist fast so groß wie ein Steinadler und wird auch der „König der Nacht“ genannt. Das Weibchen ist deutlich größer als das Männchen. Es wiegt durchschnittlich 2600 Gramm, das Männchen etwa 1900 Gramm. Der Uhu ist etwa doppelt so groß wie die Waldohreule und mit zwei bis vier Kilogramm annähernd zehnmal so schwer. Er hat auffällige Federohren und leuchtend orangegelbe Augen. Das Gefieder ist rostbraun mit dunkler Längs- und Querstreifung. Das Brustgefieder ist heller als der Rücken. Der Uhu ist vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Zur Zeit der Jungenaufzucht jagt er jedoch auch am Tag. -cw-

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