Rundgang im Kellergewölbe Haselünner Heydt-Manufaktur bietet 2020 erstmals Whiskey an

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Haselünne. Wie entsteht aus einem normalen Korn-Produkt ein kostbares Produkt der Heydt-Manufaktur in Haselünne? Das Geheimnis liegt in der Fasslagerung.

Bei einem Informationsbesuch des Präsidenten der Industrie- und Handelskammer Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim, Martin Schlichter sowie des IHK-Hauptgeschäftsführers Marco Graf, sagte Geschäftsführer Hendrik Heydt: „80 bis 85 Prozent des besonderen Geschmackes kommen aus dem Holzfass.“

Im Kellergewölbe der Firma unter den Straßen von Haselünne reiht sich Eichenfass an Eichenfass. Dabei sind es nur sehr selten neue Fässer. Vielmehr sind es alte aufgekaufte Bestände von Cognac-, Sherry-, Whiskey- aber auch Rotweinfässer aus ganz Europa. „In einigen Fässern reifte vorher 20 Jahre lang Cognac“, sagte Heydt am Montag zu seinen Gästen. Und genau dieses spezielle Aroma geben die Fässer jetzt an den Korn der Privaten Kornbrennerei weiter.

Immer beliebter

Es fing alles 2010 mit „Alter Heydt 1860er zum 150-jährigen Jubiläum des Betriebes an. Dieser lagert vor der Abfüllung vier bis fünf Jahre in den Eichenfässern. Dabei steigt die Nachfrage nach dem veredelten Produkt weiter an. Der Verkaufspreis liege bei knapp 20 Euro. Inzwischen kreierte der Destilliermeister zwei weitere hochwertige Heydt-Produkte, die in limitierter Auflage teils sogar für über 40 Euro über den Tresen gehen.

Sogar an einen Whiskey traute sich Heydt heran. Er wurde 2016 in Emstek destilliert. Er lagert jetzt ebenfalls seit einem Jahr in alten Holzfässern. Frühestens in drei Jahren soll er auf den Markt kommen.

Dabei wird mit den Produkten aus der Heydt-Manufaktur auch das Handwerk des Destilliermeisters wieder wichtiger. So muss er letztendlich bestimmen, wie lange ein Korn oder Whiskey lagern soll, bevor er in den Verkauf kommt. Dabei ist die „Klaviatur der verschiedenen Fässer“ von immenser Bedeutung. Ein Produkt wird mehrfach umgefüllt und lagert auch schon mal in fünf verschiedenen Holzfässern.

Teure Branntweinsteuer

Gleichwohl sehen Hendrik und sein Vater Hubert Heydt in der Manufaktur einen lukrativen Markt. Anders gestalte sich das in der Massenproduktion von den traditionellen Kornprodukten. Ein Heydt-Gutskorn werde im Angebot auch schon mal für 4,44 Euro verkauft. Davon kassiere der Staat über die Branntweinsteuer stolze 2,90 Euro. Die Gewinnmarge sei also sehr klein.


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