Gala im Forum des Kreisgymnasiums Spielkreis Haselünne verabschiedet Paul Verheyen

Von Daniel Lösker


Haselünne. Der Haselünner Spielkreis hat seinen langjährigen Leiter Paul Verheyen mit einer großen Gala im Forum des Kreisgymnasiums verabschiedet.

Servus, sagt Paul Verheyen, und meint damit, dass er selbstverständlich weitermacht. Denn der Abschiedsgruß gilt eigentlich „nur“ seinem Spielkreis, den er vor 38 Jahren gründete. Dieser wird nun leider nicht mehr auftreten. Eine letzte Italienreise ist noch geplant. Dann ist endgültig Schluss.

Stimmungsvoller Abend

Also noch einmal ein großes Konzert in Haselünne. Noch einmal kommen sie zusammen, die derzeit Aktiven und ehemalige Mitglieder. Angenehm zurückgenommen, dennoch präsent und wortgewandt führt der Moderator Jürgen Thom durch den stimmungsvollen Abend, der musikalisch zumeist von den Klassikern, den Stücken, die das Ensemble über die Grenzen der Region hinaus bekannt gemacht haben, bestimmt wird.

Klar, dass da „Fascinating Drums“ nicht fehlen darf. Die beiden Schlagzeuger, welche unmerkbar und rhythmisch perfekt sich die Stöcke übergeben, beweisen, dass sie ihr Instrument beherrschen. Der euphorische Beifall ist ihnen sicher. Wirklich großartig aber ist das gesamte Ensemble bei „Latin Gold!“, einer mitreißenden Zusammenstellung lateinamerikanischer Rhythmen. Beachtet man, dass der größte Teil der Protagonisten erst zu den letzten Proben dazugekommen ist, erstaunt die Harmonie. Es zeigt sich, dass Verheyens jahrelanges geduldiges Einstudieren Früchte trägt.

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Natürlich sind die für solche Veranstaltungen üblichen Laudatoren da. Insgesamt vier werden es sein. Freundliche Worte, Nettigkeiten gehören zur Tagesordnung. Das ist auch gut so! Denn was der musikalische Tausendsasa und die Seinen in all den Jahren geschafft haben, verdient großes Lob und Anerkennung. Warum allerdings mit dem Ausscheiden des Gründers und Leiters nun gleich ganz Schluss sein muss, soll heißen, warum nicht nach zukunftsfähigen Lösungen gesucht wird, bleibt zumindest an diesem Abend das Geheimnis der zuständigen Musikschule des Emslandes. Doch vielleicht ist so ein stimmungsvoller Abschied auch nicht der richtige Ort für derartige Diskussionen.

„James Bond 007 – Selection“

Das Publikum jedenfalls genießt die zumeist gut einstudierten Stücke. „James Bond 007 – Selection“ kommt mit jazzig-groovenden Energieschüben ebenso überzeugend herüber, wie „Disco Lives!“ im besten Gloria Gaynor-Stil oder die lässig vorwärtstreibende „The Blues Brothers-Revue“! Selten streifen ruhigere Töne den Abend, doch sind sie da. Bryan Adams‘ „I do it for you“ ist so ein Beispiel. Hier beweisen Verheyen und der Spielkreis, dass Höher, Schneller, Lauter nicht immer das Erfolgsrezept sein muss.

Logisch ist, dass „Bella Italia“, ein Potpourri von bekannten Liedern im Italia-Sound, den Schluss- und Höhepunkt bildet. Will die Truppe doch schließlich noch einmal, wie schon so oft, im „Land, wo die Zitronen blühen“ touren.

Zum Ende wird es dann doch noch etwas wehmütig. Verheyen, sichtlich erschöpft von den Anstrengungen des Abends, setzt sich noch einmal ans Klavier und interpretiert den Udo Jürgens-Klassiker „Vielen Dank für die Blumen“. Stehende Ovationen, ein paar Tränen, aber überwiegend zufriedene Gesichter auf und vor der Bühne zeigen, er und sein Spielkreis sind immer noch in der Lage, gute Musik stimmungsvoll zu präsentieren. Schade, dass nun Schluss damit ist!