Nur Attrappe gefunden Bombenräumung in Haselünne fällt aus

Die für den Mittwochmorgen geplante Bombenräumung in Haselünne fällt aus und das hat einen guten Grund: Bei dem vermeintlichen Geschoss handelt es sich um eine Attrappe aus Beton. Foto: Franz Wekenborg/Stadt HaselünneDie für den Mittwochmorgen geplante Bombenräumung in Haselünne fällt aus und das hat einen guten Grund: Bei dem vermeintlichen Geschoss handelt es sich um eine Attrappe aus Beton. Foto: Franz Wekenborg/Stadt Haselünne

Haselünne. Die für den Mittwochmorgen geplante Bombenräumung in Haselünne fällt aus und das hat einen guten Grund: Bei dem vermeintlichen Geschoss handelt es sich um eine Attrappe aus Beton.

Das hat Franz Wekenborg, zuständiger Fachbereichsleiter bei der Stadt Haselünne, am Dienstagnachmittag mitgeteilt. Demnach hat der Kampfmittelräumdienst des Landes Niedersachsen Haselünne bereits wieder verlassen, das „Corpus delicti“ ist so gut wie verschrottet.

Nach Wekenborgs Angaben hatten die Kampfmittelprofis wie angekündigt am Dienstagvormittag damit begonnen, sich der Bombe grabend anzunähern. Dabei stellten sie dann fest, dass das Geschoss zwar wie eine Bombe aussah, aber im Kern aus mit Metall ummanteltem Beton bestand. „Die Übungsbombe stammt wohl aus deutscher Produktion“, sagt der Mitarbeiter der Stadt. Statt 500 ist sie nur rund 70 Kilogramm schwer und als sie vor Jahrzehnten wohl von einem Flugzeug aus über dem Acker im Bereich Haselünne-Eltern/Wehlage/Käseforth zu Boden ging, sorgte ein sogenannter Rauchzünder dafür, dass der Einschlag gut verfolgt werden konnte.

Es sprach also alles für die Annahme, dass hier im Zweiten Weltkrieg eine echte Bombe gefallen war, ohne zu zünden. Auch die Auswertung von Luftbildern sprach dafür. Nun gibt es also Entwarnung – weder die Räumung von fünf Wohnhäusern wird am Mittwochmorgen notwendig sein, noch die Sperrung der B213 im Bereich Eltern. „Wir haben alles in die Wege geleitet, um Anwohner und Beteiligte zu informieren“, sagt Wekenborg. Der genaue Zeitraum des Bombenabwurfs und weitere Einzelheiten zum Fabrikat sind nicht bekannt. Der Kampfmittelräumdienst hatte die Attrappe am Dienstagnachmittag bereits abtransportiert.


Zuletzt waren immer wieder Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt und entschärft worden. Anfang des Jahres sorgte eine 500-kg-Bombe in Meppen für eine große Evakuierung , kurz davor hatte ein Landwirtin Nieuw Schoonebeek , dem niederländischen Grenzort direkt hinter Twist, ebenfalls eine 500 Kilogramm schwere Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt. Vor fünf Jahren gab es in Adorf einen Fund und auch in Meppen hatte der Kampfmittelräumdienst in der Vergangenheit mehrfach zumindest mit dem Verdacht auf Blindgänger zu tun, zuletzt beim Bau der neuen Sparkasse in der Hinterstraße. Dort hatte sich der Verdacht aber ebenso wenig bestätigt– statt einer Bombe hatte man einen Blitzableiter gefunden. 2011 war im Bereich Riedemannstraße ebenfalls eine große Evakuierung erwogen worden, dort hatten Bohrungen aber keine Gefahren zutage gefördert.

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