Von Kurfürst Clemens August Haselünner Sonnenapotheke besitzt Urkunde von 1747

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Haselünne. Wie war das früher eigentlich mit den Apotheken in Haselünne? Antwort darauf gibt das Buch von Dr. Dieter Kronabel und Charlotte Erpenbeck „Die ersten Apotheken in Haselünne“. Ein besonderer Schatz unter den Fotos darin: die Original-Privilegurkunde von Kurfürst Clemens August aus dem Jahr 1747.

Die Autoren wollen mit ihrem im Machandel-Verlag Haselünne erschienenen Buch keineswegs eine vollständige Dokumentation zur Geschichte der ersten Apotheken in Haselünne geben. „Es geht nicht darum, eine geschichtliche Abhandlung zu liefern, die bis in die tiefsten Verästelungen der geschichtlichen Entwicklung der ersten Haselünner Apotheken hineinreicht. Wir wollen stattdessen einen Überblick über die heimatgeschichtliche Entwicklung der ersten Apotheken in Haselünne verschaffen und Einblick in den Apothekenalltag der vergangenen Zeit gewähren“, so Kronabel . Gleichzeitig sollen dem Leser auch erste Kenntnisse über einige damals gebräuchliche Gerätschaften und über ausgewählte Arzneien vermittelt werden, die längst aus dem Apothekenalltag verschwunden sind.

Entwicklung, Aufbau und Betrieb der Apotheken

Entwicklung, Aufbau und Betrieb der Apotheken werden in dem Buch eingebunden in die Geschehnisse des damaligen Apothekenumfeldes. „Die Dokumentation im Supplement kann daher auch von heimatgeschichtlichem Interesse und somit auch außerhalb der Pharmaziegeschichte von Interesse sein“, meint der Autor.

Das 60 Seiten umfassende Buch wird ab 19. Dezember 2016 ausgeliefert. Etwa ein Jahr benötigten die Autoren für die Recherchen. Es enthält neben der Apothekengeschichte der Heimatstadt der beiden heimatgeschichtlich wertvolle alte Dokumente. Sie befinden sich im Privatbesitz der Familie Erpenbeck.

Charlotte Erpenbeck und Dieter Kronabel sind vom Fach. Erpenbeck ist Apothekerin und leitet seit 1999 die Sonnenapotheke in Haselünne. In ihrem Machandel-Verlag, den sie nebenberuflich betreibt, wurden bereits fünf Bücher zur Geschichte der Stadt Haselünne veröffentlicht.

Kronabel studierte Pharmazie in Tübingen und später Lebensmittelchemie in Stuttgart. 1987 promovierte er in Düsseldorf zum Dr. rer. nat. Der heute 63-Jährige engagiert sich im Heimatverein Haselünne.

Einzigartiges Dokument

Zu den sehr interessanten Bildteilen des Buches gehört die Privilegurkunde von Kurfürst Clemens August aus dem Jahr 1747. „Sie ist für einen Haselünner Apotheker ein außergewöhnliches und einzigartiges Dokument“, ist Kronabel begeistert. So eine Kostbarkeit in den Händen zu halten, die in Museen normalerweise von ausgesuchtem Personal mit Handschuhen angefasst wird, sei schon eine besondere Erfahrung. Die Urkunde ist auf sogenanntem Lumpenpapier geschrieben und aufgrund ihrer Stofffaserm deutlich haltbarer als anderes Papier.

Wie aber kam es dazu? Als der Apotheker Arnold Bödiker (gehört zur bekannten Haselünner Bödiker-Familie) am 11. Januar 1738 starb, brachte Henrich „Joes“ Nieman, Sohn von Nikolaus Nieman, die Apotheke wieder in den Nieman’schen Besitz. Der Kurfürst Clemens August von Köln, der unter anderem gleichzeitig Bischof von Münster war, übertrug ihm und seinen Nachfolgern das Privileg zur Führung einer Apotheke in Haselünne.

Großer Stadtbrand erwähnt

Das Schriftstück wurde am 29. August 1747 in Arnsberg ausgestellt und vom Landesherrn persönlich unterschrieben. Sie erwähnt den großen Stadtbrand vom 11. September 1733, dem nach den Ausführungen der Urkunde auch die Nieman’sche Apotheke zum Opfer fiel. Insgesamt 45 Häuser, insbesondere in der Ritterstraße und im Nonnenwall, brannten nieder. Zur Erinnerung an diesen Stadtbrand findet alljährlich die Michaelsprozession statt. Bis zum heutigen Tag ist es bei dieser Tradition geblieben.

Die Urkunde erwähnt auch, warum das Apothekenprivileg von Rudolf Nieman erneuert wurde: Die alte Betriebserlaubnis wurde 1733 ein Raub der Flammen.

„Die ersten Apotheken in Haselünne“, Machandel-Verlag Haselünne, Kosten: 12,90 Euro.


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