Eine neue Mitte schaffen Friedhof in Haselünne wird umgestaltet

Von Heiner Harnack


Haselünne. Der Friedhof an der Sandstraße in Haselünne wird neu gestaltet. Die Kirchengemeinde St. Vincentius möchte in Zusammenarbeit mit der Stadt und einem Planungsbüro eine gestalterische Annäherung zwischen neuer Abteilung und alter Gräberstätte erreichen.

Seit über 150 Jahren werden Verstorbene auf dem Friedhof an der Sandstraße bestattet. Bei einer Begehung erzählt Christel Hopster-Leyding, dass das sehr inhomogene Erscheinungsbild beider Friedhofsteile von vielen Besuchern sowie verantwortlicher Seite als negativ beurteilt worden sei. „Vor zwei Jahren haben wir damit begonnen, uns Gedanken zu machen, wie man den neuen Teil dem parkähnlichen alten Teil angleichen kann“, führt die Vorsitzende des Friedhofsausschusses im Kirchenvorstand aus. Man wolle so mehr Räume für Angehörige und Freunde schaffen, wenn diese die Gräber der Verstorbenen besuchen wollten. „Die bereits vorhandenen Rasengräber wollen wir aufwerten.“ Man wolle die Symmetrie, die im historischen Teil vorhanden sei, auf die neueren Gräberreihen übertragen. Dafür solle der diagonal von der Friedhofskapelle zur Hauptachse angelegte Weg aufgehoben und ein neuer geradliniger Weg geschaffen werden. „Wir benötigen auch eine neue Mitte, da die vorhandenen Wege irgendwie ins ‚Nirgendwo‘ führen“, meint sie.

Pastor Johannes Bartke, Bürgermeister Werner Schräer und Franz Wekenborg ergänzten, dass es in Zusammenarbeit mit dem Büro für Landschaftsplanung Richard Gertken aus Werlte gelungen sei, einen neuen Platz zu schaffen. Dieser solle mit einer Baumgruppe in einem Halbkreis ausgestaltet werden. „Im Mittelpunkt des Kreises wird ein Stein gesetzt, der eine Vertiefung für das Wasser hat“, erklärt Planerin Mechthild Hasenleder. Es sei kein Brunnen, wie dieser sonst häufig auf Friedhöfen zu finden sei, sondern eine durch Regenwasser gespeiste Einheit. Die eingeschlagene Rinne werde das überflüssige Nass dann ablaufen lassen, gibt sie ein weiteres Detail preis. Das Element Wasser gilt als Symbol für die Quelle allen Lebens.

Pastor Johannes Bartke führt aus, dass man auch in Zukunft keine anonymen Bestattungen an der Sandstraße ausführen werde. „Bei den Urnengräbern werden die Namen der Menschen auf einer Stele erhalten.“ Er will den Erinnerungscharakter einer Grabstätte nicht missen. „Wir als Stadt freuen uns sehr, dass die katholische Kirchengemeinde den Friedhof in dieser Art aufwertet“, sagt Bürgermeister Schräer. Mit zusätzlichen Baumreihen und Hecken soll der neuere Friedhofsteil in weitere Räume aufgeteilt werden. Schräer dankt der Lokalen Aktionsgruppe Hasetal, der es gelang, Finanzmittel aus dem europäischen Leader-Förderprogramm zu erhalten. „Ohne solche Mittel ist es sehr schwierig, eine solche Maßnahme zu finanzieren“, macht er deutlich. Schräer bezifferte die Gesamtkosten auf gut 80.000 Euro, die Hälfte davon gefördert.


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