Modell einer Zukunftsstadt Haselünner stehen in Startlöchern für Ideen-Expo

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Haselünne. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Vom 10. bis 18. Juni 2017 dürfen die Haselünner Johannes Backsmann und Christopher Borken bei der Naturwissenschafts- und Technikmesse Ideen-Expo 2017 in Hannover ihre Idee vom „Leben und Wohnen in der Zukunft“ einem breiten Publikum präsentieren.

Wie sieht das Leben und Wohnen in Haselünne in Zukunft aus? Mit dieser Frage beschäftigen sich die ehemaligen Schüler der Bödiker-Oberschule in ihrem Projekt. Die Idee dafür hatten sie bereits in der 7. Klasse in einer Physik-AG ihres Lehrers Antonius Derda. Er betreute die Jugendlichen auch noch bei ihrem Vorhaben, als sie bereits keine Schüler der Oberschule mehr waren.

Ideenreichtum, Kreativität und Erfindergeist

Ideenreichtum, Kreativität und Erfindergeist des Projekts überzeugten eine Jury. Sie wählte unter zahlreichen Jugendlichen aus ganz Deutschland beim Schülerwettbewerb „Ideenfang“ 24 Teams aus, die jetzt ein Ticket zur Ideen-Expo in der Tasche haben. Johannes Backsmann und Christopher Borken sagen über ihr Exponat: „Sonne, Wasser und Luft – so einfach klingt die Lösung aller Lösungen, um endlich in Nachhaltigkeit leben zu können.“

„Lösung aller Lösungen“

Einzelheiten der „Lösung aller Lösungen“ präsentieren die Haselünner in Hannover auf einem 25 Quadratmeter großen Messestand. Im Mittelpunkt steht dort ein Modell ihrer futuristischen Stadt. Im Zentrum der futuristischen Darstellung Haselünnes sehen die Jugendlichen ein Gewächshaus und Wohneinheiten mit einem Park als Öffentlichkeitsbereich, zwei Wohngebiete, eine Energie-Umwandlungsstation sowie einen Bürger- bzw. Naturpark. „Wir haben diese Bereiche strategisch genau angelegt, um ein harmonisches Stadtbild zu schaffen“, so Projektbetreuer Antonius Derda.

Autos und Züge in den Untergrund

Ein Anliegen ist es den Ideen-Expo-Teilnehmern, „einen bewohner- und naturfreundlichen Bereich in die Stadt zu integrieren“. Neben der Verwendung etlicher energetischer Quellen und Erzeuger haben die früheren Oberschüler besonderen Fokus auf die möglichen Verhältnisse der Zukunft gelegt. Dazu gehören, so Johannes Backsmann und Christopher Borken, unter anderem die Verlegung des Hauptverkehrs durch Autos und Züge in den Untergrund. Außerdem soll der Verkehr in den Umweltzonen umweltfreundlich betrieben werden. Gewächshaus und Wohneinheiten mit Park sind das Herzstück der visionären Darstellung Haselünnes.

Mühevolle Kleinarbeit

Backsmann, der 2018 Abitur an den BBS Meppen machen will, und Borken, der zum Elektroniker für Betriebstechnik bei der Meppener Firma Hedelius ausgebildet wird, sind fasziniert von ihrer Idee einer Zukunftsstadt. Seit September 2015 haben sie in mühevoller Kleinarbeit und mehr als 650 Stunden ihre Idee in ihr funktionstüchtiges großes Modell umgesetzt. In das investierten sie auch viel Freizeit. Klar, manchmal wären sie abends „sicher gern zu Freunden oder in die Disco gegangen. Aber auf uns wartete ja unser Projekt in der Bödiker-Oberschule“.. Viele Wochenenden, Ferien und Urlaubstage verbrachten sie im Technikraum der Oberschule. „Von einigen Freunden und Mitschülern wurden wir schon ein wenig belächelt oder sogar für ein bisschen verrückt gehalten“, sagen die beiden jungen Männer schmunzelnd.

Fünf Workshops für Besucher

Belächelt werden dürfte ihre Zukunftsvision einer Stadt in Hannover von den Messebesuchern keineswegs. Die können in fünf Workshops –anhand von Modellen – einige Experimente zu den Elementen durchführen, die in der Zukunftstadt enthalten sind. So wird man zum Beispiel bei Versuchen mit Solarzellen erleben, welche elektrische Spannung und Stromstärke Solarzellen unter bestimmten Bedingungen abgeben.

An den Modellen für die Workshops arbeiten die Haselünner zurzeit. Die Arbeiten werden zum Teil im Wahlpflichtkurs Physik und zusätzlich nachmittags sowie an den Wochenenden erledigt. Unterstützt werden sie von drei Acht-Klässlern der Bödiker-Oberschule. Ihr Wahlpflichtfach: natürlich Physik.

Energiefluss der Stadt

Auf einer 150 Zentimeter großen Grafikstele werden Backsmann und Borken in Hannover den Energiefluss „ihrer“ Stadt darstellen. Die Texte und Grafiken für die Exponattafeln, Stelen und das Mobiliar sind bereits fertig. Ein eigenes Logo gibt es ebenfalls.

Auf die Messe-Zeit freuen sich die 18-jährigen Naturwissenschafts-Freaks, die in Physik beide eine 1 hatten. „Es ist die bisher größte Ehrung für unser Projekt. Irgendwie realisieren wir noch gar nicht, dass da insgesamt zur Ideen-Expo 400000 Besucher erwartet werden.“ Dass viele von denen an den Stand in Halle 7 kommen, ist wahrscheinlich. Er befindet sich in unmittelbarer Nähe der Showbühne.

Spannung am 17. Juni 2017

Einem Tag dort sehen sie mit besonderer Spannung entgegen: dem 17. Juni. Dann kürt die Ideen-Expo-Jury die Sieger aus drei Altersklassen. Ihnen winken Preise von jeweils 2500 Euro und ein Ausflug mit naturwissenschaftlichem oder technischem Hintergrund im Wert von 1000 Euro. Was würden Johannes Backsmann und Christopher Borken mit dem Geld machen? Beide müssen nicht lange überlegen: „Wir würden es der Bödiker-Oberschule für das nächste Projekt zur Verfügung stellen. Schließlich haben wir der Schule viel zu verdanken.“


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